Steve Goodman alias Kode9: Virtuelle Teilchen im Nichts

Musik als Virus: Spannende Klangfiktion vom Londoner Elektronikproduzenten und Labelbetreiber Steve Goodman alias Kode9 auf seinem neuen Album „Nothing“

David Foster Wallace schrieb einmal, dass der Vorteil des Telefonierens darin liege, „bilaterale Illusion unilateraler Aufmerksamkeit“ zu erzeugen. Sie mache es möglich, in „den Genuss der ungeteilten Aufmerksamkeit eines Menschen zu kommen, ohne sie erwidern zu müssen“. Videotelefonie „ließ diese Fantasie kollabieren“.

Dass der britische Elektronikproduzent Steve Goodman alias Kode9 das Skype-Interview ohne Bild vorzieht, war nicht anders zu erwarten. Nun ist davon auszugehen, dass es dem Musiker, Autor, DJ, Philosophen und Soundkünstler aus London nicht im Sinne von Wallace darum geht, Aufmerksamkeit unerwidert zu lassen. Vielmehr ist der Punkt mit der Fantasie relevant. Denn bei allem, was der Labelbetreiber von „Hyperdub“ macht, der wichtigsten unabhängigen Plattenfirma für zeitgenössische elektronische Musik, ob er selbst Musik veröffentlicht oder schreibt: Immer geht es Goodman darum, das Offensichtliche zu verbergen. So ist ihm Sound wichtiger als dessen visuelle Verpackung….

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© TAZ, Portrait, PHILIPP RHENSIUS, 18.12.2015

 

 

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