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Release Tipp: Léo Kupper: Complete Electronic & Voices Works 1961-1987 / Sub Rosa

Das Gesamtwerk eines der Pioniere der frühen belgischen Elektronik. Dieses 3CD-Set zeigt Leo Kupper’s früheste einzigartige Kompositionen, die in den 60er bis 90er Jahren entstanden sind, als er eifrig auf der Suche nach Strukturen war, die sich eindeutig auf rein elektronische Klänge anwenden lassen.


Léo Kupper wurde am 16. April 1935 in Nidrum im Hohen Venn (Ostbelgien) geboren. Er studierte Musikwissenschaft am Konservatorium von Lüttich und wurde dann Assistent von Henri Pousseur, der 1958 gerade das Apelac Studio in Brüssel gegründet hatte. Dort begann Kupper mit der Arbeit an seinen ersten Stücken, die er jedoch erst mit der Gründung seines eigenen Studios 1967 fertigstellte: dem Studio de Recherches et de Structurations Electroniques Auditives (Studio für elektronische Audioforschung und -strukturierung“). Dort komponierte er bis heute über vierzig Werke, die meisten davon auf selbst entworfenen Instrumenten.

In den 70er und 80er Jahren baute er eine Reihe von Sound Domes (kurzzeitig in Rom, Linz, Venedig und Avignon), Orte, an denen jedes Geräusch, jeder Laut, der von den Zuhörern geäußert wurde, von Hunderten von Lautsprechern verschiedener Größe, die in einer Kuppelform angeordnet waren, umgewandelt wurde. Dieses Gerät verwandelte Klänge durch Raum UND Zeit: etwas Gesagtes konnte Stunden, Tage, vielleicht Jahre später in einen anderen Klang umgewandelt werden. Leo hatte sich vorgestellt, dass ein Gerät wie seins, ein Ort der Kontemplation, in Städten, in denen die Natur evakuiert worden war, dringend benötigt werden würde. In den späten 70er Jahren entdeckte Kupper den iranischen Musikmeister Hussein Malek und wurde zu einem der wenigen westlichen Virtuosen des Santur. Seine ersten Stücke wurden bei der Deutschen Grammophon und später bei Igloo veröffentlicht. Seine neuesten Werke sind bei dem New Yorker Label Pogus erschienen. © Sub Rosa


Léo Kupper

Die GAME-Maschine.
1961, nach Abschluss seines Studiums der Musikwissenschaft, geht Leo Kupper von Lüttich nach Brüssel. Zu diesem Zeitpunkt hatten Musikforschungszentren wie Köln, Paris und Mailand bereits Werke experimenteller Musik hervorgebracht, in denen Pioniere neue und vielfältige Wege der elektronischen Musik, der „musique concrète“ und der Elektro-Vokalmusik beschritten. Die GAME-Maschine – Générateur Automatique de Musique Electronique (Automatischer Generator für elektronische Musik) – wurde in dieser Zeit und in diesem Geist der Erneuerung und technischen Erkundung gebaut. Der GAME bestand aus einer Sammlung variabler „Klangzellen“, die auf Modulationen positiver und negativer Spannungen ansprachen und mithilfe von farbcodierten Kabeln manuell programmiert werden konnten. Komplexe elektronische Schleifen und Klänge aus Lautsprechern und von Mikrofonen wurden dann entweder von Bandmaschinen aufgenommen oder von Musikern gespielt und interpretiert, die automatische Kanäle öffneten und so automatische Klänge aus den Lautsprechern auslösten. Dieser wiederum drang mithilfe von Mikrofonen in die Maschinen ein und wurde wiedergegeben. Es handelte sich also um eine völlig neue Art und Weise, ein Musikinstrument zu spielen und wie die Werke komponiert und aufgeführt wurden. Seine GAME-Maschine – Générateur Automatique de Musique Electronique (Automatischer Generator für elektronische Musik) wurde in dieser Zeit und dem Geist der Erneuerung und technischen Erforschung gebaut. © Sub Rosa



Die elf langen Kompositionen, die auf „Complete Electronic & Voices Works 1961-1987“ enthalten sind, stellen Kupper’s GAME-System vor und klingen anders als alles andere aus dem concrète/elektroakustischen Kanon. Durch seine innovative Methode hat Kupper nicht nur die menschliche Kontrolle über seine Elektronik, sondern auch das Gefühl, dass die Dinge zufällig geschehen, weil das System sie geschehen lässt. Manchmal klingen die Stücke wie ein Duell zwischen Mensch und Maschine – ein Hin- und Hergerissensein zwischen dem Synthetischen und dem Organischen, das Kupper mit mehreren Schichten stimmlicher Interventionen unterstreicht. © Boomkat

Gerade seine Montagen aus den späten 70er und 80er wo er opernhafte Stimmen, mit Radioaufnahmen und Synthesizer Sounds vermischt, sind seiner Zeit weit voraus. Sie klingen streckenweise verstörend fremd und auch wieder durchlässig, transzendent. Freunde von Pierre Schaeffer, Dick Raaijmakers, Maja Ratkje oder Keith Fullerton Whitman werden seine Kompositionen lieben.
Für mich war das eine spannende Entdeckung und wie er mit Stimmen arbeitet, hat mich fasziniert. Das umfangreiche Booklet mit vielen Hintergrundinformationen ist auch beim Download mit dabei. Sub Rosa’s Reihe “Early Electronic” ist eine spannende und wichtige Reihe.

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