Radiotipps für den 19.2.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Auf dem Wege zu einer neuen Klangkunst“ Gerhard Steinke im Gespräch mit Gerhard Schwalbe
Sendereihe des Rundfunks der DDR
(14/16): Das Studio Gravesano von Hermann Scherchen
Produktion: Deutschlandsender 08.03.1966
Vorgestellt von Stefan Fricke
17:30 Uhr Ö1 Spielräume
New York und Chicago im Februar 1926
Musik aus allen Richtungen mit Michael Neuhauser. Jimmy Lytell, Ethel Waters, Bertha ‚Chippie‘ Hill, Louis Armstrong
Mitte der 1920er Jahre etablierte sich in den Studios der Plattenfirmen die elektrische Mikrophontechnik als neuer Standard und löste die klanglich unbefriedigende mechanische Aufnahmetechnik ab. Mittlerweile ist der historische Blick 100 Jahre zurück in der Musikgeschichte also auch mit Originalaufnahmen in akzeptabler Qualität möglich.
Und der lohnt sich beim Februar 1926. Es waren nicht besonders viele Aufnahmesessions, die damals in den Jazzmetropolen New York und Chicago stattfanden, aber wichtige und hörenswerte.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Raül Refree & Maria Mazzotta & mehr Musik grenzenlos
Der Katalane Raül Refree und die aus dem süditalienischen Salento stammende Maria Mazzotta haben sich Zeit gelassen, zueinander zu finden.
19:30 Uhr Ö1 Konzert
„Ein Jahrhundert György Kurtág“ Geburtstagskonzert live aus Budapest
100 Jahre – so einen Geburtstag feiert man nicht oft. Und noch seltener im Beisein des Jubilars selbst. Am 19. Februar wird der große ungarische Komponist György Kurtág 100 Jahre alt. Kaum ein anderer hat mit so radikaler Konzentration gearbeitet wie er: Miniaturen von größter Verdichtung, jedes Intervall von Bedeutung durchdrungen. Kurtágs Werk ist geprägt von intimer Expressivität, von Nachdenklichkeit, Humor und einer tiefen Humanität.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Analyse auf Bestellung“ Die unsichtbare Arbeit der Wissenschaftlichen Dienste
Von Florian Felix Weyh
Gut informiert soll das Parlament entscheiden. Deshalb hat der Bundestag eine eigene Abteilung mit Fachleuten für die Abgeordneten. Vergrößert das den Weitblick in der Politik? Oder munitioniert es nur die eigenen Argumente, ohne den Diskurs zu bereichern?
20:00 Uhr radio3 Konzert
Klavier-Preisträgerkonzert aus dem Leipziger Gewandhaus
Mit Jaeden Izik-Dzurko
Er gilt als Shootingstar seiner Generation: der kanadische Pianist Jaeden Izik-Dzurko. Mit jedem Auftritt zieht er sein Publikum in den Bann und begeistert durch musikalische Reife, Ausdruckskraft und technische Brillanz.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte er vor zwei Jahren mit dem Gewinn der Dame Fanny Waterman Gold Medal beim renommierten Leeds International Piano Competition. Jüngst setzte er ein weiteres Ausrufezeichen, als er als erster kanadischer Instrumentalist mit dem Grand Prize Laureate des Concours musical international de Montréal ausgezeichnet wurde.
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
György Kurtág 100: der Bach-Bearbeiter
Am 100. Geburtstag von György Kurtág spielt das Klavierduo Herbert Schuch und Gülru Ensari Kurtágs Bearbeitungen verschiedener Choralvorspiele Johann Sebastian Bachs für Klavier zu vier Händen.
20:03 Uhr SWR Kultur / HR 2 Kaisers Klänge
„Fließt, meine Tränen!“ – Die Lautenlieder von John Dowland
Mit Niels Kaiser
20:30 Uhr Deutschlandfunk Mikrokosmos
Versuchslabor Kinderheim (6/8) – Gerechtigkeit. Ein vergessener Medizinskandal in Deutschland
Podcast in acht Teilen. Von Ilona Toller
Mitarbeit: Anouk Millet, Lena von Holdt und Jack Butcher
Storyeditor: Martin Schneider
Regie: Robert Nicholson
Sounddesign: Volker Pannes
Redaktion: Wolfgang Schiller, Lisa Steck
Whistledown für Deutschlandfunk 2026
Sylvia Wagner veröffentlicht 2016 ihre Recherchen zu Medikamententests. Vielerorts beginnt die Aufarbeitung. Doch für die einzelnen Betroffenen ändert sich kaum etwas. Viele haben keine Beweise mehr, vieles ist verjährt.
21:00 Uhr SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
Mit den wenigsten Tönen – György Kurtág zum 100. Geburtstag. Mit Michael Rebhahn
Musik, die schon zu Ende ist, ehe sie richtig begonnen zu haben scheint: so kennt man die Kompositionen von György Kurtág. Jeden Ton wählt er skrupulös aus, sein Schaffensprozess ist langsam und von den Hörern fordert er höchste Konzentration. Dennoch ist seine Musik alles andere als unzugänglich, sondern bei aller Zerbrechlichkeit durchdrungen von emotionaler Intensität. Zu seinem 100. Geburtstag feiern wir György Kurtág mit seiner Musik und Worten darüber.
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
Happy Birthday, Mr. Red Horn! Nils Landgren zum 70. Von Sarah Seidel
Nils Landgren wird 70 – wir gratulieren dem Posaunisten, Produzenten und Festivalmacher mit der roten Posaune.
Hierzulande wurde Nils Landgren ab Mitte der 1990er-Jahre vor allem mit seiner Band Funk Unit und durch regelmäßige Auftritte beim JazzBaltica-Festival bekannt – mit seiner roten Posaune. Schon seit 50 Jahren steht Landgren in Studios und auf den Bühnen dieser Welt, tourt mit internationalen Größen unterschiedlicher Genres und begeistert seit 2012 als künstlerischer Leiter der JazzBaltica das Publikum. Nebenbei fördert und produziert Landgren viele Jungtalente. Der Musiker wird nicht müde, sich nach und nach seine Träume zu verwirklichen. Nun ist anlässlich seines 70. Geburtstags am 15. Februar 2026 ein Album erschienen, das er zusammen mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra eingespielt hat, arrangiert vom US-Amerikaner Vince Mendoza: „Love of My Life“ ist eine Art musikalische Rückschau auf Landgrens Karriere im Großformat.
22:00 Uhr radio3 Jazz
Jazz Nord Ost Magazin
Das Jazzmagazin von NDR Kultur und radio3 greift aktuelle Themen auf und hat wie immer: Konzerttipps für den Norden und den Berliner Raum sowie CD-Empfehlungen. Mit Ralf Dorschel
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Von Essen nach Gelsenkirchen: Die Festivals JOE und JugendJazz.
Am dritten Februar-Wochenende findet das dreitägige JOE Festival in Essen mit experimentellem Jazz, Impro und mehr statt. Und in Gelsenkirchen startet ein Festival für den Nachwuchs in der Region.
22:03 Uhr BR Klassik Jazztime
„Piano Update“ Mit Ralf Dombrowski
Die dänisch-amerikanische Kommunikation fällt in diesen Tagen ja manchmal etwas kantig aus. Dem müsste aber nicht so sein, wenn es alle so machen würden wie der Jazz. Denn da haben sich gerade die dänische Sängerin Marlene Mortensen und der amerikanische Pianist Christian Sands zusammengefunden, um ein wertschätzend charmantes Duo-Album zu veröffentlichen. Und es ist eines von vielen Beispielen für die Kraft der Musik, die auf dem Weg in den Frühling vor allem vom Klavier als Basis ausgehen kann.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„Der Raum im Sound“
Von Stella Luncke und Josef Maria Schäfers, Laura Naumann, Judith Geffert und Sarah Fartuun Heinze, Ofer Waldmann
Regie: Julia Hölscher, Giuseppe Maio und die Autor:innen
Ton: Lukas Wilke, Andreas Stoffels
Deutschlandfunk 2026 (Ursendung)
3D-Audio ist wie geschaffen für Hörspiel und Doku: Man taucht ein und ist von Klang umhüllt. Was machen Künstler:innen damit? Wir stellen vier sehr unterschiedliche Auftragsarbeiten vor – zwei Features und zwei Hörspiele.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Die Musik von morgen“ – neue Alben von Peaches, Romano, Mumford & Son
Mit Katja Engelhardt
Wir hören in dieser Stunde gemeinsam in Alben rein, die morgen erst erscheinen werden – und da wird es auffällig oft körperbetont und liebevoll. Die immer noch provozierende Electro-Clash-Königin Peaches stimmt neue Hymnen für Selbstbestimmung an. Der wohl schillerndste Repräsentant Köpenicks, Romano, widmet verschiedenen Körperteilen einen Song – ja, auch dem Penis. Und der Nürnberger Streichelt setzt sich auf seiner EP „Rosenkrieg“ mit der Liebe auseinander – aber auch mit sich. Die Herren von Die Regierung wiederum beweisen uns ohnehin seit mehreren Alben, dass die Liebe als Sujet unendlich viele Songs entstehen lässt. Außerdem versuchen Mumford & Sons den Balanceakt zwischen Folk-Ursprüngen und Massenpublikum. Der Elektro-Komponist Apparat dagegen spielt wie für ein intimes Publikum sein zerbrechlich anmutendes „A Hum of Maybe“. Die Nürnberger von The Green Apple Sea verwandeln eine schwierige Vergangenheit in große Zugewandheit. Am Mikrofon für die ARD Late Nite Sounds von Bayern2, BremenZwei und MDR Kultur ist Katja Engelhardt. Hinweis: wir richten uns nach dem digitalen Release – CD/LP erscheinen meist etwas später.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
One Hit Wonder (4/5). Mit Christian Möller
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Kunst zum Hören
PolyViola – ungewöhnliches Instrument
MUT NAQ FO MUS (IC) – Berlin, 1-8 von Ahad aka Zsolt Sörés
Das Stück wurde in Form eines Live-Studio-Konzerts von Ahad alias Zsolt Sörés in Stereo aufgenommen. Nur der Gesang wurde nachträglich hinzugefügt. Die Aufnahme entstand 2025 im Berlintune Studio.Toningenieur, Mix: Hilary Jeffery. Schnitt, Mastering: Ahad alias Zsolt Sörés
Zsolt Sörés Kompositionsreihe mit dem Titel MUT NAQ FO MUS (IC) basiert auf der Analogie der Quantenmechanik der Übergänge zwischen Energieniveaus. Der Künstler versucht die instabile Beziehung zwischen anthropischer Abstimmung und Quantenrealität in einem speziellen übergeordneten Klangprozess zu veranschaulichen. Die offizielle internationale Premiere von MUT NAQ FO MUS (IC) fand am 29. September 2024 beim ersten Konzert des 68. Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik – Venice Music Biennale „Solo Electronics“-Reihe statt.
23:03 Uhr BR Klassik – Horizonte
Zum 100. Geburtstag von György Kurtág: Meister der komprimierten Miniatur. Von Yvonne Petitpierre
„Wir sind unschuldig daran, wenn etwas gelingt und genauso auch daran, wenn etwas nicht gelingt“, notiert György Kurtág 1981 über seinen Schaffensprozess, der zeitlebens von einem Wechsel produktiver Phasen und langanhaltenden Krisen begleitet ist. 1926 in Ungarn geboren, gehört er zu den bedeutendsten lebenden Komponisten, der erst 1982 seinen internationalen Durchbruch erlebt und immer ein Star im Hintergrund bleibt. Seine oft dissonante und zerklüftete Klangsprache voller Intensität verweigert sich jeglichen Dogmen oder Schulen. Charakteristisch für sein Schaffen sind oft minimale, spannungsgeladene musikalische Gesten. Kurtágs Werke reichen von Solostücken über Kammermusik bis hin zu großen Orchesterwerken. Einen besonderen Stellenwert nehmen jene Kompositionen ein, in denen Kurtág mit literarischen Texten experimentiert.