Radiotipps

Die Radiotipps für den 4.7.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst

„Channelling Airwaves“ Von Simon Whetham
Deutschlandfunk Kultur/Cashmere Radio 2025

Seit dem 18. Jahrhundert gibt es Motoren. Betrieben werden sie unter anderem mit Dampf, Benzin, Strom und Wind. Doch was passiert, wenn man sie mit Funkwellen füttert? Kinetisches Klangstück von Simon Whetham.
Auf seinen Spaziergängen sammelt Simon Whetham Elektroschrott: alte Festplatten, Handstaubsauger, Kaffeemaschinen. Und er baut ihre Motoren aus. Denn seit 2021 experimentiert er damit, Sounds über Motoren abzuspielen statt über Lautsprecher. In „Channelling Airwaves“ nutzt er Radiowellen und aktiviert die Motoren in unvorhersehbarer Weise: Ein Britzeln erweist sich als rhythmisch, ein feines Klirren erinnert an eine Melodie. Die von Radiowellen in Resonanz versetzten Motoren produzieren Strukturen, die erstaunlich musikalisch sind.


01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Global

Moderation: Olga Hochweis
Mali in seiner musikalischer Vielstimmigkeit ist das Schwerpunkt-Land der diesjährigen Rudolstadt-Ausgabe an diesem ersten Juli-Wochenende. Zu Anfang ein kleiner Ausschnitt des wieder mal riesengroßen Programms – auch weit über den afrikanischen Kontinent hinaus. Mehr Festival-Hopping gibt´s außerdem in der letzten Stunde mit einem Blick voraus aufs Pohoda-Festival in der Slowakei.
Davor ein Insider-Blick in die aktuelle finnische Musikszene, dank der Kollegin Miia Laine von Radio Helsinki. Sie wird ab 2.05 eine Stunde lang Musik aus Folk und global pop ihre Heimatlandes präsentieren. Ab drei dann eine Verbeugung vor dem indischen Musiker Charanjith Singh und seinem legendären Album „Ten Ragas to a Discobeat“ von 1982. Sein Todestag jährt sich zum 10.Mal.


14:05 Uhr Ö1 In Concert

Der US-Schlagzeuger und Sänger Kassa Overall im Juni 2024 beim Jazz Fest Brno in Tschechien
Kassa Overall ist ein US-amerikanischer, Grammy-nominierter Musiker und Produzent, der experimentelle Sounds mit Hip-Hop verbindet. Als Sänger und Schlagzeuger lieferte er mit Matt Wong (Keyboards), Tomoki Sanders (Saxofon) und Bendji Allonce (Perkussion) am 2. Juni 2024 beim Jazz Fest Brno ein extrem abgefahrenes Set ab, das weder vor Raubzügen im Klassik-Melodie-Restlverkauf noch vor verzerrten Stimmklängen zurückschreckte. Kid A und Robert Glasper winkten aus der Ferne. Manchmal agierte die Band sehr druckvoll, dann wieder klang sie wie eine ausgeleierte Kompaktkassette. Technische Störung als Teil des Repertoires, so könnte man sagen. Kaleidoskopische und subversive (Fieber-)Träume, die oft blitzartig von einer Stimmung in die nächste wechselten, inspiriert auch von den Schlagzeug-Mentoren Elvin Jones und Billy Hart, bei denen Kassa Overall am Oberlin Conservatory of Music in den USA studiert hat. Hörenswert!


19:00 Uhr NDRKultur Musica

NDR Jazzkonzert: Bobo Stenson Trio


19:15 Uhr Deutschlandfunk Der Rest ist Geschichte

„Der Geschichtspodcast: Krebs – Eine klumpige und eiternde und stinkende Masse“ Von Anh Tran
Seit Jahrtausenden erkranken Menschen an Krebs. Die längste Zeit konnten Ärzte nichts dagegen tun: Ihre Patienten starben qualvoll. Vor allem im 20. Jahrhundert wurden wirksame Therapien entwickelt. Doch Krebs bleibt ein Angstgegner.


19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur

Literatur und Wissenschaft im LCB „Fasane in der Cancel Culture“ Mit: Antje Ravik Strubel und Andrea Geier
Moderation: Jörg Plath
Antje Ravik Strubels neuer Roman „Der Einfluss der Fasane“ erzählt von toxischem Arbeitsklima, sexualisierter Gewalt und Geschlechterstereotypen. Ein Berliner Theaterintendant nimmt sich in Sydney das Leben, und in Berlin wird eine Feuilletonchefin suspendiert. Hella Karl hatte als Erste in ihrer Zeitung den Theaterstar beschuldigt, er habe eine Schauspielerin zur Abtreibung gezwungen. Ist die Journalistin mit dem männlichen Nachnamen und ebensolchem Ellbogengebrauch nun schuld an seinem Tod? Eine wütende Öffentlichkeit glaubt es, und Hella Karl gerät in einen Abwärtsstrudel. Antje Ravik Strubel hat mit „Der Einfluss der Fasane“ einen Roman geschrieben über sexualisierte Gewalt, persönliche Verantwortung, mediale Erregungsdynamiken und allgegenwärtige Geschlechterstereotype. Über all dies spricht die Autorin mit der Trierer Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Andrea Geier. Es moderiert Jörg Plath.


20:00 Uhr radio3 Konzert

Tugan Sokhiev dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin
Werke von Leoš Janáček, Bohuslav Martinů und Béla Bartók mit Maxim Rysanov, Bratsche in einer Konzertaufnahme vom 11.09.2013

Tugan Sokhiev präsentierte am 11. September 2013 Werke des 20. Jahrhunderts, die traditionelle Volkmusik Mitteleuropas mit modernen Klängen verbinden: das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin eröffnete den Abend mit Leoš Janáčeks Sinfonietta. Für Bohuslav Martinůs Rhapsodie-Konzert gastierte der Bratschist Maxim Rysanov. „Der wunderbare Mandarin“ von Béla Bartók schloss das Programm.


20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal

Kronberg Festival 2024 – Vier Jahreszeiten II
Janine Jansen, Violine; Kremerata Baltica
Gidon Kremer, Leitung und Violine
Olli Mustonen, Leitung Ginastera
Johann Sebastian Bach: Doppelkonzert d-Moll BWV 1043
Alberto Ginastera: Concerto per corde op. 33
Astor Piazzolla: Las cuatro estaciones porteñas – Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires
(Aufnahme vom 24. Oktober 2024 aus dem Großen Saal des Casals Forums in Kronberg)
Beim zweiten Abend der Reihe stehen Astor Piazzollas „Las cuatro estaciones porteñas“ im Zentrum. Der argentinische Komponist, der für den „Tango Nuevo“ bekannt ist, wollte in seinen vier Tangos zeigen, wie sich die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel der Erde darstellen und schuf damit ein lateinamerikanisches Gegenstück zu Vivaldis Komposition. Im Anschluss daran hören Sie noch ein weiteres Konzert aus Kronberg: ein „Fackelträger-Kammerkonzert“, bei dem namhafte Interpreten die „Fackel der musikalischen Leidenschaft“ an die nachfolgende Musiker-Elite weitergeben. Bei diesem Konzert steht das Instrument Violoncello im Mittelpunkt.


20:03 Uhr WDR 3 Konzert

Musik der Zeit
Chaya Czernowin: NO! A Lament for the Innocent (2023-24) für zwei Sopranistinnen, zwei Orchester und zwei Dirigenten
Uraufführung Kompositionsauftrag von Los Angeles Philharmonic, Radio France und WDR
Mauro Lanza: In the Dust of this Planet (2024-2025) Multichannel electronic music
Deutsche Erstaufführung Kompositionsauftrag von Ircam-Centre Pompidou,
Milano Musica, SACEM und WDR
Karlheinz Stockhausen: Hymnen (Dritte Region) (1969)
Elektronische Musik mit Orchester
Sofia Jernberg, Sopran
Keren Motseri, Sopran
WDR Sinfonieorchester
Paul Jeukendrup, Klangregie
Ko-Dirigent: Othman Louati
Leitung: Maxime Pascal
Aufnahme vom 21. Juni 2025 aus dem WDR Funkhaus
In „Musik der Zeit“, mit neuen Werken von Mauro Lanza und Chaya Czernowin, erhebt die Musik Einspruch gegen das Leid der Unschuldigen und wühlt im Staub des Planeten. Stockhausens „Hymnen“ träumen von einer Welt jenseits des Nationalismus.


20:03 Uhr Bayern 2 Salon „Hörspiel & Podcast

Wild Wild Web – Geschichten aus dem Internet. Staffel 5, Folge 5
Bad Bromance: Elon Musk, Peter Thiel und ihr Weg an die Macht – Teil 3
Von Janne Knödler Regie: Ron Schickler BR 2025
„Wie grob der Filz ist und wie warm“ Von Klaus Raab
Komposition und Realisation: Ron Schickler BR 2020


20:03 Uhr SWR Kultur Abendkonzert

„SWR Vokalensemble – Natur und Mensch“
SWR Vokalensemble; Ensemble Modern
Leitung: Ustina Dubitsky

Per Nørgård: Singe die Gärten, mein Herz für Chor und 8 Instrumente (1974)
Younghi Pagh-Paan: HWANG-TO / Gelbe Erde für Chor und 9 Instrumente (1988/89)
(Kompositionsauftrag des SWR)
Johannes Maria Staud: Der Gesang der Weiden nach einem Text von Durs Grünbein für 16-stimmigen Chor (2016 – 2022)
(Uraufführung, Kompositionsauftrag des SWR)
Christian Mason: The Oddity Effect nach einem Text von Paul Griffiths für Chor und großes Ensemble (2024/25)
(Uraufführung, Kompositionsauftrag des SWR und des Ensemble Modern)
(Konzert vom 17. Mai 2025 im Theaterhaus Stuttgart)


20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature

Ich will mehr Nähe – und jetzt?! Von Karen Muster
Regie: die Autorin Deutschlandfunk 2025

Karen fährt für zwei Wochen in das Haus ihrer betagten Eltern nach Bielefeld. Sie will Zeit mit ihnen verbringen, bevor es dafür zu spät ist. Vor allem ihrem Vater will Karen näher kommen. Als sie klein war, hatte er nie Zeit für sie. Doch auch als Rentner scheint ihm alles andere wichtiger zu sein, als die Begegnung mit ihr.


21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage

„The See See Riders (D)“ Aufnahme vom 22.5.2025 beim Bluesfest Eutin
Am Mikrofon: Tim Schauen

Das deutsche Quartett The See See Riders hat sich dem Sound der US-Südstaaten während der 1920er- und 1930er-Jahre verschrieben – und ist mit Gesang, Geige, Kontrabass und Resonator-Gitarren ebenso stilecht wie erfolgreich unterwegs. Bei der Europäischen Blues Challenge (EBC) Anfang April belegten sie in Kroatien den dritten Platz, was mehr als respektabel ist – beim internationalen Wettbewerb in Memphis schafften es die drei Bamberger und eine Bambergerin ins Finale. Der Sound der „String Band“ ist allerdings weder reiner Blues noch vollständig retro orientiert, und das ist auch gut so: Die Band spielt auch Eigenkompositionen, soeben ist ihr drittes Album „Sinister Swing“ erschienen, von dem auch Songs auf der Bühne auf dem Eutiner Marktplatz zu hören waren.


22:03 Uhr SWR Kultur Vor Ort

Sommerlicher Brutkasten – Nina Bußmann erzählt von „Drei Wochen im August“
Ein Gespräch mit Nina Bußmann Moderation: Katharina Borchardt
(Aufzeichnung vom 23. Juni 2025 im Literaturhaus Stuttgart)


22:03 Uhr WDR 3 Jazz

Die Kraft des Miteinander – Jazzkollektive
Das 2009 gegründete KLAENG Jazzkollektiv ist mit eigenem Label und Festival wichtiger Bestandteil der Jazz- und Impro Szene in Köln. Engagiert nutzt KLAENG die Möglichkeit, Traditionen fortzuführen und zukunftsweisende Impulse zu setzen. Das Black Monument Ensemble aus Chicago ist ein Afro-Amerikanisches Mehrgenerationenkollektiv, das Kunst, Musik, Lyrik, Gesang und Tanz auf erhebende Art vereint.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Lied- und Folkgeschichte(n)

„Mann im Schatten“ Der sizilianische Singer-Songwriter Tony Canto
Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

Er ist seit 40 Jahren im Musikbusiness, aber vieles, was Tony Canto gemacht hat, floss in die Diskografien und Filme von anderen ein. Der italienische Singer-Songwriter aus Messina hat Songs für viele Kolleginnen und Kollegen wie Patrizia Laquidara, Raphael Gualazzi oder Nina Zilli komponiert, Alben produziert, Soundtracks geschrieben, Theatermusik und Titelmelodien fürs TV. Für seine eigenen Platten zieht er sich in seine Innenwelt zurück und zelebriert eher die leisen Töne. In diesem Jahr erschien sein sechstes Album „Anima“, auf dem er seine große Liebe zur brasilianischen Musik offenbart und der Soundtrack zum im Zweiten Weltkrieg spielenden Zeichentrickfilm „Arf“.


22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton

„Die vierte Dimension der Musik“ George Antheil in den wilden Zwanzigern. Von Sabine Fringes
„Die Leute ohrfeigten und stießen sich … Sie kämpften auf den Gängen, schrien, klatschten, heulten … Ich selbst beendete die Mechanisms ruhig wie ein Kohlkopf“, schrieb George Antheil über die Aufführung seiner Mechanisms in Paris im Jahr 1923. Mit dem Ziel „berühmt und berüchtigt“ zu werden, war der 22-jährige Amerikaner ein Jahr zuvor nach Europa gekommen. Und sein Traum erfüllte sich prompt: Kaum einer hat so radikal die Traditionen auf den Kopf gestellt wie Antheil, der wie in seinem „Ballet Mécanique“ auch Sirene und einen Propeller aufs Konzertpodium brachte. Als „vierte Dimension der Musik“ betrachtete Antheil sein Ballett aus und für Maschinen. Das Musikfeuilleton erinnert an den Komponisten, Schriftsteller, Journalisten, Drüsenforscher und Torpedo-Erfinder.


23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix

„Lost and Found“ Perlen aus der Popgeschichte. Mit Michael Bartle
In der heutigen Freitags-Ausgabe des Bayern2 Nachtmixes geht es unter anderem um Neneh Cherry und Kevin Rowland, deren Biografien gerade erscheinen. Und um „Strandgut“, einem Roman von Ben Myers über „Northern Soul“. Außerdem hören wir exklusive Songs, die Coco Rosie und TV On The Radio bei uns im Studie eingespielt haben.


23:03 Uhr WDR 3 Open

Podcast: This Band is Tocotronic
Folge 7 – LIEBE: Ich öffne mich

Im Mai 2015 veröffentlichen Tocotronic ihr rotes Album. Es ist ein Album über Liebe, Solidarität und die Öffnung von Grenzen. Kurz darauf öffnet Deutschland tatsächlich die Grenzen. Im sogenannten Flüchtlingssommer 2015 geht ein Ruck der Solidarität durch Deutschland. Die Stimmung in Europa kippt allerdings schnell, statt Willkommenskultur ist schon bald der Rechtspopulismus auf dem Vormarsch. Wie geht die Band damit um? Und wie reagiert sie auf das Outing von Arne, der seine Suchtprobleme öffentlich macht?


23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton

„Extrametrics und andere Schläge“ Katharina Ernst im Zeit-Ton Porträt
Geboren in Wien lebt die vielbeschäftigte Schlagzeugerin Katharina Ernst mittlerweile in Berlin. Als eine der renommiertesten Drummerinnen in der experimentellen elektronischen Musikwelt hat sie ihr Augenmerk auf polyrhythmische Strukturen gelegt, die sie in ihrer Liveperformance „Extrametrics“ erforscht. Rhythmusstrukturen werden in Etüdenformen überführt, die Wellenlängen und Obertöne unterschiedlicher Schlagobjekte miteinander in Beziehung gesetzt. Mit Schlagzeug, Drum-Synthesizer, Metallobjekten, Tamtams und Kalimbas werden Ebenen so geschichtet, dass sie sich überlagern, kontrastieren, in- oder gegeneinander laufen. Für die Performance „Kranetüde“ von Choreographin Valentina Holzinger in Berlin im Juni 2023 hat sie die Musik geschrieben. Bei der Verleihung des H13 Preises, dem niederösterreichischen Preis für Performance, im November 2024 präsentierte sie ihr Stück „metrics“ – ein immersiv-perkussiver Live-Soundscape, in dem sie Verfahren der Minimal Music virtuos mit Ästhetiken der Minimal Art kombiniert. Anfang Mai eröffnete sie mit einer adaptierten Version von „Polylog“ (gemeinsam mit Michael Breyer und ATELIER-E) das Musikprogramm des diesjährigen Donaufestival in der Kremser Minoritenkirche. Im Rahmen der Zweiten Akademie der Moderne der Wiener Festwochen gelangte im Juni ihre neueste Komposition „Merge / Emerge“ zur Uraufführung.


(Visited 261 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.