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Heinrich Böll zum Hundertsten: „Herzkammern Kölns“ Von Max Nyffeler // Klaus Huber: Cantiones de circula gyrante

Klaus Huber verbindet in seiner Raummusik Elemente der Totenmesse mit Texten von Hildegard von Bingen und Heinrich Böll. Mit Hildegard kommt, so Huber, „ein produktives, aufbauendes Element zu dem, was Böll als Zerstörung darstellt“. Böll gefiel die „starke Konfrontation“, denn: „so weit von Hildegard entfernt, wie Sie glauben, bin ich gar nicht“.

 

„Versunken, die Stadt …“ mit einem großen Poem „besingt“ Heinrich Böll 1985, kurz vor seinem Tod, die Zerstörung der romanischen Kirchen Kölns, die er als „Herzkammern“ bezeichnete und die im Zweiten Weltkrieg durch massive Bombardements in Schutt und Asche gelegt worden waren.

Klaus Huber hatte Böll nach einem Text für ein groß angelegtes Oratorium gefragt, das er zur Fertigstellung des Wiederaufbaus scheiben sollte. Hubers „Cantiones de circulo gyrante“ sind 1985 für die Kölner Kirche St. Maria im Kapitol – quasi maßgeschneidert – entstanden. Minutiös reagiert der Schweizer Komponist auf die Architektur, verteilt er die Musiker, die Stimmen und Klanggruppen im weitläufigen Raum der Kirche.

Böll zum Hundertsten: Herzkammern Kölns
Von Max Nyffeler

Klaus Huber
Cantiones de circula gyrante, nach Texten von Heinrich Böll und
Hildegard von Bingen für Chor, Soli, Sprecher und 13 Instrumentalisten;
Theophil Maier, Stimme; Les jeunes solistes, Leitung: Rachid Safir

© WDR 3,  Studio Neue Musik, 17.12.2017

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