Essay: Giorgia Meloni – La mamma italiana?
Von Maike Albath (DLF). Vom rechten Straßenkampf zur Mutterikone im Palazzo Chigi: Giorgia Meloni vereint Macht, Mutterschaft und Nationalstolz. Wie verbindet sich die Inszenierung weiblicher Autorität mit dem Aufstieg einer neuen, emotional aufgeladenen Rechten in Italien?
„Seitdem ich Mutter geworden bin, denke ich nur noch als Mutter“, beteuert die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer Podcastfolge zum Muttertag. Tatsächlich hat ihr der kämpferische Slogan „Ich bin Giorgia, ich bin eine Frau, ich bin Mutter, ich bin Christin“ im Herbst 2022 zum Sieg bei den Parlamentswahlen verholfen. Aber wie hält sie es mit der Weiblichkeit und feministischen Inhalten? Ist sie die exemplarische mamma italiana? Maike Albath denkt über die Funktionalisierung von Mutterschaft in der italienischen Kulturgeschichte nach und skizziert das Selbstverständnis der postfaschistischen Regierungschefin.
Maike Albath, geboren 1966 in Braunschweig, lebt in Berlin. Sie hat mehrere Jahre in Italien verbracht und ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. Als Literaturkritikerin und Moderatorin arbeitet sie u.a. für den Deutschlandfunk. 2002 erhielt sie den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 die Übersetzerbarke.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 25.1.2026