Radiotipps für den 4.7.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Zwei Räder, ein Lenker und das reicht“ Die Lange Nacht vom Radfahren
Von Frank Riede Regie: Philippe Brühl
Transportmittel, Sportgerät, Spielzeug – und manchmal ist das Fahrrad auch noch mehr: das Zentrum einer Lebenseinstellung. Erst vor gut 200 Jahren hat der Mensch gelernt, auf zwei Rädern das Gleichgewicht zu halten. Die Lange Nacht erzählt von Historie und Entwicklung des Fahrrads, aber vor allem Geschichten von Radfahrerinnen und Radfahrern. Es geht ums Alltagsradeln, um den Verteilungskampf auf den Straßen, um Berufe auf und mit dem Rad, um die Soziologie der Räder und Radelnden und darum, was die Elektrifizierung des Rades verändert. Wir sprechen mit der Fahrradstaffel der Polizei, einem Unfallforscher, einer Vertreterin der Wirtschaft und Fahrradhändlerinnen und -händlern, mit Fahrradlobbyistinnen, einem Kurierfahrer, dem Bundesverkehrsminister und noch vielen anderen, und fragen sie, wie es den Menschen und den Fahrrädern gerade so geht und wo es hingeht. Und seit wann gibt es eigentlich die Fahrradklingel? Max Raabe singt dazu „Zwei Räder, ein Lenker und das reicht / Manchmal ist das Leben ganz schön leicht“. Die „Lange Nacht“ steigt pünktlich zum Startschuss für die Tour de France in die Pedale, geht aber nicht auf Radfahren als (Profi-)Sport ein, sondern beschränkt sich auf den Fahrradgebrauch von Amateuren.
03:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart
„Klassik reloaded“ Pierre Boulez Saal, Berlin
Ralph Vaughan Williams: Fantasia on a theme of Thomas Tallis für Streichquartett und zwei Streichorchester
Charles Hubert Parry: Songs of Farewell (Auszüge)
Edward Elgar: Introduction and Allegro für Streicher
Joannna Marsh: Threadlands
(Uraufführung, Auftragskomposition RIAS Kammerchor)
RIAS Kammerchor Berlin; Ensemble Resonanz
Leitung: Justin Doyle
Aufzeichnung vom 29.05.2026
(Wdh. v. 11.06.2026)
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Nach Diktator Franco“ Spaniens neue Freiheit
Von Ruprecht Kurzrock und Rainer Höynck. RIAS Berlin 1979
Vorgestellt von Isabella Kolar
Spaniens Übergang zur Liberalisierung – wie sich die spanische Kultur und Gesellschaft nach Francisco Franco allmählich verändert. Es gab dabei keinen Tag X, auch nicht Francos Tod im Jahr 1975. Der Wandel war ein eher schleichender. Schauplätze der Sendung sind Madrid und Barcelona. Viele Deutsche reisen schon damals nach Spanien in den Urlaub, haben aber wenig Ahnung von Land und Leuten. Die Sendung versucht, Eindrücke über den Wandel, den „Cambio“, in Spanien in den vorhergehenden zehn Jahren zu liefern.
13:00 Uhr Ö1 Le week-end – 250 Jahre USA
Frank Zappa: „movie for your ears“ 4th of July mit Frank Zappa
Musikalisch vertracktes trifft auf politisch vertracktes in diesem le week-end am 4. Juli, am 4th of July. Es ist der amerikanische Unabhängigkeitstag, an dem das 250. jährige Bestehen der USA gefeiert wird. Und le week-end feiert mit dem großen, amerikanischen Musikschriftsteller Frank Zappa.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Aufbruch und Absturz“ Kenias digitale Generation
Von Bettina Rühl Regie: Nicole Paulsen
Ton und Technik: Thomas Rau, Sabine Klunzinger
Redaktion: Karin Hutzler SWR 2026
Gute Internetverbindung, mehr Smartphones als Einwohner – Kenia gilt als digitaler Vorreiter in Afrika. Das weiß die kenianische Gen Z zu nutzen. Sie kämpft mit Apps und Handys für Veränderung und eine bessere Zukunft.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Me and My Music – Simon Rummel. Von Julia Neupert
Heute im klingenden Selbstporträt: der Kölner Pianist, Komponist und Klangkünstler Simon Rummel. Musikalisch sozialisiert bei den Trierer Sängerknaben, hat er Jazz, Komposition und Bildende Kunst studiert. Querverbindungen und Zwischenräume interessieren ihn, seine Musik ist so durchdacht wie spielerisch, seine Skepsis gegenüber Dogmen äußert sich in einem fröhlichen stilistischen Anarchismus, mit Forschergeist tüftelt er an raumgreifenden Instrumentenerfindungen und Installationen.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
Vom 10. bis 19. Juli findet die nächste Ausgabe des Kultursommer Oldenburg statt, dieses Mal fast nur Bands, die in Deutschland beheimatet sind, aber eine Migrationsgeschichte haben. Ein bewusst gesetztes Zeichen, um deutlich zu machen, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Außerdem: Labi Siffre gehört zu den größten Songschreibern der Welt. 2026 ist nach 28 Jahren Pause neue Musik von ihm erschienen, ein Album soll folgen. Und: Neue Musik von Butthole Surfers, Beth Ortion und Kurt Vile.
19:00 Uhr HR 2 Blue Notes in vielen Farben
Mit Cash Box Kings, Koko Taylor, Stefan Hillesheim u. a.
Still Going Strong! – Buddy Guy zum 90. Geburtstag und mehr Chicago Blues von Muddy Waters bis Billy Branch, von Koko Taylor bis Stefan Hillesheim.
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel
„Das verlorene Meisterbild“ Von Jean Marsus
Regie: Wolfgang Spier Produktion: WDR 1962
Kunstexperte und Museumskonservator Courtois erzählt einen Fall aus seiner Praxis. Dabei ging es um die Entdeckung eines echten Leonardo und mehrerer Kopien dieses Bildes. Der Besitzer führte die Kaufinteressenten an der Nase herum, bis ein Unbekannter das Original ersteht und illegal im Diplomatengepäck aus der Schweiz schmuggelt. Courtois entgeht so die Chance zu einem Gutachten über die Echtheit des Gemäldes. Aber er gewinnt die Zuneigung einer kunstverrückten Grafentochter aus Amerika…
19:05 – 23:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Rudolstadt-Festival“ Roots – Folk – Weltmusik – Live aus Rudolstadt
Moderation: Olivia Artner
Folktraditionen. Mutige Experimente. Die große Bühne. Das improvisierte Podium im lauschigen Hof. Das Rudolstadt-Festival ist das größte Festival für Roots, Folk und Weltmusik hierzulande. Wir senden live von den Bühnen in der thüringischen Kleinstadt: u.a. Kathryn Tickell & The Darkening, Der Nino aus Wien, Bentu und Dis is Marketa. Und wir begrüßen Gäste an unserem Übertragungswagen in Rudolstadt, u.a. die Ruthpreisträgerin Dota, Festivalmacher und Straßenmusiker.
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Playback
O Superwoman – Die Multimedia-Künstlerin Laurie Anderson. Mit Ralf Summer
Seit Januar ist die einflussreiche US-Multimedia-Künstler auf Europa-Tour. Die 79jährige Musikerin spielte in den vergangenen Monaten in Dresden und Hamburg – am 13. Juli folgt ihr letzter Auftritt in Deutschland: München, Isarphilharmonie. Im Gepäck hat sie ihr 2026er Album „Let X = X (Live)“ – ein Konzert-Mitschnitt. Wir zeichnen in dieser Stunde ihren Weg nach: von der aus der Nähe von Chicago stammenden Allrounderin: Comics- Zeichnerin, Kinderbuch-Illustratorin, Kunst-Kritikerin, Performance-Künstlerin, Instrumenten-Erfinderin, Filmregisseurin, Multimedia-Spezialistin. Nicht zu vergessen: Musikerin. Die Wahl-New Yorkerin hat seit den 70ern mit unzähligen Artists gearbeitet. Mit „O Superman“ landete sie in den 80ern den unwahrscheinlichsten (Avantgarde-) Hit (Platz 2 im UK) – der immer wieder gesampelt, gecovert oder zitiert wird. Sie zählt mit Yoko Ono und Kim Gordon (Sonic Youth) zu den wichtigsten weiblichen Künstlerinnen der Pop-Kultur. Anderson war über 20 Jahre lang mit Lou Reed (The Velvet Underground) verheiratet. Am 5.6.27 wird die preisgekrönte Buddhistin 80.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Mischkonsum!
Punk und Electro gehen unheilige und unheimliche Verbindungen ein in dieser Ausgabe von Electro Royale. Dosenstolz, Perel, Rone und Alexis Taylor mischen mit!
20:05 Uhr Deutschlandfunk Studio LCB
Aus dem Literarischen Colloquium Berlin
Lesung: Heike Geissler
Gäste: Heide Lutosch und Alexander Solloch
Aufzeichnung vom 1.6.2026
Am Mikrofon: Katharina Teutsch
„Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“, sagt Michael Kohlhaas in der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist, die 1808 zunächst als Fragment in der Literaturzeitschrift „Phöbus“ erscheint. Die tragische Geschichte des Rosshändlers Kohlhaas, der auf dem Weg zur Leipziger Messe von einem skrupellosen Junker belogen und ausgenommen wird, der in einem wahnsinnigen Rachefeldzug versucht, das Recht wieder herzustellen und darüber selbst zum Mörder wird, gehört zu den berühmtesten Stoffen der Weltliteratur. Vermutlich auch deshalb, weil die Gefühle in dieser im sechszehnten Jahrhundert angesiedelten Geschichte universell sind.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Katie Spencer & Alan Thomson
Mitschnitt vom 8. Mai 2026, KITO, Bremen
Die 26-Jährige britische Folkgitarristin und Sängerin Katie Spencer und der 66-Jährige schottische Bassist Alan Thomson sind ein beeindruckendes generationsübergreifendes Duo.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Zusammen, nicht gemeinsam“ Über das sinfonische Schaffen von Anatol Vieru
Von Thomas Beimel (Wdh. v. 05.10.2013)
Wie viele Rumänen jüdischer Herkunft wurde der Komponist Anatol Vieru (1926-98) früh Mitglied der Kommunistischen Partei. Deren Ideologie versprach Emanzipation und ein Ende der Ressentiments. Schon zu Beginn der 1950er-Jahre, als er in Moskau bei Aram Chatschaturian studierte, kamen Vieru allerdings Zweifel. Ein langer Prozess zunehmender Entfremdung begann – in der im Wendejahr 1989 vollendeten Sinfonie Nr. 6 „Exodus“ erreichte er einen Höhepunkt. Die Einsicht, dass es kein Fundament gibt, welches die Menschen dazu befähigt, als solidarische Gemeinschaft zu handeln, findet darin adäquat einen klanglichen Ausdruck, der bis heute Gültigkeit hat. Im Nachklang des 100. Geburtstags des Komponisten wiederholen wir eine Sendung von Thomas Beimel, dem unvergessenen Vermittler rumänischer Avantgardemusik im DLF-Programm, der vor zehn Jahren überraschend verstarb.
23:00 Uhr Die radio3 Listening Lounge
Die radio3 Listening Lounge mit Erik Leuthäuser
Aufnahme vom 29.06.2026
Für unsere letzte radio3 Listening Lounge vor der Sommerpause haben wir den Jazzsänger Erik Leuthäuser in die Bredouille Bar eingeladen. Er zählt zu den spannendsten Newcomern der deutschen Jazzszene. In seinen Songs verbindet er zeitgenössischen Jazz mit Elementen aus Avantgarde-Pop und elektronischer Musik. Sein Gesang bewegt sich dabei mühelos zwischen virtuoser Improvisation und erzählerischer Klarheit.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Michel Roth: Durch dicht und dünn
Drei Kontaktmikrofone, zwei Jahre, eine Seilbahn
Das Schächental ist ein felsiges Bergtal im Schweizer Kanton Uri, unweit des Gotthards. Es gilt als Heimatort von Wilhelm Tell.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Jazz global: The Scar-Spangled Banner – Jazz zum 250. Unabhängigkeitstag der USA
Mit Konrad Bott
Am 4. Juli 1776 hatten die britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit erklärt. Seitdem ist aus den USA eine führende Weltmacht geworden. Die Geschichte des Jazz ist unmittelbar mit der Geschichte dieser sogenannten „Vereinigten Staaten“ verknüpft und auf ambivalente, schmerzhafte Art verwachsen. Zum 4. Juli schauen wir mal, wie Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker ihre Gefühle gegenüber der US-Heimat in Töne gegossen haben.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Zwei Räder, ein Lenker und das reicht“ Die Lange Nacht vom Radfahren
Von Frank Riede Regie: Philippe Brühl
Transportmittel, Sportgerät, Spielzeug – und manchmal ist das Fahrrad auch noch mehr: das Zentrum einer Lebenseinstellung. Erst vor gut 200 Jahren hat der Mensch gelernt, auf zwei Rädern das Gleichgewicht zu halten. Die Lange Nacht erzählt von Historie und Entwicklung des Fahrrades, aber vor allem Geschichten von Radfahrerinnen und Radfahrern. Es geht ums Alltagsradeln, um den Verteilungskampf auf den Straßen, um Berufe auf und mit dem Rad, um die Soziologie der Räder und Radelnden und darum, was die Elektrifizierung des Rades verändert. Wir sprechen mit der Fahrradstaffel der Polizei, mit einem Unfallforscher, mit einer Vertreterin der Wirtschaft und mit Fahrradhändlerinnen und Händlern, mit Fahrradlobbyistinnen, mit einem Kurierfahrer und dem Bundesverkehrsminister und noch vielen anderen und fragen sie, wie es den Menschen und den Fahrrädern gerade so geht und wo es hingeht. Und seit wann gibt es eigentlich die Fahrradklingel? Max Raabe singt dazu „Zwei Räder, ein Lenker und das reicht/Manchmal ist das Leben ganz schön leicht“. Die Lange Nacht steigt pünktlich zum Startschuss für die Tour de France in die Pedale, geht aber nicht auf Radfahren als (Profi-) Sport ein, sondern beschränkt sich auf den Fahrradgebrauch von Amateuren.