Radiohoerers Best of 2021

Hallo zusammen! Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu und eigentlich ist es gerade wie im letzten Jahr. Was für eine seltsame Zeit.
Als Vorbereitung für meine Best-of-Liste, habe ich dieses Jahr alles herausgesucht, was ich gekauft habe, was aber nie als Release Tipp erschienen ist.

Denn es ist unmöglich, das alles als Tipp zu bringen. Natürlich sind meine Release-Tipps und Soundexpeditionen generell als Jahrestipps zu betrachten. Wenn ich mir überlege, was da schon alles weggefallen ist… Gerade der Herbst war eine Flut von Neuveröffentlichungen.
Auch wenn meine Liste auf Bandcamp immer angeschaut und -gehört werden kann, weiß ich aus Erfahrung, dass es die wenigsten wirklich machen.

Vieles, was ich hier an Musik vorstelle, wird kaum oder nie im deutschen Radio gespielt. Peter Brötzmann musste 80 Jahre alt werden, um im Radio gespielt zu werden. Aus diesem und vielen anderen Gründen empfehle ich „Late Junction„. Sehr viel Neues habe ich über diese Sendung entdeckt!

Neugierig sein und bleiben, die Ohren nach allen Seiten offen für Neues. Das ist für mich sehr wichtig!


Meine Nummer 1 (steht seit Anfang des Jahres fest).
William Parker – Migration of Silence Into and Out of The Tone World. 10 CDs und was für ein Werk. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin. Es gab sozusagen, prominente Hilfe. Peter Brötzmann hat in einem Interview so viel über William Parker gesprochen, dass ich neugierig wurde.


William Parker, der frühere Sideman von Cecil Taylor, zeigt eine Unerschrockenheit, Virtuosität am Kontrabass und eine harte Lyrik, die ihn vielleicht am ehesten mit dem verstorbenen Charles Mingus vergleichen lässt.

John Fordham, The Guardian

William Parker ist Improvisator und Komponist. Er spielt Bass, Shakuhachi, Doppelrohrblatt, Tuba, Donson Ngoni und Gembri. Er trat 1971 in die Musikszene ein und wurde schnell zu einem gefragten Bassisten in der New Yorker Musikszene. Er spielte mit vielen Musikern der Avantgarde wie Bill Dixon, Sunny Murray, Charles Tyler, Alan Silva, Frank Wright, Rashid Ali, Donald Ayler, Sonny Simmons, Jeanne Lee, Don Cherry, Cecil Taylor, Jimmy Lyons, Milford Graves und mit Traditionalisten wie Walter Bishop, Sr. und Maxine Sullivan. Das schreibt das Cafe OTO über ihn.

Wer sich als Einstieg nicht gerade 10 CDs kaufen will, dem kann ich eine weitere Veröffentlichung von 2021 wärmstens ans Ohr legen: „Painter’s Winter“ mit Daniel Carter und Hamid Drake. Hier gibt es einen Kosmos zu entdecken und die große Bandbreite William Parkers Musik ist es mehr als wert. Leider zählt er auch zu jenen Musikern, die im deutschen Radio so gut wie nie gespielt werden.


Nummer 2:
Wadada Leo Smith hat dieses Jahr folgendes veröffentlicht:
Sun Beans Of Shimmering Light, A Love Sonnet For Billie Holiday, Sacred Ceremonies, Trumpet.
„The Chicago Symphony“ sind gerade eingetroffen. In wenigen Tagen erscheint „Pacifica Koral Reef“, eine Zusammenarbeit mit Henry Kaiser und die beiden hatten vor vielen, vielen Jahren „Yo Miles“, eine Hommage an Miles, veröffentlicht.
Was für ein Output und was für eine Message: „Kreative Musik“, nennt er seine Musik. Auf Jazz sollte man ihn lieber nicht ansprechen. 😉 Aktuell bin ich von der 4 CD Box „The Chicago Symphony“ mehr als verzaubert. Allein John Lindberg am Bass und Jack DeJohnette am Schlagzeug zu hören, ist einfach wunderbar. Endlich wieder mal ein Schlagzeuger! Jedenfalls steht Wadada Leo Smith für mich über allem! Auch in diesem Jahr. Ein sehr ausführliches Interview aus Anlass seines 80. Geburtstages findet ihr hier.


Nummer 3:
Ich zähle für dieses Jahr allein 12 ! Veröffentlichungen (es sind sicher mehr). Wieder, wie in den Jahren zuvor, betone ich die herausragende Stellung, die die Pianistin und Komponistin Satoko Fujii für mich einnimmt. Diese unscheinbare Frau ist eine Riesin. Egal ob als Solopianistin oder in verschiedenen Gruppen, sie spielt in ihrer eigenen Liga.


Nummer 4:
Zu den Extra-Erwähnungen kommt noch ein Konzertmitschnitt, der mich sehr gefangen genommen hat. Was für eine Energie! Es gibt nicht viele Konzerte, die auch als „Konserve“ funktionieren und dieses zählt definitiv dazu:
Steve Coleman – Live at the Village Vanguard Volume II (MDW NTR).
Viele werden bei der Auswahl meiner Release-Tipps denken, dass ich nur „verschrobenes“ höre, was nicht ganz korrekt ist. Hört euch einfach dieses Konzert an und ihr werdet verstehen, wovon ich spreche.


Zu den anderen ausgewählten Tipps, welche nach dem Alphabet geordnet sind, werde ich nichts weiter schreiben und hoffe dennoch, dass der eine oder andere Interesse zeigt und etwas davon anhört.



Zeitlose Musik und Re-Releases


Musik außerhalb der Zeit. Auch für die Insel geeignet. Dabei fällt mir ein, dass es auf meiner ersten Webseite eine Kategorie gab, welche sich: „Musik für die Insel“ nannte.
Hervorheben möchte ich die – endlich – komplett Veröffentlichung von Charles Mingus – Mingus At Carnegie Hall (Live) in der Deluxe Edition. An diesem Konzert waren noch zusätzlich die Gäste Kirk/Handy/McPherson an den Saxofonen mit dabei. Allein das Feuerwerk was diese 3 hier abbrennen, reicht für ein Konzert für die Ewigkeit.
Dieses Release ist jeden Cent wert!



Klassik und neue Musik


Ich spreche immer wieder davon, dass ich viel Klassik und vor allem neue Musik höre.
Hier nun zum ersten Mal eine kleine Auflistung von Musik, die ich oft gehört habe.


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