Radiotipps

Die Radiotipps für den 15.3.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

„Wütend, visionär, verkannt“ Eine Lange Nacht über das Rätsel Marlen Haushofer
Von Elke Pressler Regie: die Autorin. (Wdh. v. 16./17.10.2021)

Mit ihrem Roman „Die Wand“ hat Marlen Haushofer 1963 ein ganz eigenes, prophetisches Werk geschaffen. Mit ihm erweist sie sich als eine brillante Analytikerin einer Weltgesellschaft, die bis heute ihr selbstzerstörerisches Tun nicht begreift – eine erstaunliche Leistung für eine sogenannte „Hausfrauen-Literatin“, der es zu Lebzeiten nicht gelang, ein „selbstermächtigtes Leben“ zu führen. Dass die österreichische Außenseiter-Schriftstellerin Marlen Haushofer (1920-1970), die so gern dazugehören und anerkannt werden wollte, außer ihrem „Klassiker“ noch einiges mehr zu bieten hat, ist kaum bekannt. Dabei sind soziale Isolation, fragwürdige Rollenzuschreibungen und existentielles „Social Distancing“ moderne Themen. Dem Rausch des Vergessens nach dem Nationalsozialismus setzte sie gallig-entlarvende Texte entgegen. Ihre Beschwörung des Alleinseins entfaltet sie in einer Sprache, die einfach, fast einfältig scheint, aber einen eigenen, unentrinnbaren Sog besitzt.


9:04 Uhr SWR Kultur Musikstunde

Singer-Songwriter: Stimmig – Neue Klänge vom ältesten Instrument der Menschheit
Mit Moritz Chelius


15:05 Uhr Ö1 Apropos Klassik

„In memoriam Sofia Gubaidulina“ Die Grande Dame der zeitgenössischen Komposition im Portrait
Eine der bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit ist nicht mehr: Sofia Gubaidulina, die Grande Dame unter den zeitgenössischen Komponistinnen, ist am 13. März im Alter von 93 Jahren verstorben. Für sie war Musik, „die bedeutendste Form des Widerstandes der Menschheit gegen den geistigen Verfall überhaupt. Musikalische Tätigkeit ist enorm wichtig und heilend für die Welt“. Gubaidulinas Werke sind geprägt von einer verinnerlichten Spiritualität. Ihr war die Kunst eine Gegenwelt, der eine beinahe religiöse Funktion zukommt, die innere Einkehr, ein in sich Hineinhören ermöglicht. In ihrer Musik verbinden sich mystisches Gedankengut, östliche Philosophien und eine tief empfundene Religiosität. „Ob ich modern bin oder nicht, ist mir gleichgültig. Wichtig ist mir die innere Wahrheit meiner Musik“, so Gubaidulina.
Sie studierte in der Hauptstadt der Tatarischen Republik Kasan Klavier und Komposition und danach in Moskau bei einem Assistenten von Dmitri Schostakowitsch. Da die Ästhetik ihrer Werke nicht den Vorstellungen des Sowjet-Regimes entsprach, war die Komponistin massiven Verboten durch die Behörden ausgesetzt. Doch trotz aller Schwierigkeiten und keiner Aussicht auf die Aufführung ihrer Kompositionen in ihrer Heimat blieb sie im Land und verdiente ab den 1960er Jahren als freischaffende Komponistin vor allem mit Filmmusik ihren Lebensunterhalt. Schostakowitsch ermutigte sie einst, ihren Weg beharrlich trotz aller Widrigkeiten weiterzugehen. Dies tat sie und erst spät, mit Beginn der 1980er Jahre, wurden ihre Kompositionen außerhalb Russlands mehr und mehr gespielt. Große Unterstützung erfuhr sie durch Freunde wie etwa den umtriebigen lettischen Geiger Gidon Kremer. 1992 emigrierte sie schließlich nach Deutschland in die Nähe von Hamburg, wo sie bis zu ihrem Tod in einem kleinen Haus lebte – und beständig arbeitete.


16:05 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk

Gast: Nina Hagen, Sängerin
Richtig ruhig wird es um Nina Hagen nie werden, dafür ist die Punksängerin und bekennende Christin viel zu quirlig und laut. Zu ihrem 70. Geburtstag am 11. März 2025 wiederholen wir ein Gespräch aus dem Jahr 2010.


17:05 Uhr Bayern 2 Der politische Podcast „Aus Politik und Gesellschaft

Die Entscheidung. Politik, die uns bis heute prägt
(2/4) Ist das Bürgergeld ungerecht? Die SPD und ihr Trauma
17.30 Bayern 2 Breitengrad ARD Auslandsreportage
Fünf Jahre Corona: Wie die Bergamo-Apokalypse Italien verändert hat
Von Lisa Weiß und Verena Schälter


18:00 Uhr radio 3 Orte und Worte

Mit Daniel Glattauer „In Einem Zug“
Eduard Brünhofer, gefeierter Autor von Liebesromanen, aktuell aber in einer Schreibkrise, sitzt im Zug – er fährt von Wien nach München und soll ein neues Projekt vorstellen. Mit im Abteil sitzt die Therapeutin Catrin Meyr, die ihm ein Gespräch über die Liebe abringt, auf das er zunächst keine Lust hat.


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Nutztiere“ Renate, Beatrix und Sau 6614. Von Christiane Seiler Regie: die Autorin
Ton: Alexander Brennecke Deutschlandfunk Kultur 2023
94 Prozent aller Säugetiere auf der Welt sind Nutztiere. Drei davon stehen im Mittelpunkt dieses Features: eine Hochleistungskuh, eine Freilandziege und eine Zuchtsau. Wie schauen wir heute auf eine jahrtausendealte Praxis?


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

Bizarrer Humor – Die französische Formation Pulcinella. Von Hans-Jürgen Schaal
Sie machen eine Musik voller Gegensätze, mischen Jazz mit Musette, Balkan-Rhythmen mit Funk, begleiten auch Theater- oder Tanz-Performances – immer mitreißend musikantisch und häufig in atemlosem Tempo. Ein Akkordeon ist mit dabei und manchmal eine nostalgische Elektroorgel. Das Quartett Pulcinella aus Toulouse hat bereits mehr als 600 Konzerte gespielt, auf Bühnen von Kolumbien bis Vietnam, vom Senegal bis Indien. Der Witz ihrer abrupten Stilwechsel und karikaturhaften Übertreibungen wird offenbar rund um den Globus verstanden.


19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Playback

Dieter Meier von Yello legt seine Lieblingsplatten auf. Mit Ralf Summer
Am 4. März hatte Dieter Meier einen runden Geburtstag, an diesem Tag ist er 80 Jahre alt geworden. Seit Jahrzehnten ist Meier Kopf der Band „Yello“, der vermutlich bekanntesten Pop-Band aus der Schweiz.
Meier ist Sänger und Texter bei Yello und zudem für die Produktion der Musikvideos zuständig. Einer der kommerziell erfolgreichsten Songs von Yello ist „The Race“. Er wurde 1988 bis 1990 als Titelmelodie der Musiksendung Formel Eins verwendet.
Dieter Meier begann ein Jurastudium, brach es aber ab. Anschließend arbeitete er in einer Bank und danach als Berufspokerspieler. 2008 kam er zu uns in den Zündfunk und hat uns die Musik vorgespielt, die ihn geprägt hat und die er immer noch toll findet. Darunter Welthits von Michal Jackson, Bob Dylan, Bob Marley und Miles Davis. Aus Anlass seines runden Geburtstages wiederholen wir diese besondere Sendung mit Ralf Summer aus dem Jahr 2008.


20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel

„1001 Nacht“ Nach der Neuübersetzung von Claudia Ott
Auswahl der Geschichten: Safiye Can

Hörspielbearbeitung und Storytelling: Judith Lorentz und Roxana Samadi
Besetzung: Kathi Bonjour
Regieassistenz: Vanessa Gräfingholt und Delia Lang
Expertin für Arabisch: Heba Tebakhi
Übersetzung und philologische Beratung: Claudia Ott
Copyright der Übersetzung: Verlag C. H. Beck
Redaktionelle Mitarbeit: Matthias Karow
Komposition und Musik: Philipp Johann Thimm
Weitere Musik: Roshanak Rafani (Daf, Tombak und Bendir), Nabil Arbaain (Oud) und Rosaceae
Ton: Andreas Stoffels und Susanne Beyer, sowie Alexander Brennecke, Frank Klein und Christoph Richter
Regie: Judith Lorentz Dramaturgie: Sabine Küchler und Julia Tieke Deutschlandfunk 2025
Nacht für Nacht erzählt Schahrasad ihre fesselnden Geschichten: Auf dem Markt bietet ein Träger einer Frau an, ihre exzessiven Einkäufe nach Hause zu bringen. Sie lebt dort mit ihren beiden Schwestern, und der Träger darf bleiben …


21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme

Pēteris Vasks: Konzert für Violine und Streichorchester Nr. 2 „Im Abendlicht“
Camerata Bern; Antje Weithaas, Violine und Leitung
Als „Abschiedsmetapher“ komponierte Pēteris Vasks 2020 sein zweites Violinkonzert „Im Abendlicht“. Für den Komponisten gehört zum Blick in den Abgrund aber immer auch der gen Himmel, wo er als religiöser Mensch Hoffnung findet.


22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert

Hugh Coltman mit Band beim Radiokonzert im Sendesaal
Mitschnitt vom 5. Februar 2025, Sendesaal Bremen


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

„Weitläufige Klanganalysen“ Der niederländische Komponist Peter Adriaansz. Von Yvonne Petitpierre
Musik sei für ihn ein Medium, in dem tiefste existentielle Fragen erforscht werden können, wobei sich jede Generation diesen Fragen immer wieder neu stellen muss. Peter Adriaansz, Jahrgang 1966, einstmals Schüler von Louis Andriessen und Brian Ferneyhough, ist ein musikalischer Einzelgänger. Seine teilweise monumentalen Arbeiten reflektieren das Zusammenwirken von Mensch und Gesellschaft. In seinem Komponieren fokussiert sich der Niederländer auf individuelle musikalische Wahrnehmungen, mikrotonale Klangräume und den Ver- und Fortlauf der Zeit.


23:00 Uhr HR 2 The Artists Corner

„Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“
Elektronische Musik aus Studios in aller Welt vorgestellt von Karlheinz Stockhausen
Teil 10/13 – Studios in Eindhoven, Utrecht und Helsinki


23:03 – 02:00 SWR Kultur Ohne Limit

„Was kostet den Kopf? Eine Ringschaltung“ Hörstück von FM Einheit und Siegfried Zielinski
Musik und Regie: FM Einheit (Produktion: SWR 2023)
anschließend ca. 0.10 Uhr: „FM Einheit macht den DJ für seine Musik – After Show Party 2024“


23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst

The Brutalist Iain Chambers: ‘Ivry-sur-Seine’
In den 1960er Jahren hat das Architektenpaar Renée Gailhoustet & Jean Renaudie in Ivry-sur-Seine, einem Vorort südlich von Paris, neuen Wohnraum im damals hochmodernen Stil des Brutalismus entworfen. Sichtbeton und simple geometrische Formen prägen bis heute das Stadtbild. 2021 bekam Iain Chambers für sein Amalgam aus Architekturgeschichte und musique concrète den Prix Palma Ars Acustica verliehen


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

„Wütend, visionär, verkannt“ Eine Lange Nacht über das Rätsel Marlen Haushofer
Von Elke Pressler Regie: die Autorin (Wdh. v. 16./17.10.2021)

Mit ihrem Roman „Die Wand“ hat Marlen Haushofer 1963 ein ganz eigenes, prophetisches Werk geschaffen. Mit ihm erweist sie sich als eine brillante Analytikerin einer Weltgesellschaft, die bis heute ihr selbstzerstörerisches Tun nicht begreift – eine erstaunliche Leistung für eine sogenannte „Hausfrauen-Literatin“, der es zu Lebzeiten nicht gelang, ein „selbstermächtigtes Leben“ zu führen. Dass die österreichische Außenseiter-Schriftstellerin Marlen Haushofer (1920-1970), die so gern dazugehören und anerkannt werden wollte, außer ihrem „Klassiker“ noch einiges mehr zu bieten hat, ist kaum bekannt. Dabei sind soziale Isolation, fragwürdige Rollenzuschreibungen und existentielles „Social Distancing“ moderne Themen. Dem Rausch des Vergessens nach dem Nationalsozialismus setzte sie gallig-entlarvende Texte entgegen. Ihre Beschwörung des Alleinseins entfaltet sie in einer Sprache, die einfach, fast einfältig scheint, aber einen eigenen, unentrinnbaren Sog besitzt.


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