Die Radiotipps für den 2.6.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
17:00 Uhr ByteFM Kaleidoskop mit Alice Peters-Burns
Von den blauen Bergen kommen wir…
Gründlich durchgelüftet und doch drückt die Stimmung? Es hilft ja alles nichts – hinaus geht es in und auf die Berge in dieser Ausgabe. Dort, in Relation zur uralten, mächtigen Natur, werden die Gedanken vielleicht leichter oder bestenfalls sogar abgespeckt und konstruktiver. Ähnlich schritt auch Robert Forster zur Tat für sein aktuelles Album “Strawberries” (Tapete), voller neuem Material nach Wiederauflagen seiner Soloalben und dem dritten Teil des Boxsets “G Stands For Go-Betweens”. Sein letztes Werk war seiner Frau und ihrem Kampf mit Krankheit gewidmet – unerwartet persönlich für Robert Forster, der als einer der großen Beobachter und Geschichtenerzähler des Indiepops gilt. Auf “Strawberries” gibt es winzige Einblicke in den unaufgeregten Alltag, aber den Forster’schen, größtenteils dann noch mal projiziert auf fiktive Personen. Eine elegante Lösung, die sich ganz natürlich entwickelte. “That was a place I could go to”, stellte Robert Forster fest. Für uns, vor den Lautsprechern, werden hoffentlich auch Plätze geschaffen durch Musik, an denen wir wieder klar denken und atmen können.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Tuba-Trio-Magie von Daniel Herskedal & mehr Musik grenzenlos
Die Tuba, das ist doch dieses gemütliche Humpa-Humpa-Dings, oder? Ein bisschen krachledern, ein bissel monoton?
19:30 Uhr Ö1 On Stage
Mira Lobes „Das kleine Ich-bin-ich“ für Stimme und Drehleier
Uraufführung von Natasa Mirkovic und Matthias Loibners Bearbeitung von „Das kleine Ich-bin-ich“ im Wiener RadioKulturhaus
Natasa Mirkovic und Matthias Loibner betrachten die Geschichte aus ihrer Perspektive, verbinden sie mit elementaren existenziellen Themen wie dem Verlassen der eigenen Heimat (Blumenwiese), dem Dazugehörenwollen und Abgewiesenwerden. Die Drehleier darf – dem kleinen Ich-bin-Ich ähnlich – als schwer zuordenbares, stilistisch entgrenztes Saiten-, Streich-, Tasten- und Zupfinstrument für die klangliche Grundierung sorgen. Natasa Mirkovic gibt mit nuancenreicher, plastischer Singstimme die Erzählerin.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Künstliche Intelligenz“ Alles außer Kontrolle? Von Anna Loll
Die “KI-Verordnung” der EU wird im Juni ein Jahr alt. Sie soll Bürgerrechte schützen. Kritiker bezweifeln das.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert
„Jazzfest Berlin 2024“ Haus der Berliner Festspiele
Trio Tapestry:
Joe Lovano, Saxofon
Marilyn Crispell, Klavier
Carmen Castaldi, Schlagzeug und Klavier
Aufzeichnung vom 01.11.2024
21:00 Uhr ByteFM Erdenrund mit Andreas van der Wingen
Die Dinge des Lebens
To Rococo Rots „The Amateur View“ (1999) wird in einer stark limitierten, erweiterten Auflage mit 12 Bonustracks auf einer zusätzlichen Disc, einem neuen Klappcover mit bisher unveröffentlichten Fotos und Liner Notes von Jon Dale neu aufgelegt. „The Amateur View“ wird weithin als eine der maßgeblichen Platten der analogen Elektronik der späten 90er Jahre gefeiert. In den USA über Mute Records veröffentlicht, wurde es 1999 zu einem der UNCUT-Alben des Jahres gekürt und fängt die introspektive, experimentelle Stimmung dieser Ära perfekt ein. Der Einfluss des Albums war so weitreichend, dass Saint Etienne To Rococo Rot für ihr 2000 erschienenes Album „Sound of Water“ verpflichteten. Zu dieser Zeit waren To Rococo Rot die Band der Stunde, die rund um den Globus reiste, um auf den innovativsten Electronica-Festivals zu spielen, darunter wilde WARP-Events, bei denen kein Geringerer als Aphex Twin als Support-DJ auflegte.
Zwischen 1997 und 1999 wurde das Trio dreimal von John Peel eingeladen, Radiosessions in den BBC-Studios aufzunehmen. Bands wie Modeselektor nennen sie immer noch als wichtige Einflüsse und Pioniere. Stephen McRobbie von The Pastels, Mark Fell (SND) und Kieran Hebden (alias Four Tet) sind allesamt große Fans – Kieran hat sogar einen Track aus ihrem Debütalbum geremixt, ebenso wie Mira Calyx und Daniel Miller von Mute, ein langjähriger Unterstützer, und ja, auch Björk ist ein Fan.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama
Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
„Tales of the Jazz Age“ Kompositionen von Fats Waller, George Gershwin, Kurt Weill, u.a.
Transkriptionen von Florian Noack als Weltpremiere
Florian Noack, Klavier
Aufnahme vom 7. bis 10.12.2023 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln
Am Mikrofon: Michael Struck-Schloen
Tanz auf dem Vulkan und das Bewusstsein eines nahenden Unheils: Beides kam in den Goldenen Zwanzigern des 20. Jahrhunderts zusammen. Diese Epoche des Umbruchs zwischen den beiden Weltkriegen, gekennzeichnet von sozialen Umbrüchen, aber auch einer enorm kreativen Bewegung in der Musik und der Unterhaltungsindustrie, macht der Pianist Florian Noack auf seinem neuen Album „Tales of the Jazz Age“ hörbar und spürbar. Damals überschwemmte eine Flut von Uraufführungen und künstlerischen Experimenten Berlin und Paris. Florian Noack nimmt uns mit auf eine musikalische Zeitreise mit seinen eigenen Transkriptionen von Fats Waller bis Kurt Weill, George Gershwin bis Mischa Spoliansky. Ein Album, das die Stimmung jener Jahre mit unserer fiebrigen Gegenwart verbindet.
21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Einstand
„Ich glaube nicht an Wettbewerbe“ Talentförderung beim Gstaader Festival „Sommets Musicaux“. Von Sylvia Roth
In der Musikszene ist das kleine Örtchen Gstaad im Berner Oberland bekannt geworden durch Yehudi Menuhins Sommer-Festival. Doch auch im Winter kann man in Gstaad Musik erleben: Bei den „Sommets Musicaux“ unter der künstlerischen Leitung des Geigers Renaud Capuçon. Ein wesentlicher Bestandteil des Festivals ist die Förderung junger Talente. Sie können im Rahmen einer eigenen Konzertreihe einen Preis samt CD-Aufnahme gewinnen. Zum 25-jährigen Jubiläum 2025 sind die Preisträger der vergangenen sieben Jahre nach Gstaad zurückgekehrt, darunter auch die Cellistin Anastasia Kobekina und der Bratscher Timothy Ridout.
22:03 Uhr ARD Jazz. Spotlight
„Hören wir Gutes und reden darüber!“ Von Ulrich Habersetzer, Beate Sampson, Roland Spiegel
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Georges Bizet – Carmen und Co. (1/5). Mit Nick Sternitzke
Voilà – mit dem fluffigen Operetten-Omelette „Der Wunderdoktor“ verschafft sich Georges Bizet Aufmerksamkeit. Trotz Preisen und Stipendien gelingt ihm der große Durchbruch aber erst im letzten Lebensjahr mit „Carmen“. Bis dahin muss sich der vor 150 Jahren verstorbene Komponist und Klaviervirtuose mit ungeliebter „Fronarbeit“ herumschlagen: beispielsweise mit dem Arrangieren und Orchestrieren „widerlicher Walzer“. Dafür rächt er sich: „Ich habe das Orchester ordinärer gemacht als die Polizei erlaubt.“ Bizet hatte Witz und ein Gespür für Hits. Die Musikstunde nimmt die Spur auf – von der Opéra comique bis zum Broadway, von Bizet zu Beyoncé.
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
Am Tisch mit Sebastian Edschmid, Kameramann
Sebastian Edschmid erhielt für seine Kameraarbeit den Grimme-Preis und auch den deutschen Fernsehpreis für Filme wie „Männertreu“ oder den Udo Lindenberg- Film „Mach Dein Ding“. Er ist in Darmstadt geboren und hat mit Filmgrößen wie etwa dem US-Regisseur Paul Schrader oder der deutschen Regisseurin Hermine Hundgeburth gearbeitet.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur „Nachtmix „
Around The World – Pop-Diversität aus zwölf Ländern. Mit Ralf Summer
Brasilien, Kolumbien, Dänemark, Deutschland, England, Italien, Libanon, Marokko, Puerto Rico, Tunesien, USA – aus all diesen Ländern stammt die Musik dieser Sendung. Musikalisch von Global Pop über Dub und Brasil zu Mezoued. Schneller als in dieser Stunde kommt man musikalisch kaum „around the world“. Dabei sind: Quantic (USA), Los Babriks (Südamerika / München), Ammar 808 (Tunesien), Yasmine Hamdan + Nicolas Jaar (Libanon + Chile / USA), Canto Diaspora (Brasilien / Berlin), Babe Roots (Italien), Pachyman (Puerto Rico / USA), Guiding Star Orchestra (Dänemark) und Death & Vanilla (Schweden). Ein echter Vier-Kontinente-Mix!