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ByteFM Themenwoche: 50 Jahre Punk

Von ByteFM Redaktion. Vor etwa einem halben Jahrhundert kamen vier junge Männer aus Queens; New York auf die Idee, die harmoniesüchtige Pop-Musik ihrer Kindheit in einer neuen Form zu spielen: schneller, schlichter, ruppiger und vor allem lauter. 

Ein ruppig in den Raum gebrülltes „One two three four“ später war ein neues Genre geboren. „Ramones“, das Debütalbum der gleichnamigen Band, zeigt die Dur-Akkorde eines Buddy Holly, heruntergebrochen auf simple, verzerrte Power-Chords. Die Sunshine-Pop-Melodien von The Beach Boys, verklärt durch aggressiven Gesang und Texte übers Klebstoff-Schnüffeln. Das kraftvolle Drumming des Garage-Rocks, aber mit dem Tempo und der Eleganz eines die Treppe zur U-Bahn herunterstürzenden Fahrradfahrers. Kurzum: All das, was wir heutzutage musikalisch mit dem Wort „Punk-Rock“ verbinden.

DIY, Widerstand und Repression

So geht die wohl einfachste Geschichte von der Geburt des Punk. Was nach (und auch vor) dem 23. April 1976, als besagtes Album erschien, passierte, ist viel komplexer, um es auf eine einzige LP herunterzubrechen. Schon Jahre vorher begannen Bands wie The Stooges oder MC5 in Detroit, Working-Class-Verzweiflung in knackige, dringliche Aggressionsmusik zu verwandeln. Noch ein wenig früher spielten Gruppen wie The Velvet Underground oder The Monks stoische, kaputte Rock-Musik, die heute gerne Proto-Punk genannt wird. Aber auch „Horses“, das Debütalbum von Patti Smith, das 1975 veröffentlicht wurde, legte mit seiner kaputten Dringlichkeit einen Grundstein für Punk und machte Smith zur „Godmother“ der Bewegung.

Nur kürzeste Zeit nach dem Debüt der Ramones brach auf der anderen Seite des Atlantik die erste Welle der UK-Punk-Bewegung, mit Bands wie Sex Pistols und The Clash, die mindestens genauso ikonisch mit diesem Genre verbunden sind. Parallel begannen schon früh viele von der verlässlich patriarchalen Geschichtserzählung vergessene weibliche und queere Acts, den Männerverein Punk-Rock zu untergraben. Kollektive wie Crass trieben schnell das politische Element der Musik auf die Spitze, das bei den Ramones so gut wie gar keinen Platz hatte. Und dann kam Ende des Jahrzehnts noch der Post-Punk um die Ecke, der mit demselben DIY-Ethos musikalisch alles möglich machte.

© ByteFM, 17.4.2026

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