Das Filter: Wochenend-Walkman vom 29.4.2017 mit Blanck Mass, Ryuichi Sakamoto und Little Cub
Blanck Mass – World Eater
„World Eater“ ist quasi der Yorkshire Terrier (ein edles Tier!) im Werwolfspelz. Natürlich darf man nichts gegen leichte Anflüge von Prurient oder Nine Inch Nails haben, das wären dann die aggressiven Passagen. Aber die sind eigentlich nur da, um die Angsthasen draußen zu halten. Drinnen wird dann gekuschelt, mit ein bisschen Beissen und Kratzen.
Ryuichi Sakamoto – async
Von außen und mit Abstand ist „async“ einfach eine gute wie ungewöhnliche Platte, die gar nicht so asynchron ist, wie der Titel vermuten lässt. Ein guter Track folgt immer dem Prinzip einer mehrspurigen Autobahn mit besonders viel Aktion auf der Überholspur. Sakamoto adaptiert das lediglich für die Phasen der Entschleunigung und der Asphalt-Regeneration. Musik, die als Soundtrack nicht viel hergibt. Allein das ist schon eine gute Nachricht.
Little Cub – Still Life
Kritisch bis zynisch pflügt sich das Trio durch gesellschaftliche Themen, arbeitet sich gar am Selbstmord des des walisischen Fußball-Nationaltrainers Gary Speed und dem Tod der eigenen Mutter ab. Der Kapitalismus kriegt ordentlich eins drauf, das daily „life of public masturbation“, und – natürlich – auch mit der Liebe ists nicht immer ganz einfach. Und obwohl „Still Life“ sich damit in klassisch, britischer Indie-Pop-Tradition bewegt, mehr oder weniger komplex und breit in den Inhalten, eingängig in den Melodien, ist die Debüt-LP am Ende doch ein ganz entzückendes, sehr gern gehörtes Album.
© Das Filter, 29.4.2017 • SOUNDS – Text: Redaktion