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UKJazznews Musiktipp: Satoko Fujii – „Satoko Fujii’s Bunker Ulmenwall Orchestra“ / Selfrelease

Von Kevin Whitlock. Bereits im Sommer wurde bekannt gegeben, dass die bemerkenswert produktive japanische Pianistin und Komponistin Satoko Fujiiauf ihrer Bandcamp-Seite sind über hundert Alben zu finden – in diesem Jahr nicht weniger als fünf Orchesteralben veröffentlichen würde. Satoko Fujii’s Bunker Ulmenwall Orchestra ist das erste davon und, bemerkenswerterweise, bereits das 24. Orchesteralbum ihrer bisherigen Karriere.

Es wurde 2014 bei einem Konzert im Bunker Ulmenwall in Bielefeld, Deutschland, aufgenommen, einem Jazz-Veranstaltungsort, der in einem umgebauten Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg untergebracht ist. Die Aufnahme lag unentdeckt im Archiv des Konzertproduzenten Wolfgang Gross – der viele Jahre lang Vorsitzender der Stiftung hinter dem Veranstaltungsort Bunker Ulmenwall war.

Gross verbindet zudem eine langjährige Beziehung mit der Pianistin; er hat viele ihrer Konzerte produziert. Vor kurzem stieß er auf die Aufnahme, zeigte sie Fujii, und sowohl die Künstlerin als auch der Produzent waren sich einig, dass bei diesem Konzert „etwas Besonderes“ passiert war. Und genau so ist es auch gekommen.

Das neu entdeckte Album, eine Doppel-CD, fängt die Energie eines großen Ensembles ein (bestehend aus professionellen Musikern und lokalen Studenten), das sichtlich begeistert davon ist, anspruchsvolle Kompositionen von Fujii sowie von anderen Komponisten der Gruppe zu spielen, darunter auch die Lebens- und Musikpartnerin der Pianistin, Natsuki Tamura.

Schon bei den ersten Tönen der langatmigen und monumentalen Suite „Shiki“, die die gesamte erste CD einnimmt, wird deutlich, dass sich das Orchester in Fujii’s Klangwelt zu Hause fühlt.

Fujiis Art zu dirigieren – sie gibt Solisten und Orchestergruppen im Verlauf des Stücks den Einsatz – macht dieses Werk zu einem wahrhaft gemeinschaftlichen Projekt; sie weiß, was sie tun muss, um ihre Vision zu verwirklichen, lässt den Musikern jedoch die Freiheit, zu improvisieren und sich auszudrücken. So fügt sich das leuchtende, nachdenkliche Solo der Gitarristin Lucy Liebe perfekt in den leisen Bordun der ersten Minuten ein und wird im Zuge der sich aufbauenden Spannung immer drängender. Später leitet ein orchestraler Ausbruch ein energiegeladenes Duett der beiden Schlagzeuger Juri Beier und Karl Godejohann ein. Die Trompeterin Robin Stüwe klingt mit ihrem klaren Ton in ihrem Solo gelassen und doch leidenschaftlich. Die kantigen Linien der Tenorsaxophonisten Volker Winck und Sebastian Büscher setzen deutliche Akzente. Auch der Pianist Matthias Klause und der Basssaxophonist Andreas Kaling tragen mit herausragenden Soli bei.

Auf der zweiten CD überlässt Fujii – in einer für ihn typischen selbstlosen Geste – das Dirigentenpult den anderen Komponisten des Orchesters. Kaling dirigiert sein rifflastiges, elliptisches und rockig geprägtes „Yamantaka“ mit einem hervorragenden Gitarrensolo von Liebe. Als Nächstes bietet „Jasper“ des Trompeters Tamura eine ruhige Atempause, und „Antischwarm“ von Volkmann ist eine flinke Minisinfonie. Fujii greift den Taktstock wieder auf, um das Konzert mit dem himmlischen „Gen Himmel“ in ruhiger Stimmung ausklingen zu lassen.

Angesichts dieses anspruchsvollen, aber lohnenden Albums (das, wie alle Libra-Alben, exquisit aufgenommen ist) werden sich die nächsten vier Veröffentlichungen von Fuji sicherlich lohnen, und in gewisser Weise schließt sich damit der Kreis ihrer langen Karriere – sie erhielt eine klassische Ausbildung und begann ihre berufliche Laufbahn als Musikerin in Big Bands. Als Auftakt ist Bunker Ulmenwall Orchestra sowohl zeitlich als auch finanziell eine lohnende Investition.

© UKJazznews, 7.8.2026

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