Busonis Visionen

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100 Jahre Streit über den „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“

von Ferruccio Busoni

Von Wolfgang Molkow

Im Frühjahr 2016 jährt sich der Geburtstag von Ferruccio Busoni zum 150. Mal. Der Sohn eines toskanischen Klarinettisten und einer Triester Pianistin deutscher Herkunft feierte weltweit Triumphe als Pianist und Bachinterpret. Als Komponist galt er als „End-Phänomen einer Epoche, Anfangsgestalt einer neuen“, und die Nachwelt tat und tut sich schwer damit. Auch um den Theoretiker und Essayisten Busoni ist es still geworden. Und doch vermittelt Busonis „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ eine ähnliche Aufbruchsstimmung wie hundert Jahre zuvor die musikalische Literatur seines Idols E. T. A. Hoffmann. 1907 erschienen, weckt Busonis Essay 1916 in einer überarbeiteten Ausgabe lebhafte Reaktionen. Den Höhepunkt der Kontroverse stellt Hans Pfitzners „Futuristengefahr“ von 1917 dar – eine unfreundliche Antwort -, aber auch Arnold Schönberg äußert Vorbehalte gegen die utopischen Gedanken über neue Tonskalen und andere harmonische Ordnungen.

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swr2-essay-20160502 Manuskript

© SWR 2, Essay, 2.5.2016

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