Das besondere Konzert „Im Inneren, im Klang – im Berliner Dom“ Musik von H. Johannes Wallmann

Der Berliner Dom – von 1894 bis 1905 nach Entwürfen des Architekten Julius Raschdorff gebaut – ist die größte evangelische Kirche in Deutschland und akustisch ein höchst sensibler Raum. Mit Stefan Fricke.

Speziell hierfür komponiert H. Johannes Wallmann 1997 „Innenklang“. Das Stück von fast 70 Minuten Dauer integriert den Sakralbau wie ein eigenständiges Instrument.

Auf drei Emporen und im Altarraum der Kirche befindet sich je eine Orchestergruppe, dazu und hoch darüber vier Soprane, verteilt im 29-Meter-Ring der Domkuppel. Eine weitere Sopranistin steht in der Mitte des Kirchenschiffs. Und von diesen Positionen aus fließen eindrucksvoll Klänge durch den Dom, erkunden die Stille der Architektur und resonnieren mit ihr.

Der 1952 in Leipzig geborene H. Johannes Wallmann mit Wohnort Berlin ist ein Komponist, der Räume und Landschaften als Mit-Spieler begreift. Überdies will er mit seiner Musik ins Leben weisen, mahnen, trösten und ermutigen. So schrieb er – für die Zuhörenden nicht erkennbar – Zitate aus der Apokalypse in die Partitur, zudem zukunftsvisionäre Texte von Menschen, die durch deutsche Regierungen umgebracht wurden oder ins Gefängnis kamen.



H. Johannes Wallmann: „Innenklang“
Musik im Raum für vier Orchestergruppen und Soprane

Ksenija Lukic, Maacha Deubner, Susanne Serfling, Anita-Marie Schuppan, Margarete Huber – Sopran
Subdirigate: Douglas Brown, Kevin McCutcheon, Ulrich Vogel, Sigurd Braus
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Dirigent: Karl Anton Rickenbacher

(Aufnahme vom 7. Juni 1997, Berliner Dom)

© HR 2, Konzertsaal, 26.5.2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.