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The Power of Free Jazz: Camila Nebbia, Gonçalo Almeida, Sylvain Darrifourcq – Hypomaniac / defkaz Records

Wer Sylvain Darrifourcq einmal mit seinem sehr ausgefallenen Instrumentarium am Schlagzeug erlebt hat, wird die verrückten Klänge, die er damit erzeugt, nicht so schnell vergessen. Er kann ein Energielevel erzeugen und halten wie kaum ein anderer. Schon beim Auftakt in den ersten 20 Minuten wird deutlich, dass auch Gonçalo Almeida am Bass mit seinen elektronischen Erweiterungen überraschende Sounds jenseits des Jazz kreieren kann. Zu guter Letzt ist da die multidisziplinäre Künstlerin und Saxofonistin Camila Nebbia. Mit ihrer Technik und viel Power hat sie sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Berliner und internationalen Szene entwickelt. Sie ist die verbindende Saxofonstimme. Mit ihren schrillen Überblasmotiven, heftigen Clustern und lyrischen Klängen bildet sie das Bindeglied zwischen dem „Krach” der beiden Männer. Und sie hat eine unglaubliche Energie.

Dieser Konzertmitschnitt hat eine Intensität, die mitreißend ist und mühelos aus den heimischen Lautsprechern ansteckend ist. Also: Lautstärke hoch und viel Spaß!

Dies ist das Debütalbum dieses modernen Free-Jazz-Improvisationstrios. Hypomaniac wurde am 15. März 2025 in Thessaloniki, Griechenland, während des von defkaz records und dem Veranstaltungsort Mikri Skini organisierten Festivals „Take 2” aufgenommen. Das Endergebnis ist absolut faszinierend und nimmt den Zuhörer mit auf eine fantastische Reise, die hypnotisch ist und sich wie ein Klangsturm aufbaut, der das Haus in Brand setzt. Das Zusammenspiel des Trios klingt organisch, fließend und einfallsreich, trotz ihrer unterschiedlichen Ansätze. Kollektives Chaos, aber immer mit viel Groove!
Nebbia überbrückt die Kluft zwischen Free-Jazz-Tradition und zeitgenössischem Jazz und schafft mit ihrem Saxophon wunderschöne Linien, die in der Luft schweben und Formen bilden. Ihre unverwechselbare und raffinierte Musiksprache verschmilzt mit dem psychodelischen, harten Spiel von Gonçalo Almeida und der tiefen, aktiven rhythmischen Unterstützung von Sylvain Darrifourq. Hier flirtet Almeida mit Extremen in Lautstärke und Klangdichte und treibt den akustischen Bass in noisy groovige Gefilde. Darrifourq umarmt mit leichten Klangtönen, die aus dem Raum sickern und sich zu einem abstrakten, soliden Thema entwickeln. Seine Arbeit am Schlagzeug schafft es, auf einem permanenten roten Energieniveau zu bleiben und gleichzeitig hypnotisch und psychedelisch zu sein! © Text: Liner Notes

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