Radiotipps für den 28.6.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Marcus Woelfle
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Der Ingeborg-Bachmann-Preis
„Der Ingeborg-Bachmann-Preis“ Das Beste aus 50 Jahren
Moderation: Andrea Gerk und Wiebke Porombka
Aufzeichnung vom 27.06.2026 in Klagenfurt
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Die NBA-Spieler-Mutter Beate Wagner im Gespräch mit Maja Ellmenreich
Die „Wagner Brothers“ aus Berlin sind Superstars im US-Basketball. Ihr Erfolg hat auch das Leben ihrer Mutter geprägt: Doch Beate Wagner ist nicht nur „NBA Mum“. Als Medizinjournalistin hat sie jüngst ein Buch über „Die weibliche Angst“ geschrieben.
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel
„Malina“ von Ingeborg Bachmann Teil 2
Bearbeitung und Regie: Bernadette Sonnenbichler
Bearbeitung & Regie: Bernadette Sonnenbichler
Komposition: Martina Eisenreich hr 2020
»Es war Mord«. Mit diesem berühmt gewordenen Satz endet der rätselhafte Liebesroman von Ingeborg Bachmann, der in einer meisterhaften Komposition aus inneren Monologen, Märchen, Briefen, fiktiven Dialogen und Telefonaten von einer ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte erzählt.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
„Regen für die Toten“ Von Yasmina Hamlawi und Jürgen Pettinger
(Produktion: ORF 2026)
Yasmina Hamlawi reist nach Algerien, in die Heimat ihres verstorbenen Vaters, um sein Grab zu besuchen. Mit dabei: ihre kleine Tochter. Wie gedenkt man eines Toten – den die Tochter gar nicht kannte? Wir begleiten die beiden, wie sie neue Rituale ersinnen, wie sich das Kind auf rührende Weise, tanzend, reimend und singend, die arabische Sprache aneignet und eine ihr fremde Welt.
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Robert Schumann – Die innere Stimme. Aufregungen
Eine Hörbiografie von Von Jörg Handstein (9/10)
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Einmal muss das Fest ja kommen. Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze
Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze. Von Helmut Böttiger
Ingeborg Bachmann, die Lyrikerin, und Hans Werner Henze, den Komponisten, verband mehr als eine Künstlerfreundschaft. Doch worauf ihre Beziehung gründete, war von Anfang an in ein geheimnisvolles Dämmerlicht gehüllt.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Interpretationen
Für einen neuen Begriff der „Moderne“
Hans Werner Henzes Werke aus der Zeit mit Ingeborg Bachmann
Gast: Helmut Böttiger, Publizist
Moderation: Jürgen König
Ein ungleiches Paar: In Italien erlebten die Dichterin und der Komponist rauschhafte Zeiten, die sich in vielen Werken niedergeschlagen haben.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Progressive Prosa aus Plauen“ Die Band Polis
Von Tim Schauen
Rockmusik mit deutschen Texten, die sich im Hirn verhaken: Seit Mai 2026 ist das vierte Polis-Album „Pilger“ auf Wanderschaft.
2010 wurde die Band Polis in Plauen gegründet, und schon ihr Debüt-Album „Eins“ verblüfft: schwer progressiver Sound von analogem Synthesizer und Hammond-Orgel, griffige Rockriffs, lange Gitarrensoli, auch mal ungerade Rhythmen, zupackend oder verspielt. Darüber deutsche Texte, deren Inhalt so tief sein kann wie die Musik darunter: poetisch, grüblerisch, zärtlich, sperrig. Grob also zwischen spätromantischer Melancholie und 1970er-Prog-Rock Sturm und Drang. Daran hat sich auch mit „Sein“ im Jahr 2014 nichts geändert, nur steht hier das Klavier mehr im Mittelpunkt. Der Sound wird noch feiner geschliffen, sodass „Weltklang“ (2020) auch auf Weltniveau klingt. Ab Ende Mai 2026 ist das vierte Album „Pilger“ auf Wanderschaft – auf dem Weg durch die Ohren in die Herzen, verhakt sich dabei angenehm im Hirn. Eine spannende Band mit (ost-)deutschem Geschichts-Bewusstsein: Polis!
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Der Untergang der Stadt“ Von Carl Amery
Komposition: Jacob Suske Regie: Bernadette Sonnenbichler BR 2021
Sollen die Bürger Passaus im postapokalyptischen Europa eine technologische Zivilisation wagen, auf Kosten der Nachbarn? Oder ins unzivilisierte Mittelalter zurückkehren? Atmosphärische Episoden zeichnen das Bild einer grotesken, dem Untergang geweihten Stadt „Die Mischung aus bayerischer Science-Fiction und sarkastisch-dystopischem Gesellschaftsentwurf hat mich bei diesem Projekt von Anfang an gereizt. Sowohl bei der Bearbeitung als auch bei der Inszenierung war mir wichtig, den feinen Humor und die besondere Erzählweise zu bewahren.“ (Bernadette Sonnenbichler)
17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Es braucht einen Aha!-Moment“ – der Pianist Boris Giltburg
Klassische Musik sei für Außenstehende oft unzugänglich, findet Boris Giltburg. Deshalb hat er sich zum Ziel gesetzt, nicht nur als Pianist auf der Bühne Musik zum Erlebnis zu machen, sondern auch als Blogger. Hier wie dort entschlüsselt er Aha!-Momente, er blickt in die Erzählung, hinter die Noten und Partituren, mit offenen Ohren und Augen – und mit Herz!
17:10 Uhr Ö1 Live vom Ö1 Club-Fest im MQ Wien
Asja Valcic & Klaus Paier
Das Duo erhebt die Kombination Akkordeon-Cello zu einem unverwechselbaren Klangerlebnis, das klassische Raffinesse mit der Freiheit des Jazz und Einflüssen aus aller Welt verbindet. Daraus entsteht vielschichtige, atmosphärisch dichte Musik voller Ausdruckskraft und improvisatorischer Tiefe.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
Die Welt zwischen den Nachrichten
Hörspiel von Judith Kuckart nach ihrem gleichnamigen Roman
Hörspielbearbeitung: Judith Kuckart
Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR 2026 – Premiere)
Judith Kuckarts Hörspiel verdichtet Lebenserfahrung zu kunstvollen Momentaufnahmen. Ausgangspunkt ist eine Generation, geprägt vom Aufwachsen im Schatten historischer Ereignisse – vom Tod Benno Ohnesorgs bis zum Fall der Mauer.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
SÜDLICHE AUTOBAHN. Von Julio Cortázar
Übersetzt von Rudolf Wittkopf
Bearbeitung und Regie: Jakob Gühring
Mit: Ursina Lardi
Komposition: Max Andrzejewski und Johannes Schleiermacher
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Christoph Richter
Regieassistenz:Marie Permantier
Dramaturgie: Sabine Küchler Besetzung: Kathi Bonjour Deutschlandfunk 2026
Südlich von Paris geraten an einem heißen Augustsonntag Zehntausende von Wochenendheimkehrern in einen gewaltigen Stau, der sich nicht mehr auflöst. Er wird sie monatelang gefangen halten.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Masterstudiengang Bigband – Studioproduktion April 2026
hr-Bigband & Studierende des MA Bigband, cond. by Peter Fulda, Hessischer Rundfunk, Hörfunkstudio II, Frankfurt, April 2026
19:05 Uhr WDR 3 Jazz
Die Hohepriesterin: Nina Simone. Mit Karsten Mützelfeldt
Bekannt wurde Nina Simone mit Songs wie „My Baby Just Cares For Me“, doch ihre Kunst ging weit über Unterhaltung hinaus. Eine unabhängige Frau mit einem unstillbaren Durst nach Freiheit.
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Paula Bühler
Bürste mich wie ein Pferd
Pearl & The Oysters machen sonnigen Psych-Pop für einen rastlosen Geist, Gold Panda tauscht melancholische Electronica gegen rohen House bei 140 BPM und Spacemoth verwandelt alte Familienvideos in neue Musik. Ibeyi beschäftigen sich mit Hingabe und dem Loslassen von Erwartungen, während Chanel Beads Verlust und wiederkehrende Muster in traumartigen Lo-Fi-Pop übersetzt.
Rauer wird es bei The Telescopes, Brutalismus 3000 sowie Afrob und Ferris MC. Für die ruhigeren, nachdenklicheren Momente sorgen Beth Orton, Tasha, Lau Ro und Low Key Orchestra.
20:03 – 22:00 Uhr SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
Der Mensch ist ein Wunderwerk – Hans Werner Henze 100. Mit Martina Seeber
Als Mensch und Künstler war Hans Werner Henze mit Widersprüchen konfrontiert. Als Kommunist im Kalten Krieg, als von der Avantgarde angefeindeter Traditionalist und als Liebender, der in Italien seine zweite Heimat fand. Henze war der produktivste Opernkomponist seiner Zeit, Gründer der Münchner Biennale für neues Musiktheater, und allem universal: als Komponist auch von Sinfonien, Kammermusik und radiophoner Kunst, als engagierter Musikvermittler, Autor, Dirigent und Kompositionsprofessor. Kurz vor seinem 100. Geburtstag am 1. Juli erkunden wir das „Wunderwerk“ Henze.
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Gipfelklänge – das Jazzfestival Saalfelden 2025
Das traditionsreiche österreichische Jazzfestival Saalfelden überzeugt nicht nur durch seine beeindruckende Kulisse, sondern auch durch ein stilistisch breit gefächertes Programm: Vom Folk beeinflussten Jazz der Trompeterin Laura Jurd über lateinamerikanische Rhythmen, Funk Grooves und Free Jazz der Vibrafonistin Patricia Brennan bis zu einer Keith Jarrett- Hommage von The Bad Plus.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Das Döner-Logo und seine Geschichte“ Von Aylin Doğan
BR 2025
Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als eine Milliarde Döner verkauft. Sie kommen in eine Papiertüte, von der uns ein freundlicher „Dönermann“ angrinst. Inzwischen gibt es das Logo auf T-Shirts und Caps, es gibt Remixes und Parodien – aber keiner weiß, wer es gezeichnet hat.
Döner Kebab ist mehr als nur Fast Food – er steht für erfolgreiche Migrationsgeschichte, inklusive aller Hürden und Härten. Genau diese Geschichten spiegeln sich auch im Logo. Host Aylin Doğan macht sich auf die Suche nach der Person, die es erfunden hat und lernt dabei viel über Gastarbeiter, die den Döner nach Deutschland gebracht haben und über das große Business, das Döner geworden ist.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
How’ s your walk with the Lord?
Von Janko Hanushevsky und Nathan Bontrager
Regie: Janko Hanushevsky
Ton: Eva Pöpplein und Oliver Dannert
Deutschlandfunk 2026
Nathan wächst als Mennonit in den USA auf. Vom praktizierten Glauben hat sich der heute in Köln lebende Musiker gelöst. Doch was ihn damals bewegt hat, ist nicht verschwunden. Ein Feature über Transformation – von Menschen und religiösen Gefühlen.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
Mikrokosmos – Alternative Tunings im Jazz. Von Niklas Wandt
Die Untertelung einer Oktave in zwölf Halbtonschritte setzte sich in Europa im frühen 18. Jahrhundert durch. Im zeitgenössischen Jazz gibt es aber immer mehr Musikerinnen und Musiker, die nach anderen Unterteilungen, nach kleineren Intervallen suchen, um ihrer Musik mehr Ausdruck zu verleihen. Dazu zählen der Violinist Modney, die Saxofonistin Anna Webber und der Pianist Georg Vogel, der im Zuge seiner Recherchen sogar ein eigenes Tasteninstrument geschaffen hat – das Claviton, mit einunddreißig Tönen pro Oktave. Eindeep divein die Welt der Mikrotonalität!
23:00 Uhr ByteFM Tonspur mit Toni Wittmann
Aufwachsen
In dieser Ausgabe Tonspur kramt Toni Wittmann eine kleine, feine Auswahl an Songs heraus, die sie von Kindheitstagen bis zum älter werden begleitet haben: Von der ersten CD, zu vergessenen Schätzen bis hin zu All-Time-Favorite-Bangern: Ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Message und ganz viel Schabernack!
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Naomi Pinnock – eine Kalligrafin der Klänge
Naomi Pinnocks Klänge sind wie zarte Pinselstriche. Jeden Tupfer setzt sie erst nach sorgfältigem Abwägen aufs Papier. Leonie Reineke stellt die leise grübelnde Musik der britischen Komponistin vor.
23:03 Uhr BR Klassik – Musik der Welt
Das Ein- und Ausatmen einer Dampflok“ – Das finnische Mundharmonika-Quartett Sväng
Von Roland Kunz
Lagerfeuer-Atmosphäre? Mitnichten!
Das finnische Quartett „Sväng“ räumt auf mit allen landläufigen Vorstellungen vom Bluesinstrument „Mundharmonika“. Die vier Musiker, ausgebildet an der Sibelius-Akademie Helsinki, rühren zwar im Sud finnischer Folklore, aber was darüber hinaus zum Klingen gebracht wird, ist Musik zwischen Ragtime, Jazz, Klassik, Tango und Balkan-Rhythmen. Schon in den 1930er Jahren formierten sich in Finnland Mundharmonika-Quartette, die finnische Volkslieder arrangierten, aber im Unterschied dazu wurde das Hauptrepertoire von „Sväng“ von den Bandmitgliedern selbst komponiert. „Wir machen eine Art Folkmusik aus Finnland von heute. Das ist natürlich keine Musik, die leicht auf Mundharmonikas zu spielen ist, sondern wir versuchen und üben so lange bis wir sie auf unseren Harmonikas spielen können.“ Sväng absolviert mit jedem Konzert eine Art Marathon. Allein die Bassharmonika mit ihren optisch erstaunlichen Ausmaßen verlangt körperliche und künstlerische Höchstleistung wie „das Ein- und Ausatmen einer Dampflok“. Elektrische Verstärkung und durch diverse Effektgeräte verfremdeter Klang, machen die Begegnung mit „Sväng“ zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis.