Musiktipps

David Byrne zum 70. Geburtstag: Bedeutet das alles etwa gar nichts? Von Harry Nutt.

Mit einem Tanz in einem übergroßen weißen Anzug und getrieben von einer nervösen Geste, in der er sich fortwährend an den eigenen Kopf schlug, hat David Byrne den bunt-aufregenden 80er Jahren eine rätselhafte Signatur verliehen.

Alles war Pose, mit scheinbarer Bedeutung aufgeladenes Sound-Theater, aber die Rhythmen von Talking Heads, wie die von Byrne und Tina Weymouth 1975 in New York gegründete Band vielsagend hieß (ohne den Artikel The), verliehen dem Ganzen eine beängstigende Dringlichkeit. Ironie und Wahn, wer wollte das schon so genau wissen?



„I’m tense and nervous/Can’t explain“, heißt es in „Psycho Killer“, und angesichts der von dem Stück ausgehenden Beunruhigung wirkte der Filmtitel aus dem Jahr 1984, in dem Byrnes stockende Tanzeinlage zu sehen ist, beinahe wie eine notwendige Entlastung. „Stop Making Sense“ – Lass ab von der Sinnsuche. Oder auch: Brenn einfach das Haus nieder! „Burning Down the House“ war einer der mitreißendsten Dance-Hits der 80er. Wer dabei nicht in Zuckungen versetzt wurde, war für Körperbewegungen zu Musik jeglicher Art für immer verloren.



https://youtu.be/bM9SHDNAbPw

© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 13.5.2022

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