Musiktipps

„Außergewöhnlich“ Aki Takase und Sun-Mi Hong. Ein Konzertdebüt für diese beiden asiatischen Musikerinnen.

Von Henning Bolte. Das Duo ist die höchste Form einer musikalischen Begegnung. Keine Schnörkel, keine Unterstützung. Die Musik entspringt der Substanz der beiden Protagonistinnen. Eine von beiden kann schweigen, um ihrer Partnerin Raum für ein Solo zu geben. Die Japanerin Aki Takase, 1948 in Osaka geboren, und die Südkoreanerin Sun-Mi Hong, 1990 in Incheon geboren, haben ihre Feuertaufe im BIMHUIS in Amsterdam absolviert. (Sobald dieses Konzert online ist, wird es hier zu finden sein.)

Die erste Begegnung von Aki Takase und Sun-Mi Hong erwies sich als einzigartig: zwei Musikerinnen aus unterschiedlichen Generationen, die jedoch in Bezug auf Energie, Persönlichkeit und musikalische Tiefe perfekt harmonieren. Was für eine Freude, zu sehen, wie sie sich miteinander verflechten und in enger Verbundenheit mit dem Publikum in einer zugleich spielerischen und majestätischen Atmosphäre entwickeln. Lächelt, lächelt, lächelt, Frühling und Sommer können kommen.

Aki Takase / Foto: Henning Bolte

Aki Takase ist seit vier Jahrzehnten eine feste Größe. Ihre Konzerte hinterlassen unauslöschliche Erinnerungen. Ich habe Aki Takase durch ihr farbenreiches Duo mit der portugiesischen Sängerin Maria João entdeckt. Sie hat mehrere langjährige Partner wie den französischen Klarinettisten und Saxophonisten Louis Sclavis oder den deutschen Bassklarinettisten Rudi Mahall, nicht zu vergessen natürlich Alexander von Schlippenbach, ihren Lebensgefährten. Zu ihren jüngeren Mitwirkenden zählt der Saxophonist Daniel Erdmann: nicht nur im Duo, sondern auch in größeren Formationen wie Japanic. Vor kurzem hat sie ein Duo mit der Geigerin Fabiana Striffler ins Leben gerufen. Ein Beweis, falls es eines bedurfte, dass sie weiterhin Neues erkundet. Sie spielt sehr produktiv, dynamisch und verspielt, zugleich frei und kontrolliert. Sie ist eine Meisterin darin, fließend von einem Universum zum anderen zu wechseln.

Sun-Mi Hong / Foto: Henning Bolte

Mein erster (persönlicher) Kontakt mit Sun-Mi Hong geht auf das Jahr 2021 im Rahmen des North Sea Round Town Festivals in Rotterdam zurück, wo wir im Duo auftraten – sie am Schlagzeug und ich zeichnete live, und umgekehrt. Sun-Mi Hong hat einen außergewöhnlichen persönlichen Migrationshintergrund. Dank ihrer sehr aktiven Beteiligung an der jungen internationalen Kreativszene von Amsterdam und Rotterdam – die sich im Laufe des letzten Jahrzehnts erheblich entwickelt hat – hat sie Chancen ergriffen und einen konsequenten und mutigen Weg eingeschlagen. Sie erlebte einen kometenhaften Aufstieg, der sie zu einer der gefragtesten Musikerinnen Europas macht. Sie ist Mitglied bedeutender Gruppen der niederländischen Szene wie Televizyon und Miraculous Layers von Sanem Kalfa, Old Adam On Turtle Island von John Dikeman, dem Phil Rüttgers Trio, dem Fuensanta Ensemble Grande, dem Ziv Taubenfeld Quartett, Pietre oder dem Teis Semey Quintett. Darüber hinaus spielt sie mit einer wachsenden Zahl europäischer Musiker und Formationen, sei es in Frankreich (Jozef Dumoulin, Paul Jarret, Étienne Renard), in Norwegen (Mette Rasmussen), in Estland (Kirke Karja), im Vereinigten Königreich (John Edwards, Kit Downes), in Deutschland (Philip Gropper, Camila Nebbia, Moritz Stahl und zahlreiche Musiker der Kölner Szene), in Italien (Nicoló Ricci, Alessandro Fongaro) oder in Griechenland (Tania Giannouli) – und sogar in den Vereinigten Staaten (Craig Taborn, Hamid Drake, Brandon Lopez, Mat Maneri).

Ich verfolge ihren Werdegang seit Jahren durch eine Vielzahl von Konzerten und bin immer wieder erstaunt zu sehen, wie sie ihr Spiel ständig erweitert und bereichert, indem sie jedes Mal neue Elemente einfließen lässt. Aki Takase entdeckte Sun-Mi Hong bei einem Konzert, das sie mit ihrem Bida Orchestra beim Jazzfest Berlin 2024 gab, und lud sie zur Zusammenarbeit ein.

Sun-Mi Hong / Foto: Henning Bolte

Sun-Mi Hong zeichnet sich durch ihre Aufgeschlossenheit aus. Ob sie nun ein Programm widmet, das Béla Bartók, Misha Mengelberg oder eher poplastigen Werken gewidmet ist – ihre persönliche Note kommt deutlich zum Ausdruck, ohne die Musik zu dominieren. Diese Aufgeschlossenheit und ihr musikalisches Einfühlungsvermögen hängen eng damit zusammen, wie sie ihre Stimme und ihren Gesang zur Geltung bringt. Als Schlagzeugerin und Perkussionistin erfüllt sie die Hauptfunktion der Trommel: ein Universum zu beleben und dessen Schwingungen (die uns durchdringen) zu verstärken, während sie der Komposition und der Erzählung gerecht wird, damit diese Wurzeln schlagen können. Ihr Schlagzeugspiel ist frei, kraftvoll, voller Überzeugung und entschlossen, was man voll und ganz spürt.

Aki Takase und Sun-Mi Hong / Foto: Henning Bolte

Das Duo hat Mut bei der Erkundung neuer Klangwelten bewiesen und ist dabei dank seines angeborenen Gespürs für Tempo und Rhythmus stets nah am Publikum geblieben. Ein Schlüsselelement ihres Zusammenspiels war – und ist – ihr großartiger Sinn für Humor, was auf eine glänzende und produktive Zukunft hindeutet.

© citizenjazz.com, 22.3.2026 / Danke an Henning Bolte, der mir seinen Beitrag zur Verfügung gestellt hat und da der Originaltext in Französisch ist, wurde dieser über Deepl ins Deutsche übersetzt.

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