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„Des Trinkers Freud und Leid“ Alkoholisches in der Musik

„Gott ist den Trinkern nicht gram“, meinte schon der Dichter Dante. Mag Alkohol die beliebteste und folgenreichste unter den Alltagsdrogen sein – das berauschte Glück gibt es nicht umsonst. „Mit der Bildung des Begriffs ‚Wirklichkeit‘ begann die Krise“, schrieb der Dichter Gottfried Benn. 

Mit Harry Lachner

Mit einer kleinen Geste, einer kleinen Berauschung setzt man sein Zeichen, dass man aus dieser Krise heraustreten könnte.Wie schmerzhaft die Wirklichkeit zuweilen sein kann, lehrt dann der nächste Tag – wenn sich die Schleier der Benebelung wieder gelüftet haben. Von jenem schmerzhaften Erwachen erzählen unzählige Songs der Pop-Kultur ebenso eindringlich wie vom Glück der kleinen Alltagsflucht; vielleicht in einer Cocktail Bar, in der das Laster noch Kultur ausstrahlt. Zumindest wenn man als Schriftsteller seine alkoholisierten Abstürze literarisch verbrämen und in den Rang einer Kulturleistung erheben kann: Melancholia, hochprozentig. Nun braucht ein Cocktailtrinker für seine stilvoll in Szene gesetzte Verzweiflungsgeste ein Publikum. Und sei es der Mann hinter der Bar: als unterbezahlter Analytiker. Und wie jeder Analytiker schweigt auch er.

Manuskript

© SWR , Musikpassagen, 1.1.2017

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