„Finis Terrae“ Hörspiel von Raoul Schrott und Klaus Buhlert

Der österreichische Romancier und Dichter Raoul Schrott hat seinen Roman „Finis Terrae“ gemeinsam mit dem Regisseur Klaus Buhlert für das Radio bearbeitet. Im Zentrum steht der Nachlass des Archäologen Ludwig Höhnel.

Das erste Heft enthält das von Höhnel übersetzte Logbuch des Pytheas von Massalia, der im 4. Jahrhundert v. Chr., als erster griechischer Navigator und Astronom, mit dem Schiff den Norden Europas bereiste und bis zur Insel Thule kam, dem Ende der Welt. Höhnel selbst folgte den in Pytheas‘ Bericht beschriebenen Reisestationen und berichtet davon in Briefen und Notizen seinem Kollegen Ghjuvan Schiaparelli. Davon handelt das zweite Heft. Hier finden sich aber auch Refexionen über Höhnels tödliche Krankheit sowie Andeutungen über die komplizierte Liebesbeziehung zu Schiaparelli und Höhnels Frau Sofia. Über die Zeiten und die Personen hinweg entstehen leitmotivisch sprachliche und klangliche Entsprechungen, die von einer langsamen Erstarrung von Körper und Seele erzählen.

„Finis Terrae“  Hörspiel von Raoul Schrott und Klaus Buhlert

Mit: Rolf Boysen, Ignaz Kirchner und Werner Wölbern
Musik und Regie: Klaus Buhlert
(Produktion: BR / ORF 1996)

Raoul Schrott, geboren 1965 in Tirol, lebt als Autor und Übersetzer im Vorarlberg. Neben der Veröffentlichung von Gedichten und Romanen hat er sich auch als Essayist und dichterischer Übersetzer (z. B. »Die Ilias des Homer« 2007) einen Namen gemacht. Zuletzt erschien 2015 sein Gedichtband »Die Kunst an nichts zu glauben« und 2016 sein Werk »Die Erste Erde. Epos«.

Klaus Buhlert, geboren 1950, lebt und arbeitet als Komponist, Autor und Regisseur für Theater und Hörspiel in Berlin. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. »Hörspiel des Jahres« 1996 und 2005. Zuletzt erhielt er 2017 für sein akustisches Gesamtwerk mit u. a. umfangreichen Hörspieladaptionen von James Joyces »Ulysses« (SWR 2012), der »Theogonie des Ovid« von Raoul Schrott (SWR 2015) oder Franz Kafkas »Der Prozess« und »Das Schloss« den renommierten »Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik«.

© SWR 2, Hörspiel, 24.6.2018

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