Radiotipps

Radiotipps für den 6.9.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:03 – 06:00 Uhr ARD Jazz. Die Nacht

Konzert-Highlights der JazzBaltica 2026
„JazzBaltica prägt inzwischen die Jazzkultur in ganz Deutschland“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Juni bei seinem Besuch in Timmendorfer Strand. Für die diesjährige Ausgabe stellte der künstlerische Leiter Nils Landgren ein farbenreiches Kaleidoskop an internationalen Größen und jungen Talenten zusammen. In dieser Sendung werden Aufnahmen der NDR Jazzredaktion präsentiert: sechs Glanzlichter der JazzBaltica 2026 – u. a. mit 4 Wheel Drive, Britta Virves und der Norrbotten Big Band.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik

Komponieren heute – Woher, wohin, wofür?
Bestandsaufnahme mit dem Dirigenten Titus Engel

Von Leonie Reineke (Wdh. v. 01.09.2026)
Ein Blick von innen und außen auf die Neue Musik: Titus Engel über Praxis, Publikum, Perspektiven und Anspruch jenseits von Programmrhetorik.


01:03 Uhr Ö1 Jazznacht

Kalles Kalimas „Carte Blanche“ in Saalfelden
Kalle Kalima beim Jazzfestival Saalfelden 2025

Ein Saitenzauberer steht im Rampenlicht dieser Ö1 Jazznacht-Doppelstunde: der finnische Gitarrist Kalle Kalima. Er traf beim Jazzfestival Saalfelden 2025 im Rahmen seiner „Carte Blanche“ auf den argentinischen Keyboarder Leo Genovese und den deutschen Schlagzeuger Christian Lillinger. Kalle Kalima’s „Detour“ vereint hochkarätige Musiker die auf kreative Weise die Unberechenbarkeit feiern. Der Titel ist dabei Programm, suchen die Drei doch auf innovative, kuriose und manchmal verquere Weise ihre ganz eigenen Umwege zwischen Komposition und Improvisation und machen so einen Bogen um Gewohntes und Althergebrachtes.


13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne

Musik und Fragen zur Person: Der Philosoph Tobias Rosefeldt im Gespräch mit Joachim Scholl
Den ersten philosophischen Gedanken hatte er als Kind vor dem Einbauschrank seiner Eltern. Heute lehrt Tobias Rosefeldt Praktische Philosophie in Berlin und zeigt in eleganten Essays, wie wichtig Kant und Hegel für das Verständnis unserer Welt sind.


14:00 Uhr HR 2 Hörspiel

„Falscher Alarm“ von Gerz Feigenberg
Regie: Otto Düben hr 1989

Fast alle kennen das: Manchmal findet man auf Anhieb nicht die richtigen Worte. Doch wie ist es, wenn man nur die falschen Dinge sagt? Ein Papagei, das ist bekannt, ist in der Lage, Geräusche, Wörter, ja sogar ganze Sätze verblüffend menschenähnlich wiederzugeben und wiederholt gerne beharrlich jenes Vokabular, das man ihm zuerst beibrachte.


14:04 Uhr SWR Kultur lesenswert Feature

Macht, Lügen und Geheimnisse – Frankreichs Starautorin Leila Slimani
Von Simone Hamm (Produktion: SWR / DLF 2022)


15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie

Dmitrij Schostakowitsch – Doppeltes Spiel: Tauwetter (1957 – 1962)
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (8/10)

Er ließ sich nicht gern die Karten schauen. Und er hatte Grund dafür. Über sein eigenes Leben behauptete Schostakowitsch: „Es war ziemlich grau und farblos“. In Wirklichkeit war es das spannendste Komponistenleben des 20. Jahrhunderts. Revolution und Bürgerkrieg, Stalins Terror und der zweite Weltkrieg, die Hoffnungen der „Tauwetter“-Periode und die Erstarrung unter Breschnew: Die ganze tragische Geschichte der Sowjetunion zieht eine Spur durch sein Schaffen. Als scheinbar linientreuer Musikfunktionär spielte er selbst mit – aber seine Musik spricht gegen das Regime, für dessen Opfer und für die Freiheit der Kunst. „Das ist ein Spiel, das übel enden kann“, drohte Stalin dem berühmtesten Komponisten des Landes in der „Prawda“. Kann ein sensibler, zerbrechlicher Mensch all das unbeschadet überstehen? Unter dem Titel „Doppeltes Spiel“ erzählt die neue Hörbiografie das Epos einer Zeit und kommt dem überraschend schillernden Helden auch privat sehr nahe. Die Hauptfigur verkörpert Ulrich Matthes, als Erzähler spricht Udo Wachtveitl.


15:04 Uhr SWR Kultur Thema Musik

„Now I’m going into opera – forget rock ’n‘ roll!“ Freddie Mercury – Auf den Spuren eines musikalischen Freigeists. Von Eva Schramm


15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature

Kalbe setzt auf Kunst – Den demografischen Wandel gestalten
Von Andreas Hartmann


15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera

Das Magazin – Neues aus der Szene
Am Mikrofon: Tim Schauen


16:00 Uhr radio 3 Hörspiel

Das Leben des H. erzählt von seinem Kunsthändler
Von Tom Peuckert Regie: Wolfgang Rindfleisch rbb 2018

Zeitlebens sah sich Adolf Hitler als verkannter Künstler. An der Kunstakademie Wien war er abgelehnt worden. Was wäre gewesen, wenn er nicht Diktator, sondern Künstler geworden wäre? Die Geschicke der Welt wären anders verlaufen …


16:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel

„Ulissas“ von Clarice Lispector
Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Cordelia Dvorák
Komposition: Jan Tilman Schade und Chico Mello Regie: Cordelia Dvorák BR 2021
Hommage an die brasilianische Autorin Clarice Lispector.
Ein Kaugummi, das die Ewigkeit verspricht, eine Kakerlake das Leben, die Begegnung mit einem Büffel im Zoo die Selbstermächtigung in der Liebe und das leere Maracanã einen Platz zum Küssen und Sterben.
In dem Wunsch, Lispectors ungewöhnlich Frauen-Figuren sich und uns begegnen zu lassen, entwickelt Cordelia Dvorák eine weibliche Odyssee in 13 Stationen aus ihren Romanen, Erzählungen und Briefen, die ohne große Ankündigung, scheinbar absichtslos im gerade noch überschaubar geglaubten Alltag beginnen.


17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial

Die vier gestohlenen Takte des Gregory Coleman
Die Geschichte der B-Seite einer Single der Band The Winstons

Im Mai 1969 veröffentlichte die US-amerikanische Soul-Funk-Band The Winstons den Song „Color Him Father“. Die Single wurde ein großer (aber auch ihr einziger) Hit, erreichte Platz 7 der „Billboard Hot 100“ und Richard Lewis Spencer, Sänger, Saxofonist und Komponist des Stücks, wurde sogar mit einen Grammy Award als „R&B Songwriter of the Year“ ausgezeichnet.
Rückblickend betrachtet ist es allerdings Schlagzeuger Gregory C. Coleman, der noch viel mehr einen Grammy verdient hätte, nämlich für sein Solo auf der B-Seite der Single. Die füllten The Wintons damals mit einer rasch aus dem Ärmel geschüttelten Instrumentalnummer, die sie „Amen, Brother“ nannten. Auch sie stammte aus der Feder von Spencer, doch es war Gregory Coleman, der damit – nichts ahnend und zeitlebens unbedankt – Musikgeschichte geschrieben hat. Seine vier Takte Schlagzeugsolo in „Amen, Brother“ haben sich verselbstständigt und ein Eigenleben entwickelt, nachdem sie von DJs geklaut worden waren. Zunächst als Breakbeat im Hip-Hop verwendet, wurden sie später auch zu einer der Grundzutaten der Musikstile Drum ’n‘ Bass und Jungle und haben so jahrzehntelang in Form von Samples weitergewirkt.


18:00 Uhr HR 2 ARD-Radiofeature

Nach 9/11: Deutschland im Krieg von Christoph Heinzle und Sugárka Sielaff
25 Jahre nach dem 11. September 2001 beleuchtet das Feature den Druck, unter dem die deutsche Außen- und Verteidigungspolitik nach den erschütternden Anschlägen stand, und Berlins Reaktion auf die Erwartungen aus Washington.


18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel

Der abenteuerliche Simplicissimus (3/4) – Drittes Element: Erde / Freund und Feind
Hörspiel in 4 Elementen nach dem Roman von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
Hörspielbearbeitung und Regie: Hans Gerd Krogmann
(Produktion: SWR 2000)


19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband

Darcy James Argue & Walter Smith III (2)
hr-Bigband feat. Walter Smith III, cond. by Darcy James Argue, Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt, Juni 2026, Teil 2


19:03 Uhr WDR 3 Konzert

Singende Saiten – Klangwelten von Philip Catherine
Der Gitarrist Philip Catherine ist ein virtuoser Improvisator, aber auch ein Freund der Melodie. Ob im Jazzrock, in kammermusikalischen Duetten: Der Belgier kultiviert stets einen singenden Ton.
Im Laufe seiner langen Karriere hat Philip Catherine immer wieder in NRW Station gemacht. 1990 etwa gemeinsam mit dem Bassisten Miroslav Vitous und 1980 mit einem Tribut an seinen großen Helden Django Reinhardt. Mit dabei war u.a. mit dessen Mitmusiker, der Geiger Stéphane Grappelli. Doch vor der Konzertstrecke ein Portrait des illustren Musikers.


20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Liz Remter

Beinarbeit!
Diese Woche geht es bei Neuland wieder einmal quer durch die aktuelle Albumlandschaft: von Soul, HipHop und R&B über Indie- und Garage-Rock bis zu Jazz, Elektronik und experimentellen Sounds.

Children Of Zeus verbinden Soul und HipHop mit britischer Soundsystem-Kultur, während Angus & Julia Stone auf ihrem neuen Album deutlich stärker auf Synthesizer, Vocoder und elektronische Sounds setzen. Silvan Strauss wiederum übersetzt seine Faszination für Chicago Footwork in schnelle, komplexe Rhythmen. Sofie Royer reflektiert auf „Before/After“ ihre verschiedenen musikalischen Stationen – von der klassischen Violinistin über DJing und Boiler Room bis zum Pop. Sharp Pins hat sein neues Album mit einem alten Vierspur-Kassettendeck im Heimstudio aufgenommen und Culk präsentieren auf ihrem neuen Album tatsächlich ihr erstes richtiges Liebeslied.
Außerdem dabei: Mick Harvey & Amanda Acevedo, Peter Gall, Mykki Blanco, Soft Loft, Personal Trainer, Arab Strap, Paris Paloma und viele mehr.


20:03 Uhr Bayern 2 Radiomitschnitt aus Franken

Würzburger Hafensommer
Soul in zwei Farben: Mica Millar und Charles Pasi entfalten ihre vielschichtigen Klangwelten zwischen klassischen Soul, Blues, Jazz und Pop

Mitschnitte vom 29. Juli 2026 aus dem Alten Hafen in Würzburg
Von Wolfram Hanke
Zwei Künstler, zwei Klangwelten: Beim Würzburger Hafensommer und im „Radiomitschnitt aus Franken“ begegnen sich Mica Millar und Charles Pasi: Mica Millar ist tief im klassischen Soul verwurzelt – mit klarem Blick in die Gegenwart. Nach ihrem gefeierten Debüt „Heaven Knows“ tourt die britische Künstlerin durch Europa. Charles Pasi ist ein franco-italienischer Grenzgänger zwischen Blues, Soul, Jazz und Pop. Seine leicht heisere Stimme und die Mundharmonika tragen Songs, in denen Groove und Melancholie eng beieinanderliegen: Von „Mainly Blue“ über „Zebra“ bis zum aktuellen Album „Adamas“. Ein Abend im Zeichen moderner Soulpoesie beim „Radiomitschnitt aus Franken“ auf Bayern 2.


20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert – LIVE

Musikfest Erzgebirge / Thüringer Bachwochen
Musikfest Erzgebirge

Musikbrücke Sachsen-Böhmen
Francesco Durante: Miserere
Alesando Scarlatti: Stabat Mater
Jan Dismas Zelenka: Prozessionskantate „Statio Quadruplex“
Collegium 1704
Leitung: Václav Luks
(Liveübertragung aus der Evangelischen Kirche, Thalheim)

Thüringer Bachwochen
Werke von Bach, Ahmed Altinel, Konstantia Gourzi
Serra Tavsanli (Klavier)
Neva Özfen (Kemence)
(Konzert vom 2. April 2026 in der Kaufmannskirche, Erfurt)


20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton

A Tribute to Hans Falb (3)
Highlights des Festivals in memoriam des Konfrontationen-Gründers: Hamid Drake / Tanja Feichtmair, Angelika Niescier Trio


22:00 Uhr ByteFM School Of Rock mit Christian Tjaben

50 Jahre „Rock Against Racism“
Am 5. August 1976 steigerte sich der Gitarrist Eric Clapton bei einem Live-Auftritt in Birmingham zwischen Songs in Ansagen, die seine Unterstützung für den ultra-rechten Politiker Enoch Powell ausdrückten, benutzte damals gängige rassistische Schimpfnamen für Einwandererinnen, forderte alle nicht-weißen Ausländerinnen zu Ausreise aus Großbritannien auf, um schließlich den Slogan der faschistischen Partei National Front, „Keep Britain White“ zu skandieren. Das politische Klima dieser Zeit in Großbritannien war geprägt von wirtschaftlichem Niedergang, hoher Arbeitslosigkeit, einer nicht zuletzt durch Medien-Narrative von Überfremdung polarisierte Gesellschaft und einer fremdenfeindlichen Rhetorik, der der Musiker Clapton angetrunken seine Stimme gab, dessen Musik zu großen Teilen auf afroamerikanischen Wurzeln beruhte und dessen größter Single-Hit die Bob-Marley-Coverversion „I Shot The Sheriff“ war.
Wie der Fotograf und Regisseur Red Saunders zu Protokoll gab, hätten ihn damals die Berichte über Claptons Bemerkungen derart angewidert, dass er mit den Künstler*innen-Kollegen Jo Wreford und Pete Bruno von der Agit-Prop-Theatergruppe Kartoon Klowns und Roger Huddle von der Socialist Workers Party einen offenen Brief verfasste und an englische Musikmagazine wie Black Echoes, NME, Melody Maker oder Sounds schickte, die diesen ganz bzw. teilweise abdruckten. Teil des Briefes war die Aufforderung, die frisch gegründete Veranstaltungskampagne „Rock Against Racism“ der Anti-Nazi League zu unterstützen und eine Kontakt-Adresse. Binnen kurzer Zeit erreichten Saunders & Co. Hunderte Zuschriften und in den folgenden Jahren wurde RAR eine massive Bewegung, die die englische Musikwelt nachhaltig prägte.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur

„Schreiben über Schmerzpunkte“ Kaleb Erdmann und Heinz Strunk in Lesung und Gespräch
Moderation: Wiebke Porombka
Aufzeichnung vom 31.08.2026, Literarisches Colloquium Berlin


23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix

Popcast – Neue Musik aus Deutschland
Von Curío Curío, Knowsum, Vavunettha, Apsilon und Mine
Mit Ralf Summer

Rock, Pop, Hip-Hop, Electro: jeder Monat beginnt mit einem Schlaglicht auf die Studios und Clubs zwischen Kiel und Weilheim. Der Zündfunk und das Goethe-Institut Wie gewohnt am ersten Sonntag im Nachtmix / Bayern2: der Popcast – unsere monatliche Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut. In der September-Ausgabe stellen wir fünf neue Alben vor, die in Deutschland entstanden sind. Von Curío Curío (Debüt des deutsch-brasilianischen Duos), Knowsum (Rapper Nepomuk, der nun bei seinem Zweitprojekt auch singt), Vavunettha (die tamilische Kölnerin mit ihrem ´Denkmalschutz-Album), Apsilon (der Rapper schaffte es mit „Glanz Null“ wieder in die Top10) und Mine (ihre neue Platte „Killer“ erscheint am 4.9.). Alle Artists erzählen uns auch von ihren Alben. Am Mikrofon: Ralf Summer.


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