Hörspiel: „Ein paar Dinge, die ich loswerden wollte“ Von Dirk Laucke – Frei nach seinem Roman „Mit sozialistischem Grusz“
Bitterfeld im Jahr 2002 – das kann alles Mögliche sein. Zum Beispiel beschissen, findet Phillip. Seine Mutter ist in den Westen, schlimmer noch, nach Bayern abgehauen. Sein Vater schiebt seitdem den Blues. Und Phillip muss Rindenmulch im Park verteilen (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den Aufschwung Ost). Denn für die Medienhochschule hat es bei ihm trotz Abi nicht gereicht.
Warum also nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Ödnis in ein Kunstprojekt verwandeln? Phillip zeichnet alles auf: die Schimpftiraden der ABM-Leidensgenossen Jutta (alleinerziehende Mutter) und Tilo (Klimaschutzgegner), den verschuldeten Kumpel Ralf (Ex-Klein-Dealer) und natürlich die hübsche Krankenpflegerin Nicole (spröde). Inzwischen wird auch Vater Hermann kreativ. Er schreibt einen Brief an Margot Honecker, von der er sich Hilfe für seinen perspektivlosen Sohn erhofft. Und ausgerechnet der soll den Brief an die ehemalige DDR-Ministerin für Volksbildung zur Post bringen …
Während das „Jahrhunderthochwasser“ droht, einen ganzen Landstrich zu verwüsten, bahnt sich eine mittlere häusliche Katastrophe an. Denn Phillip schickt den Brief nicht ab. Stattdessen lässt er seinem Vater eine eigenwillige Antwort zukommen.
„Ein paar Dinge, die ich loswerden wollte“ Hörspiel von Dirk Laucke – Frei nach seinem Roman „Mit sozialistischem Grusz“
Mit: Sebastian Urzendowsky, Charly Hübner u. a.
Musik: Ira Göbel, Bernhard Raser
Regie: Dirk Laucke
(Produktion: SWR 2017 – Ursendung)
Dirk Laucke, geboren 1982, aufgewachsen in Halle (Saale), studierte Psychologie in Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin. 2004 wurde er als Nachwuchsautor zu den Salzburger Festspielen eingeladen. Auszeichnungen und Preise u. a. Kleist-Förderpreis (2006) und Dramatikerpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft (2010). Im Jahr 2007 wurde Laucke von »Theater Heute« zum Autor des Jahres gewählt. 2007, 2010 und 2015 war Laucke für den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Zahlreiche Hörspiele, darunter »alter ford escort dunkelblau« (MDR 2008), das 2009 bei den Zonser Hörspieltagen als bestes regionales Hörspiel ausgezeichnet wurde. SWR2 produzierte 2016 sein Hörspiel »Karnickel«.