Release Tipp: MOTHER TONGUE / makkumrecords
Der Gesang und der Ausdruck des Sängers, Perkussionisten und Griot Mola Sylla sind so intensiv und packend, dass ich beim Hören jedes Mal eine Gänsehaut bekomme. Zugegeben, nicht jeder Titel funktioniert so gut wie NDAP oder KER GI. Dass ist aber, wie ich finde, kein Problem. Lasst euch von der Intensität dieser Musik anstecken und sucht euch einen Platz zum Bewegen!

Ein senegalesischer Griot-Sänger, ein Amsterdamer Improvisator und ein puertoricanischer Jazz-Schlagzeuger finden sich auf einem offenen Spielplatz wieder, einer Bühne für Improvisationen, einem alten Kino, das nun für kurze Geschichten genutzt wird. Ausgestattet mit einer M’bira, einem Xalam, einem Schlagzeug, einer Stimme, Percussion, Haushaltswerkzeugen und einem elektrischen Clavichord mit 220 Volt setzen sie sich hin und legen los: Wrrrrrraaang!

Der Sänger und Perkussionist Mola Sylla ist in vielerlei Hinsicht ein musikalischer Entdecker. Geboren und aufgewachsen in Dakar, Senegal, wuchs er in der Tradition der Griots auf. Griots spielen Geschichten – manchmal mit Musik, Theater und Tanz untermalt –, die alle eine wichtige Rolle in der westafrikanischen Kultur spielen. Seine rhythmischen und melodischen Kompositionen unterscheiden sich von den westlichen Standards und bieten überraschende Wendungen.
Der puertoricanische Schlagzeuger Frank Rosaly ist seit 2001 in der improvisierten und experimentellen Musikszene aktiv, als er zu einem festen Bestandteil der Musikszene Chicagos wurde und sich auf einem schmalen Grat zwischen den lebendigen Communities der improvisierten Musik, der experimentellen Musik, des Rock und des Jazz bewegte.

Oscar Jan Hoogland ist der Sound von Amsterdam in Person. Er ist ein spontaner Komponist und Erfinder seines eigenen Instruments, indem er ein Clavichord, ein Tasteninstrument aus dem 17. Jahrhundert, mit 220 Volt Strom verbindet. Als letzter Schüler des verstorbenen Pianisten, Komponisten und Improvisators Misha Mengelberg fegt er wie ein Tornado durch die Amsterdamer Jazz- und Improvisationsszene. © Alle Texte: Liner Notes