„Der Mann in der Menge“ Hörspiel von Rainer Römer
Sex, Gewalt, Verführung, Flucht: Die Wirklichkeits- und Möglichkeitsräume der Großstadt spiegeln Texte von Poe und Baudelaire – hier in ein popmusikalisches Setting übertragen./
Das heute auf dem Programm stehende musikalische Werk steht in der Tradition von „Komponisten und Musiker als Hörspielmacher“. Es basiert auf zwei Texten, die in Deutsch und Englisch vorgetragen werden und deren Inhalt wir deshalb kurz zusammenfassen:
1840 schrieb der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe eine Erzählung, in der ein anonymer Ich-Erzähler im Café sitzt, durch dessen Fensterfront dem vom Gaslicht beschienenen Stadttreiben auf den Straßen Londons zuschaut und vor sich hinträumt. – Ein auch in heutigen Zeiten durchaus bekanntes Motiv im Großstadtleben, das wohl allen Geschlechtern nicht fremd sein dürfte, –
Plötzlich erblickt dieser Erzähler einen geheimnisvollen Mann in der Menge. Er fühlt sich zu ihm hingezogen, verlässt das Café und folgt ihm bis morgens durch von Luxus wie Armut geprägten Straßen Londons. Er will hinter diese rätselhafte Ausstrahlung kommen, seine wahre Geschichte ergründen, die zu Phantasien verführt. Überdies ist nicht entscheidbar, ob diese Erscheinung eines Mannes in der Menge, diesen „Man in the Crowd“ ein Verbrechen antreibt oder gar ein Liebesschwur, denn unter seinem Gewand verbirgt er etwas, das ein Doch wie auch ein großer Diamant sein könnte.
„Der Mann in der Menge“ Hörspiel von Rainer Römer
Unter Verwendung von Edgar Allan Poes Erzählung „The Man in the Crowd“
Aus dem Englischen von Hans Wollschläger
und Charles Baudelaires Gedicht „A une passante“
Aus dem Französischen von Friedhelm Kemp und ins Englische übertragen von Robert Argrich
Mit: Sylvester Groth, Graham Valentine, Antonia Rug (Gesang) u. a.
Komposition und Regie: Rainer Römer
Produktion: SWR 2016 in Kooperation mit der Popakademie Baden-Württemberg
© SWR Kultur, Ohne Limit, 26.6.2024