UKJazznews Musiktipp: Joe Henderson – Consonance – Live at the Jazz Showcase / Resonance Records
Von Phil Johnson. Haltet alle Uhren an. In letzter Zeit gab es eine ganze Flut von erst spät entdeckten oder wieder ausgegrabenen Live-Aufnahmen, von denen viele als limitierte Vinyl-Editionen anlässlich des jährlichen Record Store Day erschienen sind, der Ende dieser Woche stattfindet.
Aber nichts, was ich bisher gehört habe, kann sich in Sachen Intensität und mitreißendem Improvisationsfluss mit dieser absolut fesselnden zweieinhalbstündigen Aufnahme eines kompletten Konzerts von 1978 des Tenorsaxophonisten Joe Henderson messen, das der verstorbene Jazz-Impresario Joe Segal in seinem Club in Chicago aufgenommen hat.
Die Gründe, warum das Album so gut ist, liegen zum Teil an der Größe von Henderson selbst, der hier in absoluter Höchstform zu hören ist; zum Teil an der Band, einem kraftvollen Quartett mit der wahrhaft großartigen Pianistin Joanne Brackeen sowie einem hervorragenden lokalen Rhythmus-Team aus dem jungen Bassisten Steve Rodby und dem erfahrenen Schlagzeuger Danny Spencer; und zum Teil am Repertoire, das Hendersons Favoriten wie sein eigenes „Recorda Me“, „Inner Urge“ und „Isotope“ sowie regelmäßig gespielte Standards wie „Good Morning Heartache“, „Round Midnight“, Coltranes „Mr P.C.“, Parkers „Relaxin’ at Camarillo“ und die bewährten Klassiker „Softly, as in a Morning Sunrise“ und „Invitation“.
© UKJazznews, 13.4.2026