Musikszene: 150 Jahre Bayreuth
Von Holger Noltze (DLF). Eine Zeitreise zu den Anfängen des vielleicht kühnsten Kunstprojekts des 19. Jahrhunderts.
Bayreuths „Grüner Hügel“ ist immer noch die meistumkämpfte Bodenerhebung der deutschen Kultur. Vor 150 Jahren erfand Richard Wagner hier das neuzeitliche Festival. Der Weg hinauf zum Festspielhaus ist manchen eine Wallfahrt. Doch schon Friedrich Nietzsche war das alles, anno 1876, zuviel „Circus“ – entnervt ergriff der Philosoph die Flucht. Zwischen Faszinosum und Anfeindung erwies sich das Modell Bayreuth jedenfalls erstaunlich beständig. Es überstand den Tod des „Meisters“ und noch die Anhänglichkeit des Wagner-süchtigen Adolf Hitler, als „Neubayreuth“. Im Jubiläumsjahr ist zu fragen: Ist das Festspielhaus noch Werkstatt oder längst Museum? Gilt Wagners Devise „Kinder, schafft Neues“ noch?
© Deutschlandfunk, Musikszene, 21.7.2026