The Artist’s Corner: „Die dunkle Seite des Mundes“ von Albrecht Kunze / Ursendung

„Alles beginnt mit einer Störung. Beginnt damit, dass von einem auf den nächsten Moment, und: ohne dass diese Momente etwas trennt, meine Stimme aus meinem Kopf verschwindet. Mit einem Mal verschwindet und nicht mehr da ist, als hätte sie nie dort existiert.

Als wäre sie nie, durch die in Schwingungen versetzte Luft transportiert, von meinem Kehlkopf aus in meine Ohren gelangt, und von dort tief in mich hinein. Mit einem Mal bin ich allein – bin ich nicht mehr zwischen mir und mich, nicht mehr meine Stimme und ich, sondern bin mit mir allein, und: frage in mich hinein – kann ich, ich ohne meine Stimme sein?“ Albrecht Kunze

In seinen Hörstücken beschäftigt sich der Musiker und Autor Albrecht Kunze mit Erscheinungsformen von Krisen und Konflikten, und stellt dabei das jeweilige Personal in unübersichtliche bis unerklärliche und stets bedrohliche Situationen. Situationen, die es erfordern, innezuhalten, um das Geschehen zu betrachten und, wenn möglich, zu verstehen, will man lebend aus der Sache rauskommen.

„Was, wenn dies eine Verschwörung ist? Wenn diese Störung Teil einer Verschwörung ist, und auf der anderen, der dunklen Seite des Mundes – in meinem Mund oder an seinem Grund oder dahinter oder darunter – wenn dort etwas vor sich geht, das sich nun gegen mich richtet?“

Albrecht Kunze


Die dunkle Seite des Mundes

Text, Musik und Realisation von Albrecht Kunze

Mit Marie Löcker und Karolina Seibold

hr 2021

© HR 2, The Artists Corner, 27.3.2021

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