Hörspiel: „Coldhaven“ Von John Burnside

Ein fiktives schottisches Küstendorf namens Coldhaven ist noch immer im Bann des geheimnisvollen Verschwindens von Eilidh Cameron. Ihre Leiche wurde bisher nicht gefunden. Sie war fünfzehn und wurde zuletzt mit dem 17-jährigen Xander Wilson gesehen, mit dem sie in den Marschen spazieren ging. Eine polizeiliche Untersuchung entlastete Xander. Das geschah vor mehr als einem Jahr.

Die Geschichte des Dorfes und des Mädchens erzählt Burnside aus der Perspektive verschiedener Dorfbewohner. Neben Xander, seiner Mutter und seinem Freund Paul sind das der Postbote John, der glaubt, um den Tathergang zu wissen, die ehemalige Stadtbibliothekarin und selbst ernannte Dorfchronistin Agnes sowie eine Stimme, die das Dorfgerede spiegelt: von denjenigen, die von der Schuld Xanders überzeugt sind, und denen, die ihn für unschuldig halten. Alle nehmen aber noch eine weitere Singstimme wahr: Sie ist der Geist von Eilidh. Sie erzählt in ihrem Sprechlied, einem schottischen Volksmärchen folgend, von ihrer befreienden Reise in den Nebel und ihrer Wiedergeburt als Vogel.

 

„´Coldhaven´ fasziniert durch schwebende Ambiguität, sprachliche Präzision und akustische Lebendigkeit. Es ist gleichzeitig ein zupackendes Hörspiel über das Verschwinden zweier junger Menschen in einem fiktiven schottischen Dorf (…) als ein vielschichtiges, dichtes Sprachgewebe, das dem Urgefühl des Mediums Radio nahekommt: dem Gefühl von Unbestimmtheit, Ungewissheit und Unheimlichkeit. Die Geschichte eines Mordes wird zur hautnah erlebten Parabel auf das Gerücht.“ Aus der Jury-Begründung des 67. Hörspielpreises der Kriegsblinden 2018

 

„Die Gesamtproduktion wird von einer poetischen, berührenden Sprache getragen und ist mit der prägnanten Klanggestaltung Klaus Buhlerts auf konzise Weise als ungewöhnliches Hörerlebnis realisiert.“ „Hörspiel des Jahres“  Aus der Jurybegründung

„Coldhaven“ Von John Burnside

Aus dem Englischen von Klaus Buhlert und Bernhard Robben
Mit: Felix Goeser, Corinna Harfouch, Johannes Silberschneider u. a.
Musik und Regie: Klaus Buhlert
(Produktion: SWR 2017)

John Burnside, geboren 1955 in Schottland, ist einer der renommiertesten Dichter und Romanciers der britischen Gegenwartsliteratur. Er erhielt u. a. den Corinne-Literaturpreis für den Roman „Lügen über meinen Vater“ sowie den Petrarca- und den T. S. Eliot-Preis für seine Lyrik. Romane sind u. a. „Helle Sommernächte“ (2011), „Wie alle anderen“ (2016). Für den SWR schreibt er seit 2012 Hörspiele.

© SWR 2, Hörspiel, 13.1.2019

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