Radiotipps für den 26.4.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Neues aus den Jazz-Charts
Moderation und Auswahl: Peter Veit
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Ornette Coleman und Pat Metheny: Song X
01:03 bis 03.00 Uhr
Das Ö1 Jazznacht-Konzert: Die ORF Bigband bei den Bregenzer Festspielen 1975
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Studio LCB
Aus dem Literarischen Colloquium Berlin
Zu Gast: Judith Schalansky
Gesprächspartner: Nadja Küchenmeister, Nico Bleutge
Moderation: Tobias Lehmkuhl
„Marmor, Quecksilber, Nebel“ heißt das neue Buch von Judith Schalansky, und so schwer zu fassen wie Quecksilber ist auch die Schriftstellerin selbst. Als Herausgeberin, Romanautorin und Buchgestalterin hat sie sich einen Namen gemacht, ohne dass man sie auf das ein oder andere festlegen könnte. In ihrem erzählerischen Essay „Marmor, Quecksilber, Nebel“ wendet sie sich den Aggregatzuständen zu, in denen uns die Welt begegnet: fest, flüssig oder ganz und gar flüchtig. Ein Marmorblock auf einem Schiff in der Ägäis führt sie dabei vom Pygmalion-Mythos über den Fußboden der Staatsbibliothek Berlin bis zur verschollenen Plastik eines Schweins, eine Reise nach Mexiko von der Arche Noah zu vergifteten Flüssen bis zum „Lucha-Libre“-Kampf zwischen Diablo Azteca, El Santo und Psicosis. Das Schreiben erweist sich dabei als äußerst bewegliches Instrument, um den verschiedenen Erscheinungen Form zu verleihen. Wie der Essay Geschichte und Gegenwart, Mythos und Realität, Gisèle Pelicot, Roland Barthes und Hernán Cortés miteinander in Verbindung bringt und poetologische Funken schlägt, darüber diskutieren mit der Autorin der Kritiker Nico Bleutge und die Dichterin Nadja Küchenmeister. Es moderiert Tobias Lehmkuhl.
03:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Urban
Moderation: Carsten Rochow
Gut anderthalb Wochen vor der Superbooth26 richten wir in der Tonart Urban schon mal den Blick nach vorne auf die Jubiläumsausgabe: zehn Jahre Superbooth in Berlin. Eine Auswahl von Künstlerinnen und Künstlern, die dort auftreten werden, gibt einen Vorgeschmack auf diese besondere Mischung aus Fachmesse für Musikelektronik und Festival.
Außerdem schauen wir genauer auf das Label Peak Oil aus Los Angeles – eine der spannendsten Adressen für experimentelle Elektronik zwischen Ambient und avanciertem Sounddesign. Und wie immer gibt’s frische Musik: etwa von Harmonious Thelonious mit seinem eigenwillig polyrhythmischen Kraut-Entwurf und dem Duo Zena, das auf Temesgen Jazz, Soul und Elektronik elegant verbindet.
Ganz am Ende der Sendung, wie immer, ein fulminanter Schlusspunkt: Willow Skye-Biggs mit ihrem Projekt Stag Hare.
Vier Stunden Tonart Urban – Musik mit Synthesizern am Sonntagmorgen.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Texter und Rechtshistoriker Michael Kunze im Gespräch mit Florian Felix Weyh
Sind es zwei Leben? Einerseits Librettist und Schlagertexter mit 81 Goldenen Schallplatten, andererseits Autor rechtshistorischer Bücher? Nein, Udo Jürgens und akribische Archivarbeit haben sich bei Michael Kunze stets ergänzt.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
Das Untergewöhnliche ist ein scheues Reh – 50 Jahre Georges Perecs „Versuch einen Platz in Paris zu erfassen“ . Von Nicole Paulsen
An drei Tagen im Oktober 1974 setzte sich der Schriftsteller Georges Perec an einen Platz in Paris und notierte alles, „was passiert, wenn nichts passiert.“
40 Jahre später, 2014, begab sich Nicole Paulsen mit Notizbuch und Aufnahmegerät an denselben Ort und sammelte Töne und Eindrücke und baute eine Radiosendung daraus. Und als wäre all das nicht genug, unternahm sie die Suche nach dem „Untergewöhnlichen“ zum 50-jährigen Jubiläum noch einmal …
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Gustav Mahler: Drei Schläge mit dem Hammer – Das Schicksalsjahr 1907 und die Folgen
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (9/10)
Gustav Mahler hat in seinen Werken eine ganze Welt umrissen, vom unscheinbaren Kinderlied bis zur monumentalen „Sinfonie der Tausend“. Dass für ihn „Schaffen und Leben verknüpft“ sind, hat er freimütig bekannt. Und so folgt die Hörbiografie von Jörg Handstein den Stationen seines Schaffens wie seines Lebens. Gustav Mahler hatte eine beispiellose Karriere, die ihn vom armseligen Häuschen in einem böhmischen Dorf bis auf den Direktorensessel der Wiener Hofoper und in die USA geführt hat. Er war ein Hauptakteur in der Epoche des Wiener Jugendstils, zwischen der Spätblüte der Romantik und dem Aufkommen der Moderne. Sowohl die Idylle als auch die Katastrophe sind bei ihm stets präsent. Leonard Bernstein vernahm in der Neunten Sinfonie „das entsetzliche Stimmengewirr der Jetztzeit“ und den Klang einer Welt, „die ihrem Untergang entgegenwirbelt“. Die ungebrochene Popularität von Mahlers Werk spricht deutlich für seine Relevanz in der Gegenwart.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Harper Lee, Truman Capote und der amerikanische Süden
Von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Wagnis Weiße Rose“ (1+2/2) von Katrin Seybold und Michael Farin
Komposition: zeitblom
Regie: Katrin Seybold, Michael Farin BR 2012
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Magische Geschichten gegen Nachrichtenfrust“ Der englische Musiker Spencer Cullum
Von Anke Behlert
„Das Lesen der Nachrichten hat mich sehr frustriert“, sagt der in Großbritannien geborene, in Nashville lebende Sänger, Songwriter und Pedal-Steel-Gitarrist Spencer Cullum. Um alles von der Klimakrise bis zum Spätkapitalismus zu verstehen, wandte sich der Musiker der Folklore seiner Heimat zu. Er fand Trost – sogar Antworten – in den okkult angehauchten Geschichten über alte Relikte und Mitternachtsrituale. Diese nahm er mit in sein provisorisches Aufnahmestudio in den Gartenschuppen, wo sein aktuelles Album „Coin Collection 3“ entstand. Aufgewachsen ist Spencer Cullum in der Nähe von Canterbury, im Alter von 20 Jahren begann er Pedal-Steel zu spielen, tourte mit verschiedenen Bands und zog anschließend nach Nashville. 2017 startete er mit seinem Kollegen Jeremy Fetzer das Projekt Steelism, 2021 erschien Cullum erstes Soloalbum „Coin Collection“, eine Hommage an die englische Folkrock-Szene der 1960er- und 70er-Jahre.
18:00 Uhr HR 2 Feature
Harper Lee, Truman Capote und der amerikanische Süden. Von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder
Harper Lee und Truman Capote sind zwei der bekanntesten amerikanischen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts – und Kindheitsfreunde.
17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial
Zum 70. Geburtstag des vielseitigen Ira Coleman
Ira Coleman findet erst relativ spät zur Musik – mit 19 tauscht er ein in seinem Elternhaus herumliegendes Cello gegen sein Wunschinstrument, einen Kontrabass, dem er trotz gelegentlicher Ausritte Richtung E-Bass bis heute treu ist.
Kosmopolit ist Coleman von Anfang an: Als Sohn eines afroamerikanischen Malers und einer schwedischen Silberschmiedin in Stockholm geboren, verbringt er seine Jugend in Frankreich und Deutschland, studiert in Köln und schließlich in Boston; später lässt er sich dauerhaft in New York nieder.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Asiawochen“ Von Yannic Han Biao Federer
Regie: Iris Drögekamp (Produktion: SWR 2026 – Premiere)
Eine Familiengeschichte voller Zartheit und betonhartem Schweigen. Vanessas Vater verhält sich seit einiger Zeit seltsam, warum arbeitet er nicht mehr in seinem eigenen Laden, sondern offensichtlich in einem Fast-Food-Restaurant? Was hat ihre Mutter in Indonesien herausgefunden? Welches Familiengeheimnis verbirgt sich hinter dem Schweigen und was hat all das mit dem Geist von Bandung zu tun?
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
„Nichts, was nicht politisch wäre“ Hörspielunterhaltung im Dritten Reich
Von Wolfram Wessels Regie: Ulrike Brinkmann
Ton: Bernd Friebel DeutschlandRadio Berlin 2001
In der NS-Zeit büßte der Rundfunk seine literarische Experimentierfreude ein und wurde auf opportunistische Gefälligkeit und Propaganda getrimmt. Um unter Goebbels als Autor zu überleben, war Anpassung unvermeidlich. Auch heute noch angesehene Schriftsteller wie Günter Eich machten mit. Eine Analyse von Wolfram Wessels.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Der kamerunische Jazz-Bassist, Gitarrist und Sänger Richard Bona (1)
hr-Bigband feat. Richard Bona, cond. by Michael Philip Mossman, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Frankfurt, Februar 2026, Teil 1
19:04 Uhr WDR 3 Jazz
Der Schöpfer des Jazz Manouche – Django Reinhardt
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller
Kollaborationen und Einsamkeit
Der kalifornische Musiker Tim Presley hat früher in diversen Bands gespielt (u. a. The Fall). Seit 2010 kultiviert er unter dem Namen White Fence seinen eigenen Lo-Fi-Sound zwischen 60s-Psychedelia und Baroque Pop. Mit seinem langjährigen Weggefährten Ty Segall hat er zwei Alben zusammen eingespielt und diverse Solo-Alben veröffentlicht. Mit „Orange“ gibt es jetzt das erste White-Fence-Album seit sieben Jahren. Darauf gibt es verträumte Pop-Melodien mit 60s-Psychedelic-Sound zu hören, der oft an The Kinks erinnert. Natürlich produziert von seinem Kumpel Ty Segall.
Jordan Rakei ist der erste Künstler, der von den Abbey Road Studios zu einer Residency eingeladen wurde. Diese Serie soll Künstler*innen die Freiheit geben, sich ins Unbekannte zu wagen, spontan zu kreieren und dem Publikum einen einzigartigen Einblick in den kollaborativen und kreativen Prozess zu gewähren. Das Ergebnis ist auf der EP „Between Us” zu hören, auf der es Kollaborationen mit FKJ, Jalen Ngonda, Tom McFarland (Jungle), Nubya Garcia und Femi Koleoso (Ezra Collective) gibt.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Live aus der Weimarhalle
Ralph Vaughan Williams: „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis for Double Stringed Orchestra“
Maurice Ravel: Konzert für Klavier (linke Hand) und Orchester D-Dur
William Walton: Sinfonie Nr. 1 b-Moll
Jean-Efflam Bavouzet, Klavier; Staatskapelle Weimar
Leitung: Nicholas Carter
20:00 Uhr radio3 Konzert In der Philharmonie Berlin
Tarmo Peltokoski dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin
Kaija Saariaho und Richard Wagner
Kaija Saariaho: Laterna Magica
Richard Wagner: Der Ring ohne Worte
Deutsches Symphonieorchester Berlin
Tarmo Peltokoski, Leitung
Konzertaufnahme vom 29.05.2025 in der Berliner Philharmonie
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
Weilburger Schlosskonzerte – Das Mariani Klavierquartett
Freundschaft – Brahms trifft auf Gernsheim
Mariani-Klavierquartett
Gernsheim: Klavierquartett c-Moll op. 20
Brahms: Klavierquartett A-Dur op. 26
(Aufnahme vom 12. Juni 2022 aus der Oberen Orangerie)
Lange Zeit zählte Friedrich Gernsheim eher zu den Schattengewächsen auf deutschen Konzertbühnen – dabei wurde der Pianist, Dirigent und Komponist seinerzeit hoch verehrt und 1914 sogar in einem zweitägigen „Gernsheimfest“ in Dortmund ausgiebig gefeiert. Als Direktor und Musikpädagoge wirkte Gernsheim in Köln, Rotterdam und Berlin. Und zu seinen guten Freunden zählte Johannes Brahms.
20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Neues Album des Quartetts airborne extended
Kammermusik als Klanglabor: Musik von Bernhard Lang, Elisabeth Schimana, Bruno Strobl, Hannes Kerschbaumer, Alexander Kaiser, Thomas Wally, Peter Jakober und Anna Arkushyna
20:03 – 00:00 Uhr WDR 3 Konzert
Wittener Tage für neue Kammermusik 2026
Ur- und deutsche Erstaufführungen von Øyvind Torvund, Dai Fujikura und Chaya Czernowin zum Abschluss der Wittener Tage für neue Kammermusik.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
Bijan und der verschollene Werbespot – Aus dem Podcast Telephobia. Von Lea Utz BR 2025
Bijans Kindheit in Teheran in den 70ern ist düster – bis auf diesen einen Moment vor der Kamera: Er darf in einem Werbespot für Gummistiefel mitspielen. Jahrzehnte später will er den Clip noch einmal sehen, doch er ist spurlos verschwunden.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Flieg oder stirb“ Von Marta Medvešek
Regie: Marta Medvešek und Bodo Pasternak
Mit: Michael Hahnemann und der Autorin
Ton und Technik: Bodo Pasternak und Martin Scholz
Redaktion: Gabriele Hermer, Katrin Moll und Ingo Kottkamp
RBB und Deutschlandfunk Kultur 2024
Stjepan rettet Malena, ein verletztes Storchenweibchen. Jedes Jahr besucht sie der Storchenmann Klepetan. Die romantische Storchenliebe wird weltweit bekannt.
20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Mad Hope beim Donaufestival 2026
Ein Ausblick auf das Programm des Kremser Festivals für abenteuerliche Ästhetiken und Vibrationen aktueller Gegenwartkunst
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Emanuel Ax, Klavier; Berliner Philharmoniker
Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla
Mieczysław Weinberg: „Burattino und das goldene Schlüsselchen“. Orchestersuite Nr. 4, op. 55d
John Williams: Konzert für Klavier und Orchester
Sergej Prokofjew: „Romeo und Julia“. Suite aus der Ballettmusik, op. 64
Aufnahme vom 17.4.2026 aus der Philharmonie Berlin
Am Mikrofon: Uwe Friedrich
Schritt für Schritt hat Mirga Gražinytė-Tyla die Musikwelt erobert, nun kommt ein weiterer Meilenstein dazu: Die litauische Dirigentin gibt ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Hierfür hat sie Höhepunkte aus Sergej Prokofjews berühmter Ballettmusik zu Shakespeares „Romeo und Julia“ zu einer Suite zusammengestellt. Auch der erste Teil des Abends ist bildmächtig und bewegt: „Burattino und das goldene Schlüsselchen“ ist ebenfalls eine Ballettsuite, in diesem Fall zu einer Puppengeschichte des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg, der im sowjetischen Exil zu den engsten Freunden von Dmitrij Schostakowitsch zählte. Und das neue Klavierkonzert von John Williams, gespielt von Altmeister Emanuel Ax, verleiht dem Abend einen Hauch von Hollywood-Glamour.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
Was klaut er denn? Das reiche Klanguniversum des dieb13. Von Nina Polaschegg
Seit Jahrzehnten experimentiert er mit Technik und Klang: dieb13, bürgerlich Dieter Kovacic. Als experimenteller Turntablist, der lange schon Vinyls selbst schneidet, tourt er – zum Teil mit seiner Partnerin, der Filmkünstlerin und Musikerin Billy Roisz – um die Welt. Sein Klangspektrum reicht von reduzierten Flächen nahe der Hörschwelle, die er als Wiener Pionier um die 2000er-Jahre mitgeprägt hat. Über harsche Sounds, Noise bis hin zu lyrischen Zitatsprengseln. Und die von ihm gegründete Webseite „klingt.org“ ist Wortspiel und Plattform zugleich.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Treu, treuer, am treusten. Von Lena Reißner
Immer wieder stolpert Autorin Lena Reißner über die Treue. Der Begriff kommt ihr vor wie ein Konzept, aber welches genau, das weiß niemand genau, das ist doch Auslegungssache, oder? In ihrem Essay aus dem Jahr 2023 geht Lena Reißner den Fragen nach, die sie an dieses Konzept hat: Was ist Treue abseits von sexueller Exklusivität? Womit beginnt sie eigentlich und wo kommt sie her? Und wie lange bleibt sie? Bis das der Tod uns scheidet? Wem sind wir treu und warum irgendwann nicht mehr?