Musiktipps

Bandcamp Album of the Day: Meklit, „A Piece of Infinity“ / Smithsonian Folkways Recordings

Von Dean Van Nguyen. Die Sängerin und Pädagogin Meklit Hadero wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba als Tochter eines Vaters aus dem Volk der Kambaata und einer Mutter aus dem Volk der Amhara geboren.

Als Flüchtling kam sie nach Amerika und ließ sich in ihrer Kindheit in San Francisco nieder. Seit Ende der 2000er Jahre macht sie Musik, die oft sowohl von ihren ostafrikanischen Wurzeln als auch von ihrer Identität als Migrantin im Westen geprägt ist.

Meklits Werk reicht von traditionellen äthiopischen Formen bis hin zu amerikanischem Coffee-House-Pop-Rock, und all ihren Werken liegt ein Gefühl afrikanischen Stolzes und afrozentrischer Erleuchtung zugrunde.
Ihr neues Album A Piece of Infinity lehnt sich stark an ihre äthiopischen Wurzeln an. Es wird in Kambaata, Amharisch und Oromo gesungen (zwei englischsprachige Songs sind am Ende zu finden) und könnte manchmal sogar für eine antike LP aus dieser Region gehalten werden. Meklits Band ist gut aufeinander abgestimmt – man höre sich nur an, wie „Dale Shura“ als bluesiger Song beginnt, bevor die Band mühelos zu einem eher vom Afrobeat inspirierten Jam übergeht. Die Produktion ist klar, aber nicht steril – die Tasten gleiten und die Blechbläser sind feurig; der Bass ist so voll, dass er wenig Raum in den Arrangements lässt.

Es ist der ideale Klanghintergrund für eine Stimme, die reichhaltig und facettenreich ist und unglaubliche Dramatik hervorrufen kann. Nehmen wir zum Beispiel das brillante, emotionale „Tizita“, das durch das verträumte Harfenspiel von Brandee Younger besticht: Man kann sich leicht in Meklits ausgeglichener, gefühlvoller Darbietung verlieren. Die Tiefe ihrer Stimme kommt besonders in der rauchigen Coverversion von „Era Mela Mela“ zum Ausdruck, einem Song, der durch den großartigen Mahmoud Ahmed berühmt wurde. Und um nicht vorhersehbar zu sein, sorgen die geschliffenen Gitarrenakkorde von „Stars in a Wide Field“ für ein schönes Softrock-Intermezzo. Diese verschiedenen Nuancen verschmelzen zu einem Album, das gelassen und stolz, gefühlvoll und lebendig und reich an Tradition ist. © Alle Texte: Dean Van Nguyen.

© Bandcamp Daily, 26.9.2025

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