Die Radiotipps für den 1.6.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
0:03 Uhr ARD Jazz. Die Nacht
Best of Elbjazz – Das internationale Jazzfestival im Hamburger Hafen. Von Thomas Haak
2025 hat Elbjazz Pause. Die Jazznacht vom NDR überbrückt die Lücke mit einem Rückblick. Entstanden ist das Festival aus der kühnen Vision von zwei Jazzliebhaberinnen, die 2010 Realität wurde: Auf 15 Bühnen gab es 45 Konzerte von Newcomern und Legenden – inmitten eines heimlichen Stars namens Hamburger Hafen, wo seitdem die gesamte Bandbreite des Jazz erlebbar ist. Elbjazz hat vieles durchlebt: Wetterkapriolen, eine Pandemie und programmatischen Wandel. Thomas Haak lässt dessen Geschichte Revue passieren – u. a. mit Aufnahmen von John McLaughlin, Gregory Porter und Dianne Reeves.
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Andreas Schaerer über „Anthem For No Man’s Land“
Vokalist Andreas Schaerer im Interview; US-Saxofonist Avram Fefer und sein Quartett beim Jazzfestival Leibnitz 2024.
13:00 Uhr HR 2 Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen
Auf Flügeln des Gesanges – Dietrich Fischer-Dieskau zum 100. Geburtstag
Ob in Oper, Oratorium, Konzert oder Lied: Als Sänger setzte Dietrich Fischer-Dieskau Maßstäbe und schuf eine besondere Einheit von Text und Musik. In seinen über 400 Schallplatten-Einspielungen gibt es kaum einen Komponisten, von dem er nichts gesungen hätte.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Die Filmeditorin Bettina Böhler im Gespräch mit Maja Ellmenreich
„Die Montage bringt den Film erst zum Leben“, sagt Bettina Böhler. Im Schneideraum denkt sie sich in die Figuren ein und verwebt das Material zu Geschichten. Als Editorin arbeitet sie mit Regiegrößen wie Christian Petzold und Margarethe von Trotta.
14:00 Uhr radio 3 Claudio Abbado
„Rückzug ist gleich Anfang“ Die große Spätzeit des Claudio Abbado in Berlin
Kaum hatte er 1998 angekündet, seinen Berliner Vertrag nicht über 2002 hinaus zu verlängern, wurde Claudio Abbado schwer krank. Die künstlerisch stärkste Phase seiner Zusammenarbeit in Berlin begann dennoch. Wie ist das nur möglich?! Gerade in der Krisis vollendete sich die Mission dieses Zweiflers. Eine Spätzeit zum Bestaunen.
14:04 Uhr SWR Kultur lesenswert Feature
„Hiersein ist herrlich“ – Rilkes Duineser Elegien. Von Norbert Hummelt
Im Januar 1912 hatte der Dichter im Park des Schlosses ein rätselhaftes Naturerlebnis: er hatte sich an einen starken alten Baum gelehnt und dabei das immer drängendere Gefühl gehabt, als sei eine Energie da, die ihn hinüber auf die andere Seite zöge – in den anderen, ans hiesige Leben angrenzenden Bereich.
15:04 Uhr SWR Kultur Thema Musik
„Wie schwarze Frauen die Klassikszene Chicagos prägten“. Von Elisabeth von Kalnein
In den 1920ern und 30ern hatte Chicago eine blühende schwarze Klassikszene. Deren Schlüsselfiguren waren weiblich: Nora Holt, Estella Bonds, Maude Roberts George, Florence Price. In einer Stadt, in der immer wieder Rassenunruhen tobten, musizierten und komponierten sie, gründeten Vereinigungen wie die „National Association of Negro Musicians“ und vergaben Stipendien. Musik war für sie auch ein Mittel zu feministischem und schwarzem Empowerment.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Durch die Blume hören – Sounds auf Pflanzenbasis. Von Julian Kämper
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Mutter Kneißl“ von Fritz Meingast
Komposition: Georg Schwenk Regie: Wolf Euba BR 1976
Im Februar 1902 wurde in München der Räuber Mathias Kneißl guillotiniert. Seine Mutter, eine handfeste Matrone der bayerischen Unterwelt, der einzige Mensch, auf den er am Ende seines Außenseiterlebens noch zählen konnte, kaufte den Behörden um sechzig Mark seinen Leichnam ab, um ihn „anständig beerdigen“ zu können.
16:00 Uhr radio 3 Das Berlin Hörspiel
„Nur fliegend!“ Von Maja Das Gupta
Regie: Alfred Behrens Produktion: rbb 2013
Zwei Frauen erobern Anfang des 20. Jahrhunderts die Lüfte: Melli Beese – erste Deutsche Pilotin – und Marga von Etzdorf – erste Langstreckenfliegerin. Von tollkühnen Berlinerinnen auf männlichem Terrain und der Kunst zu fliegen.
17:00 Uhr ByteFM Was ist Musik mit Klaus Walter
Wie das Sterben so spielt. R.I.P. Klaus Ronneberger, David Thomas, Carl Hegemann.
Von Jazz verstehe ich so gut wie nichts. Das bisschen, das ich glaube zu verstehen, verdanke ich meinem Freund Klaus Ronneberger. Er hat mir zum ersten Mal „Max Roach’s Freedom Now Suite“ vorgespielt (nicht ohne Abbey Lincoln). Außerdem war er ein super Koch und Gastgeber, der immer viel zu lange in der Küche stand, um viel zu viel für seine Freundinnen und Freunde zu kochen, sodass er oft noch Leute für den nächsten Abend einladen musste, um die Reste zu essen. Danke Klaus! R.I.P. Was er sonst noch gemacht hat? Steht im viel zu kurzen Nachruf der taz. Heute in Was ist Musik werden Freundinnen und Wegbegleiterinnen an Klaus Ronneberger erinnern und Songs spielen, die sie mit ihm verbinden. Und wie das Sterben so spielt, stirbt Klaus mit 74 am selben Tag wie David Thomas mit 71, grumpy productive old men united. Nach dem Essen legte Klaus gerne mal Pere Ubu auf, laut. Gute Gründe dafür stehen hier. Und wie das Sterben so spielt, stirbt ein paar Tage später auch noch Carl Hegemann, not so grumpy, mit 76. In einem anderen Leben sang er gern „Rote Lippen soll man küssen“ zur akustischen Gitarre, laut. Wichtigeres zu Carl steht hier. Worte und Musik für Klaus, David & Carl von Imran Ayata, Jochen Becker, Jesko Bender, Sabine Bitter, Manuela Bojadžijev, Myriam Brüger, Jeff Derksen, Simone Güllich, Alex Karschnia, Christoph Kind, Dirk Kretschmer, Lutz Mastmeyer, Nicolette Naumann, Georg Schöllhammer, Helmut Weber.
17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial
„Der Schlagzeuger Jay Bellerose im Porträt“ Die perkussive Vielschichtigkeit des Jay Bellerose
Jay Bellerose ist ein unauffälliger, ruhiger Mann mit einem besonderen Tick: Er testet alle Objekte, die ihm in die Hände kommen auf ihren Klang. Egal ob es raschelt, scheppert oder quietscht: Jay Bellerose prägt sich jeden Sound ein, vielleicht könnte dieser spezifische Klang ja einmal auf eine Aufnahme passen. Von Allen Toussaint über Madeleine Peyroux, Diana Krall bis hin zum ehemaligen Led Zeppelin-Frontman Robert Plant und dem Soulsänger Solomon Burke haben ihn schon zahllose Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Genres für ihre Studiosessions gebucht. Einer der Gründe dafür ist sein Einfallsreichtum in Sachen Orchestrierung und Dynamik seiner Schlagzeugparts: Er bindet sich Rasseln an die Fußgelenke, hält in einer Hand zugleich ein Tambourin und einen Drumstick und hat noch viele weitere Tricks parat, um für das jeweilige Stück den perfekten Groove zu kreieren. Dabei agiert er reduziert und aufmerksam und hat mit seiner Arbeitsweise bei hunderten Aufnahmesessions zum Erfolg vieler Songs beigetragen. Jay Bellerose stammt aus dem U.S.-Bundesstaat Maine, hat die Rhythmen von New Orleans und die Dynamiken des Jazz inhaliert und fusioniert diese Elemente zu seinem eigenen, unverkennbaren Stil. Die Spielräume Spezial präsentieren einige Stücke mit diesem prägenden Musiker der zweiten Reihe, die von Groove-Improvisationen bis zu filigranen Folk-Balladen reichen.
18:00 Uhr HR 2 Feature
Unsere Muskeln – Kraftpakete für ein gesundes Leben. Von Markus Schwandner
Faszination Puzzle – Spielend Gedächtnis und Geduld trainieren. Von Sebastian Felser.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel Zum 150. Todestag von Eduard Mörike am 04.06.2025
„Liebe, Wahn und betrogenes Gefühl“ Nach Episoden aus Eduard Mörikes Roman „Maler Nolten“
Von Heinz von Cramer
Musik: Martin Bieber Hörspielbearbeitung: Heinz von Cramer (Produktion: SWR 2007)
Eduard Mörikes „Maler Nolten“, zugleich Bildungs- wie psychologischer und mystischer Roman, zeigt die für Mörike typische Verknüpfung von Idylle und Abgrund. Heinz von Cramer nutzt Mörikes Hauptfiguren, Handlungsschwerpunkte und vor allem dessen Sprache, um das Motiv des Wahnsinns zu untersuchen. Ein Wahnsinn, der zur durchaus realen Vernichtung des Menschen durch die zerstörerische Kraft eines Sinnverlustes führt. Die Verkehrung von Wahrheit in Trug und umgekehrt, die verhängnisvollen Masken- und Rollenwechsel, die Verwechslung von Schein und Wirklichkeit: All das treibt die Figuren in ihr wechselhaftes Schicksal.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
Eugénie Grandet (1/3) Nach Honoré de Balzac
Übersetzung aus dem Französischen: Mira Koffka
Bearbeitung: Helmut Peschina Regie: Marguerite Gateau
Komposition: Christian Zanési Ton: Jean-Boris Szymczak DKultur 2015
Balzacs Klassiker porträtiert eine tragische Heldin der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Aus dem Würgegriff väterlicher Habgier und den sozialen Konventionen ihrer Zeit gibt es kein Entkommen.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Robben Ford
hr-Bigband feat. Robben Ford cond. by Ed Partyka, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Frankfurt, Februar 2025, Teil 2.
19:45 Uhr Ö1 Konzert
„Jazz von Nah und Fern“ Highlights des Kaleidophon Ulrichsberg 2025
Ende April fand im oberösterreichischen Ulrichsberg die mittlerweile 39. Ausgabe des Festivals Kaleidophon statt. Im zweiten Jahr der künstlerischen Leitung des Gitarristen Julius Winter waren zehn Ensembles aus den Bereichen Jazz und improvisierte Musik zu erleben. Ö1 Supernova präsentiert die Konzerte des Quartetts Tihozitje, des Trios Jeb Bishop, Matthias Müller und Matthias Muche sowie des Trio Now!.
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Paula Bühler
Genre-resistent für immer!
Viele, viele neue Alben, die sich nicht in Schubladen stecken lassen. Da wir Musikjournalist*innen sind, versuchen wir es trotzdem! Diese Woche freuen wir uns über das vielschichtige, zweite Album von Obongjayar, versinken mit Matt Berninger auf seinem neuen Soloalbum „Get Sunk“ in tiefen melancholischen Gewässern und holen mit dem neuen Album von Garbage für einen kurzen Augenblick die 90er zurück. Weitere Neuveröffentlichungen kommen dieses Mal u.a. von Caroline, Neuzeitliche Bodenbeläge, Foxwarren und Kathryn Joseph.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Kinder am Limit“ Wege aus der Armut
Von Christiane Seiler SWR 2024
Wenn von Kinderarmut die Rede ist, geht es meistens um Zahlen und Statistiken. Im Radiofeature erzählen Kinder und ihre Eltern selbst aus ihren Leben. Armut hat mit Mangel an Sicherheit, mit fehlenden Bildungs- und Entwicklungschancen, mit Behinderung zu tun. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Leben der Betroffenen.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Tagelang in Benidorm“ Von Lionel Quantin
Ton und Regie: der Autor SWR 2024
Die Costa Blanca im Osten Spaniens gilt als Inbegriff des billigen Massentourismus. Der Autor dieses Features weiß mehr. Er spricht mit Deutschen, die hier dauerhaft leben. Und er erinnert sich an das Urlaubsparadies seiner Kindheit.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
Von Glühlampen und Geräuschen – Michael Vorfelds Klanguniversum. Von Nina Polaschegg
Wenn Michael Vorfeld improvisiert, erlebt man einen quirligen, stets mit dem ganzen Körper vibrierenden, gestikulierenden, Impulse setzenden Musiker. Es sind keine der typischen, oft stereotypen Posen. Er ist ganz eins mit seinem wohl ausgewählten Instrumentarium. Wer triggert hier wen, mag man sich manchmal fragen? Reaktionsschnell und pointiert sind seine Aktionen, ob im flächigen oder impulsiven Spiel. Dynamisch agil, exakt austariert. Und dann gibt es noch den Glühlampenspieler. Ruhig und klar setzt er Aktionen. Schaltet ein und aus, bringt Farben und Formen zum Leuchten und Klingen.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Kleines Thomas-Mann-ABC“ Von Aschenbach bis Zeitblom. Von Joachim Scholl
Eine kleine Revue der wichtigsten Figuren aus dem Prosa-Universum des Thomas Mann.
Thomas Manns Romanfiguren bevölkern das kollektive Gedächtnis nicht nur der literarischen Welt: Jede Erwähnung eines Sanatoriums in den Alpen ruft die Gestalt des gar nicht kranken Hans Castorp herauf. Die Mitglieder der weit verzweigten Buddenbrooks-Familie sind vielen bekannt, ebenso Felix Krull und Tonio Kröger. Thomas Mann nannte sie „seine Kinder“. Zum 150. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers am 6. Juni stellt Joachim Scholl einige der prominenten Kinder in alphabetischer Reihenfolge vor.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
Popcast – Neue Musik aus Deutschland. Mit Angie Portmann
Rock, Pop, Hip-Hop, Electro: jeder Monat beginnt mit einem Schlaglicht auf die Studios und Clubs zwischen Kiel und Weilheim. Der Zündfunk und das Goethe-Institut präsentieren gemeinsam Neues abseits der Charts. Qualitäts-Pop made in Germany.
23:03 SWR Kultur Essay
Hans Castorp, Herr Mann & ich – Eine Seelenzergliederung. Von Oliver Martin
Eigentlich mochte unser Autor den großen Schriftsteller Thomas Mann nie besonders. Altbacken, langweilig, unlesbar, so sein vernichtendes Urteil. Mit 30 liest er dann doch den „Zauberberg“ – und verliebt sich in dessen Protagonisten, Hans Castorp. Sieben Jahre später erweckt die erneute Lektüre des Romans die Gespenster seiner Vergangenheit. „Seid still! Ich bin sehr scharf im Kopf heute“, wirft er ihnen Hans Castorps Worte entgegen – denn er denkt nach: über die Liebe, Homosexualität und Scham, Krankheit, Tod und Segelohren.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Die Erschöpfung der Welt – Tzimtzum von Sarah Nemtsov II. Mit Karl Ludwig
In ihrem Werkzyklus Tzimtzum wandelt Sarah Nemtsov auf den Spuren der Kabbala. In Ihrem Werkzyklus für Ensemble Nikel und Orchester sucht sie nach den Rissen im Universum.