Radiotipps für den 25.10.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Der Walzerkönig“ Die Lange Nacht des Johann Strauss (Sohn)
Von Jürgen König Regie: der Autor
Von außen betrachtet, wirkt das Leben des Johann Strauß (Sohn) wie eine einzige Erfolgsgeschichte. Ein Komponist, dem alles zuflog, dessen Walzer und Polkas sofort von ganz Wien getanzt wurden. Der Donauwalzer machte ihn zum Millionär und weltberühmt, der Erfolg hielt an, die Großen aus Kunst, Politik und Wissenschaft suchten seine Nähe – er starb in den Armen einer geliebten Gattin. So war es auch – doch war es auch ganz anders. Eingebettet in die Familiendynastie der „Sträusse“, die Unterhaltungsmusik wie am Fließband lieferte, war der „Walzerkönig“ mitnichten der Großfürst der Wiener Musik, für den ihn die Menge hielt. Immer galt es, Rücksichten zu nehmen: auf den Vater, die Mutter, die Brüder. Auf die Wiener Komponisten-Konkurrenz, auf die Musiker seines Orchesters, auf Gastwirte und Ballsaal-Betreiber, auf Verleger und Tournee-Unternehmer. Ein Getriebener ohne großes Selbstbewusstsein, der Halt suchte bei den Frauen, diesen Halt durchaus fand – wenn auch sein Leben, bei allem Luxus, mit dem er sich umgab, ein Leben voller Ängste blieb. Und der doch als Musiker eine Jahrhundertgestalt wurde, indem er Tanzmusik zur Kunst erhob – mit einem schier unfassbaren Einfallsreichtum, im Stil geistvoll, elegant und heiter: und damit der wahre Spiegel einer krisengeplagten Zeit?
15:00 Uhr HR 2 Musikland Hessen
Energiegeladener Jazz von und mit Florian Schwappacher und Band
Am 26. Oktober 2025 (20 Uhr) präsentiert der Komponist und Schlagzeuger Florian Schwappacher im Rind in Rüsselsheim das Releasekonzert seiner im Mai 2025 in Mannheim aufgenommenen Debütplatte „Schwappachers elements“. Für uns spielen die Musiker live aus ihrem Album.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Diesseits der Stille“ Als mein Vater taub wurde
Von Sascha Wundes Regie: Ulrich Lampen
Ton und Technik: Kai Schliekelmann und Elke Steinort
Dramaturgie: Joachim Dicks NDR 2017
Als der Vater einen Hörsturz erleidet, verändert das auch das Leben seines Sohnes – und ihre Beziehung.
Zuerst denkt der Vater bloß, es sei halt sehr still an diesem Morgen. Kein Vogelgezwitscher, kein Straßenverkehr. Aber es ist nicht still – er hat bei einem Hörsturz über Nacht unbemerkt sein Gehör verloren. Und damit ändert sich auch das Leben seines Sohnes Sascha drastisch; der vorher gesellige Vater wird durch die Einschränkung zum „einsamsten Mensch der Welt“, und der Sohn muss sich kümmern. Doch dann naht Rettung: Mit Hörgerät und Cochlea-Implantat lernt der Vater mühsam das Hören neu.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Me and My Music – Yumi Ito. Von Fanny Opitz
In unserer Sendereihe „Me and My Music“ stellen sich Musiker*innen in einer Wort-Musik-Collage selbst vor: Sie erzählen über ihren Werdegang, über Vorbilder, über Inspirationen oder das, was sie künstlerisch momentan besonders interessiert. Heute im klingenden Selbstporträt: die Schweizer Sängerin, Pianistin und Komponistin Yumi Ito. Mit Wurzeln in Japan und Polen, aufgewachsen in einer Musikerfamilie, schöpft sie aus verschiedenen kulturellen Einflüssen und erzählt mit ihren Songs tiefgründige Geschichten, in denen sie viel von ihrer Innenwelt preisgibt.
19:00 Uhr HR 2 LIVE – 56. Deutsches Jazzfestival Frankfurt
Moses Yoofee Trio | hr-Bigband feat. Butcher Brown | Donna Leake
„Jazz Moves“ – das Motto des Jazzfestival-Samstags ist durchaus nicht (nur) metaphorisch gemeint: Diese Musik darf auch getanzt werden!
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
Zündfunk-Stadtwerke aus Hof von den Internationalen Filmtagen. Mit Achim Bogdahn
Der „Zündfunk“ sendet live von den Hofer Filmtagen aus dem Galeriehaus, dem Ort, an dem die Filmtage vor 59 Jahren erfunden wurden. Zu Gast bei Achim Sechzig Bogdahn sind unter anderem:
Thorsten Schaumann, künstlerischer Leiter der Filmtage
Julia von Heinz („Und morgen die ganze Welt“), die vor 22 Jahren ihren ersten Kurzfilm in Hof zeigen durfte und der dieses Jahr die Hommage der Filmtage gewidmet ist
Micha Böhm, Wirt und Betreiber des Galeriehauses und viele junge Filmemacher:Innen, für die Hof vielleicht der Start in eine große Karriere ist.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Erdbeeren on fire!
Neue Ausgabe von Electro Royale mit neuen Tracks von Pilocka Krach, Michael Mayer, Purity Ring und vielen mehr. Es geht hin und her!
20:05 Uhr Deutschlandfunk Studio LCB
Aus dem Literarischen Colloquium Berlin
Mit Ulrich Raulff
Gesprächspartner: Lothar Müller und Olivia Franke
Moderation: Maike Albath
Über Geschmack lässt sich streiten, lautet eine gängige Formel. Unsere Empfänglichkeit für das Schöne hängt ab von kulturellen Prägungen, ästhetische Kompetenz entwickelt sich nicht nur durch Bildung, sondern wird auch von Moden beeinflusst. Ulrich Raulff entwirft in seinem neuen Buch Wie es euch gefällt eine ebenso amüsante wie gelehrsame Geschichte des Geschmacks. Eine Stilikone wie Audrey Hepburn als Holly Golightly rebelliert gegen das comme il faut, wenn sie sonnenbebrillt im Abendkleid vor dem Schaufenster von Tiffany’s aus einem Pappbecher Kaffee nippt und von ihrem Croissant abbeißt.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in Concert
women in (e)motion: Rosalie Cunningham + Brian Auger’s Oblivion Express
Schon mit den ersten Akkorden hatte Rosalie Cunningham mit ihrer Band das Publikum elektrifiziert. Die 35-Jährige Britin hat das Auftaktkonzert der 2025er-Ausgabe vom „women in (e)motion“-Festival gespielt: eine schillernde Zeitreise in die frühen 70er Jahre mit fulminanter Rockmusik.
RB-Mitschnitt vom 11. September 2025, Kulturzentrum Schlachthof und vom 27. Oktober 1970, Sendesaal, Bremen
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Radikale Zärtlichkeit“ Kristofer Svenssons queere Klangforschungen. Von Sophie Emilie Beha
Die Frage der Identität und eine andere Weltwahrnehmung bewegen und motivieren Kristofer Svensson, 1990 in Schweden geboren.
Svensson ist Komponist:in, Musiker:in, Klangforscher:in. Their Musik bewegt sich jenseits klassischer Kategorisierungen – so wie sich Svensson selbst als queere Person binären Zuschreibungen entzieht. Sie entsteht an den Rändern von Traditionen – etwa zwischen asiatischer Kunstmusik, westlicher Avantgarde, mikrotonaler Theorie und spiritueller Suche. Svensson spielt Kacapi, ein traditionelles indonesisches Zupfinstrument, was they in West-Java und Stockholm studiert hat. In Japan studierte Svensson Komposition. All dies fügt sich zu ganz eigenen künstlerischen, kontemplativen und meditativen Praktiken und Ausdrucksformen.
22:30 Uhr Deutschlandfunk Die besondere Aufnahme
„Nostalghia“ Olena Kushpler spielt Werke von Valentin Silvestrov und Arvo Pärt
Deutschlandfunk Kultur / Concerti 2024
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
’Napoli oscura’ von Michael Riessler
Einen Tag nachdem der Komponist Luciano Berio seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte macht Michael Riessler mit „Napoli oscura“ einen ähnlichen Move wie Berio 1964 mit seinen „folk songs“: Lieder, die für Menschen in und um Neapel eine ganz andere Bedeutung haben als das berühmt berüchtigte „o sole mio“, werden in ein uneigentliches Klanggefüge eingewoben und entfalten so eine Poesie des Espressivo
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Der Walzerkönig“ Die Lange Nacht des Johann Strauss (Sohn)
Von Jürgen König Regie: der Autor
Von außen betrachtet, wirkt das Leben des Johann Strauß (Sohn) wie eine einzige Erfolgsgeschichte. Ein Komponist, dem alles zuflog, dessen Walzer und Polkas sofort von ganz Wien getanzt wurden. Der Donauwalzer machte ihn zum Millionär und weltberühmt, der Erfolg hielt an, die Großen aus Kunst, Politik und Wissenschaft suchten seine Nähe – er starb in den Armen einer geliebten Gattin. So war es auch – doch war es auch ganz anders. Eingebettet in die Familiendynastie der „Sträusse“, die Unterhaltungsmusik wie am Fließband lieferte, war der „Walzerkönig“ mitnichten der Großfürst der Wiener Musik, für den ihn die Menge hielt. Immer galt es, Rücksichten zu nehmen: auf den Vater, die Mutter, die Brüder. Auf die Wiener Komponisten-Konkurrenz, auf die Musiker seines Orchesters, auf Gastwirte und Ballsaal-Betreiber, auf Verleger und Tournee-Unternehmer. Ein Getriebener ohne großes Selbstbewusstsein, der Halt suchte bei den Frauen, diesen Halt durchaus fand – wenn auch sein Leben, bei allem Luxus, mit dem er sich umgab, ein Leben voller Ängste blieb. Und der doch als Musiker eine Jahrhundertgestalt wurde, indem er Tanzmusik zur Kunst erhob – mit einem schier unfassbaren Einfallsreichtum, im Stil geistvoll, elegant und heiter: und damit der wahre Spiegel einer krisengeplagten Zeit?