Saints & Strikers – Als der Jazz die britische Arbeiterklasse mitriss
Ralf Dorschel (ARD Radiofestival Jazz) erinnert in „Saints & Sinners“ an jene Jahre, als der Jazz die britische Arbeiterklasse mitriss – und spielt die Musik der großen drei „B“ plus Ken Colyer, Humphrey Lyttelton, George Webb und der Crane River Jazz Band.
Im Sommer 1948 tobten „Jazz Riots“ rund um Londons Leicester Square: auf der einen Seite die Traditionalisten, Fans von Humphrey Lyttelton und Ken Colyer. Auf der anderen Seite die Modernisten mit Bebop-Idolen wie Charlie Parker. Am Ende behielten Lytteltons Fans die Oberhand – vor allem deshalb, weil sie bereit waren, den Bebop-Schnöseln notfalls auch mit starker Hand vom Platz zu helfen. Diese jungen Leute nahmen den Jazz persönlich – und nichts lag ihnen dabei ferner als jene intellektuelle Verrücktheit des Bebop. Jazz wurde zu einem Massenphänomen vornehmlich der Working Class.
© ARD Radiofestival Jazz, 10.8.2026
Ken Colyer’s Jazzmen:
“Goin Home”
Acker Bilk:
“Blaze Away”
George Melly & Mick Mulligan’s Jazz Band:
“You’ve got the right key but the wrong key hole”
Kenny Ball:
“I Love You, Samantha”
The Crane River Jazz Band:
“I’m Travelling”
George Webb’s Dixielanders:
„South”
Omega Brass Band:
“Tiger Rag”
Ottilie Patterson:
„Doctor Jazz“
Humphrey Lyttelton:
“Bad Penny Blues”
Merseysippi Jazz Band:
„Chicago Buz”
Chris Barber & Sister Rosetta:
“When the Saints Go Marching in”
The Crane River Jazz Band:
“Canal Street Blues”