Doku über Synthesizerpionier Subotnick: „Musik ist die Sache“
Ein Dokumentarfilm porträtiert den US-amerikanischen Synthesizerpionier Morton Subotnick. Er spricht mit Robert Mießner über Gesten als Kommunikation und den Holocaust.
taz: Herr Subotnick, am Ende des Dokumentarfilms „Subotnick – Portrait of an Electronic Music Pioneer“, der heute Weltpremiere in Berlin hat, sagen Sie, dass sie gar nicht wüssten, ob Sie die vollständige Fassung wirklich sehen möchten. Haben Sie es mittlerweile getan?
Morton Subotnick: Ich konnte zumindest 30 Minuten in San Francisco vorab ansehen, und das war gut. Herr Mießner, haben Sie den ganzen Film gesehen? Hoffentlich ist er nicht zu lang?
Im Gegenteil. Man hört und sieht und lernt dabei eine ganze Menge.
Ich sehe ihn heute zum ersten Mal in voller Länge. Danach spiele ich live. Sie müssen wissen, Auftritte machen mich nervös. Ich sage mir immer, das ist das letzte Mal, dass ich mir so was antue. Mein Kollege, der Berliner Produzent Lillevan, richtet mich dann wieder auf.
Mit ihm und Alec Empire haben Sie 2014 das 50. Jubiläum Ihres Albums „Silver Apples oft the Moon“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gefeiert. Das Konzert und das Werk, es war 1966/67 die erste Komposition elektronischer Musik, die ein Majorlabel in Auftrag gegeben hat, tauchen nun auch im Film auf. Ihre Musik ist auf einem geradezu mythischen Instrument entstanden, dem Buchla-Synthesizer, benannt nach seinem Erfinder Don Buchla. Wie kam es dazu?
© TAZ, Kultur, Musik, 3.11.2022