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Hörspiel „Schach“ Von Stefan Zweig nach seinem letzen und bekanntesten Werk „Schnachnovelle“

Ein als Schachspieler dilettierender Ich-Erzähler berichtet von seiner Begegnung mit dem Schach-Weltmeister Mirko Czentovic, den ein Millionär gegen Honorar zu einer Simultanpartie herausfordert. Der primitive und zugleich arrogante Czentovic beherrscht fast automatisch die kalte Logik des königlichen Spiels.

 

Erst das beratende Eingreifen eines österreichischen Emigranten rettet gegen den eiskalt operierenden Weltmeister ein Remis. Dr. B. hatte sich, von der Gestapo inhaftiert, vor nervlicher Zermürbung und geistiger Aushöhlung bewahrt, indem er monatelang eine Sammlung von 150 Meisterpartien blind duchspielte und schließlich gegen sich selbst spielte. Diese Schizophrenie erzeugte bei ihm ein Nervenfieber, das schließlich zu seiner Entlassung führte. Nun spielt er erstmals wieder eine Partie gegen den Weltmeister. Nach einem ersten Sieg verfällt er bei der abverlangten Revanche wieder in jenes Nervenfieber, das damals seinen Zusammenbruch herbeigeführt hatte. Daraufhin entfernt sich Dr. B., um nie wieder ein Schachbrett zu berühren.

„Schach“ Von Stefan Zweig nach seinem letzen und bekanntesten Werk „Schnachnovelle“

  • Gert Westphal
  • Aenne Bruck
  • Rudolf Koch-Riehl
  • Wolfgang Engels
  • Alexander Golling
  • Paul Hoffmann

Regie: Ludwig Cremer
Produktion: RB 1952

Stefan Zweig, geboren 1881 in Wien, verfasste schon während seiner Gymnasialzeit Gedichte, nahm dann in Wien das Studium der Literaturgeschichte auf und begann zu reisen – durch Europa ebenso wie nach Tunesien oder Mexiko. Als Übersetzer des Franzosen Romain Rolland oder des Belgiers Emile Verhaeren machte er sich ebenso einen Namen wie durch seine eigenen Werke. Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung ließen Zweig schließlich nach Brasilien emigrieren. Unter dem Eindruck deutscher Kriegserfolge und erschöpft von unfreiwilliger Migration sowie dem Verlust seiner – vor allem auch geistigen – Heimat Europa nahm sich der Sechzigjährige zusammen mit seiner Frau Lotte am 23. Februar 1942 das Leben.

© Bremen 2, Hörspiel, 4.2.2018

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