Radiotipps vom 14.9. – 18.9.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
(https://www.byte.fm/programm/)
(https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/late-nite-sounds/late-nite-sounds-106.html)
15.9.26 // 16.9.26 // 17.9.26 // 18.9.26
14.9.2026
15:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Ich finde es unglaublich rührend, für die Jugend zu spielen!“
…sagt die Geigerin Isabelle Faust. „Wenn da nur ein bisschen der Funke überspringt, ist so viel gewonnen!“.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Tim Collins, Mulo Francel & mehr Musik grenzenlos
How did we get here? Das ist die klassische Frage von Musikern auf Tour. Irgendwann bist Du so viel kreuz und quer durch die Gegend gereist, dass Du morgens in einem Hotelzimmer aufwachst und Dich fragst: Wie zum Teufel sind wir eigentlich hierhergekommen?
19:30 Uhr Ö1 On Stage
Pianist Iván „Melón“ Lewis und sein Trio beim Jazzfestival Leibnitz 2025
Das Jazzfestival im südsteirischen Leibnitz steht Ende September wieder vor der Tür – Grund genug, ein superbes Konzert des letztjährigen Jahrgangs des vom Grazer Jazz-Connaisseur Otmar Klammer programmierten Events auf den Spielplan zu setzen: Am 27. September 2025 gastierte der kubanische Pianist Iván „Melón“ Lewis mit seinem Trio im Hugo-Wolf-Saal in Leibnitz. Der 52-Jährige, der seit 1998 in Spanien lebt, auch als Begleiter von Sängerinnen wie Buika und Mariza tätig war und 2021 für sein Album „Voyager“ einen Latin Grammy erhielt, zählt zu den bedeutendsten Pianisten seiner Generation aus dem an virtuosen Tastenmeister:innen reichen Kuba.
Im Zuge seines Auftritts in Leibnitz setzte Iván „Melón“ Lewis ausschließlich auf die Eigenkompositionen seines 2025 veröffentlichten Albums „Luces y Sombras“: Geschmackvolle, auch lyrische Stücke, in denen Lewis wohldosiert Einflüsse seiner Heimat in einen Modern-Jazz-Kontext integriert, und die ein konzentriertes Interplay mit seinen Triogefährten, Kontrabassist Gaston Joya und Schlagzeuger Rodney Baretto, ermöglichen.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert
„Funkhauskonzert“ Live aus Raum Dresden von Deutschlandfunk Kultur
Anna Margolina & Band:
Anna Margolina, Gesang
Arseny Rykov, Piano
Paul Kleber, Bass
Martin Krümmling, Schlagzeug
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern / Überschlag Festival
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Gustav Mahler: Klavierquartett a-Moll
Alexandre Tansman: Suite Divertissement
Antonín Dvořák: Klavierquartett Nr. 2 Es-Dur
Viviane Hagner (Violine)
Martin Moriarty (Viola)
Eckart Runge (Violoncello)
Yannick Rafalimanana (Klavier)
(Konzert vom 3. September 2026 in der Seemannskirche, Prerow)
Überschlag Festival „Vergessenheit“
Simone Rubino (Marimbaphon und Countertenor)
(Konzert vom 21. August 2026 in der Marktkirche, Hannover)
21:00 Uhr Ö1 Blaue Stunde
Ein schottischer Radiosender auf Zeit
Radiophrenia 2026 – Teil 2. Ko-Produktionen mit dem schottischen Radiokunstfestival: „Sisyphon“ von Antje Vowinckel, „a face for radio“ von Vanessa Rossetto
Das erste Mal ging Radiophrenia im April 2015 auf Sendung, weitere Ausgaben folgten 2016, 2017, 2019, 2020, 2022, 2023 und 2025. 2026 findet Radiophrenia vom 7. bis 20. September statt. Live-Studio-Shows, vorproduzierte Radiokunstarbeiten und Live-on-air-Performances stehen auf dem Programm, sowie siebzehn Auftragsarbeiten, vier davon in Ko-Produktion mit Ö1 Blaue Stunde.
Der Großteil des Programms wurde aus Sound Art Stücken und Radiokunst-Werken ausgewählt, die auf einen internationalen Open Call hin eingereicht worden sind. Auch eine Auswahl von acht Radiokunstproduktionen aus dem umfangreichen Ö1 Kunstradio-Archiv ist Teil des Radiophrenia Festivalprogramms, diesmal zum Motto „sub zero“, also Untergrund, Höhlen, Kanalsysteme, alles was unter der Erde verborgen ist.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Verträumt und trippy“ Musik von Fine, Mine und Why?
Mit Ann-Kathrin Mittelstraß
Sie hat eine Stimme, an der man sich in diesen ersten, kühlen, herbstlichen Tagen wunderbar wärmen kann: Fine Glindvad Jensen alias Fine bewegt sich mit ihrem verträumten, dämmrigen Folk-Sound irgendwo zwischen Lana del Rey und Mazzy Star. Die Dänin veröffentlicht im Oktober ihr zweites Solo-Album. Neben Fine hören wir auch was vom wunderbar extravaganten Album der Berliner Musikerin Mine. Neue Musik gibt’s außerdem von alten US-Indie-Veteranen: Yoni Wolf ist zurück mit seiner Band Why? und singt mitten aus der Midlife Crisis zu uns. Und: Das elektronische Experimental-Duo Gift Horse aus Chicago ist zum Trio gewachsen und lässt jetzt den Gitarristen Ryley Walker auf dem neuen hypnotischen Song “Rebar Redux” shredden. Trippy!
15.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Eine Oktave tiefer zu spielen, ist einfach“ Zum 100. Geburtstag von Giuseppe Chiari (1926 – 2007). Von Thomas Groetz
Giuseppe Chiaris intermediale Arbeit bewegt sich zwischen Musik, Sprache, Gestus und Bild.
Neben Sylvano Bussotti und Daniele Lombardi zählt Giuseppe Chiari zu den wichtigen Exponenten der Florentiner Nachkriegsavantgarde. 1962 spielte Frederic Rzewski seine Musik auf dem ersten Fluxus-Festival in Wiesbaden – eine Verbindung mit Folgen. Inspiriert vom antibürgerlichen Geist der Bewegung, entwickelte Chiari konzeptuelle Stücke und bezog Alltagsgeräusche in seine Musik ein. Parallel dazu entstanden Videoarbeiten, visuelle Poesie und gestische Malereien, die auf der Biennale in Venedig und der documenta zu sehen waren. Noch dazu veröffentlichte Chiari zahlreiche Bücher und Schriften.
16:05 Uhr Ö1 Tonspuren
Wie der Film „The Sound of Music“ Österreich erfand
„Die Deutschen sind die Nazis – und die Österreicher springen singend in den Bergen herum“ – das vermittelt „The Sound of Music“ Millionen Zuschauern auf der ganzen Welt. Warum kennt den Film in Österreich kaum jemand?
Seit seiner Premiere am 2. März 1965 in New York zählt er zu den erfolgreichsten Musical-Verfilmungen aller Zeiten. Doch während die Lieder „Do-Re-Mi“, „Edelweiß“ oder „My Favorite Things“ in den USA, Asien oder Australien längst zum kulturellen Allgemeingut gehören, blieb der Film hierzulande über Jahrzehnte erstaunlich unsichtbar.
19:15 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Sprachwanderungen“ Heimatsuche in einer Brandenburger Kleinstadt
Von Merle Hilbk Regie: Johanna Tirnthal Deutschlandfunk 2025
Wie kann man in einer ostdeutschen Kleinstadt heimisch werden, in der “Deutschland den Deutschen”-Shirts Normalität sind und das Misstrauen gegen alles Fremde groß ist? Als westdeutsche Großstädterin? Als Geflüchtete aus der Ukraine? Eine Langzeitbeobachtung.
In Beeskow, einer Kleinstadt zwischen Frankfurt/Oder und Berlin, hat sich die Stimmung seit Corona verdüstert. Verschwörungstheorien kursieren, in Schaufenster hängen Hassbotschaften gegen Berliner und Grüne, Männer stehen mit “Deutschland den Deutschen”- Shirts an der Supermarkt-Kasse. Das Misstrauen gegen Fremde im Allgemeinen ist groß.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Am Limit des guten Geschmacks“ Wie sich die Spitzenküche neu erfindet
Von Verena Mayer
Noch nie gab es hierzulande so viele ausgezeichnete Restaurants – und gleichzeitig so viele Herausforderungen für die gehobene Gastronomie. Steigende Kosten, Personalmangel und veränderte Erwartungen an Arbeitskultur und Genuss setzen die Branche unter Druck. Enthüllungen über Gewalt in Küchen und Machtmissbrauch – zuletzt rund um das Noma in Kopenhagen – haben ihr Image erschüttert. Auf der anderen Seite stehen Gäste, die mehr wollen als exquisite Menüs: Sie suchen Erlebnisse, Atmosphäre und eine Küche mit Haltung. Zwischen höchstem kulinarischen Anspruch und wirtschaftlicher Realität sucht die Spitzengastronomie daher nach neuen Wegen. Lokale öffnen sich mit günstigeren Formaten, experimentieren mit Arbeitszeitmodellen und hinterfragen alte Hierarchien. Reicht das, um die Branche neu aufzustellen?
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Philharmonie Berlin
Edison Denisov: „Peinture“ für Orchester
Anatol Vieru: Sinfonie Nr. 2
Sergej Rachmaninow:_ „Die Glocken“, Sinfonisches Poem für Soli, Chor und Orchester nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe op. 35
Rundfunkchor Berlin; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski
Aufzeichnung vom 13.09.2026
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Oper
Bayreuth Baroque Opera Festival
Georg Friedrich Händel: „Floridante“
Dramma per musica in 3 Akten
Neuinszenierung von Max Emanuel Cencic
Leitung: Markellos Chryssicos
(Aufführungen vom 4. bis 13. September 2026 im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Friedas Schmetterlinge“ Von Ria Endres
Ton: Helmut Becker Regie: Hans Gerd Krogmann
Hessischer Rundfunk 2010
Vor den Augen der Tochter verwandelt sich die greise Mutter in ein immer ferneres Wesen, das irgendwo zwischen Himmel und Erde schwebt.
Ein Hörspiel über das Alter, über die erschreckenden und kuriosen Veränderungen, die es mit sich bringt.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Jazz Live
Musik mit Mission: Das Nduduzu Makhathini Trio
Nduduzu Makhathini, Piano, Keyboards
Felipe Cabrera, Kontrabass
Lukmil Perez, Schlagzeug
Aufnahme vom 28.6.2026 bei Jazz Baltica, Timmendorfer Strand
Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer
Ein charismatischer Bandleader mit seinem risikofreudigen Klaviertrio.
Der südafrikanische Pianist Nduduzo Makhtahini ist auch ein traditionell ausgebildeter Heiler. Seine Musik hat eine spirituelle Botschaft: Gemeinschaft, Versöhnung und ein Leben im Gleichgewicht sind möglich. In Nduduzo Makhathinis Musik gibt es Blues, Anklänge an Kirchenmusik, südafrikanische Rhythmen, aber auch Raum für Horchen, Tasten und Stille. Beim Konzert in Timmendorfer Strand hat er sich nicht nur als brillanter Jazzpianist bewiesen, spätestens, als beim Schlussstück das Publikum zum andächtigen Chor wurde, wirkte die Atmosphäre wie verzaubert. Neben einer Hommage an den kürzlich verstorbenen großen Kollegen Abdullah Ibrahim hat Makhathini vor allem Stücke aus seinem aktuellen Album „The Myth We Choose“ vorgestellt. Der Grundgedanke für ihn ist dabei: Wir wählen die Werte und Überzeugungen, von denen unsere Zukunft abhängt.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Musikszene
Vorhang auf, das Drama endet! Zur Wiedereröffnung der Kölner Oper nach 14-jähriger Sanierung. Von Peter Grabowski
Baustopps, insolvente Firmen, chaotisches Management, explodierende Kosten, ewiges Warten. Nun ist es dennoch geschafft.
Am dritten Septemberwochenende kehrt die Kölner Oper zurück in ihr Stammhaus am Offenbachplatz. Dessen Sanierung ist längst selbst eine bühnenreife Geschichte: 14 Jahre voller Irrungen und Wirrungen, sowie Baukosten von am Ende rund 1,5 Milliarden Euro anstatt der rund 250 Millionen. Besucher werden sich angesichts dieser Zahlen allerdings verwundert die Augen reiben, denn eigentlich sieht’s drinnen – fast – genauso aus wie vorher. Doch der erste Eindruck trügt. Wir schauen anlässlich der Wiedereröffnung genauer hin und natürlich auch hinter die Kulissen des teuersten Kulturbaus in Deutschland. Wir sind in den letzten Tagen der Renovierung mit prominenten Akteuren im Haus unterwegs, sprechen mit Künstlern und Kritikern, Publikum und Politik über ihre Erfahrungen und Erwartungen. Eine Spurensuche zwischen Kölner Klüngel, Großer Oper und der Frage: Hat sich das Warten gelohnt?
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Life in plastic, it’s fantastic“ Wie Barbie Glück und Grauen in die Welt bringt
Von Markus Metz und Georg Seeßlen
Regie: Matthias Kapohl Deutschlandfunk 2024
Barbie schlägt sie alle. Zumindest an den Kinokassen. Greta Gerwigs Film, in dem die Plastikpuppe mit ihrem Freund Ken ihre pinkfarbene Traumwelt verlässt, war der Blockbuster des Jahres 2023. Und der Höhepunkt einer langen, nicht nur umjubelten Karriere.
Seit die Puppe mit den langen blonden Haaren, dem unmöglichen Körperbau und der unstillbaren Konsumlust 1959 Einzug in den Kinderzimmern hielt, durchlief sie mehrere Transformationen: Sie und ihre Welt spiegeln Modewellen und Medienhypes, Digitalisierung und Emanzipation, Globalisierung und Diversity.
Gerade durch ihre äußere Anpassungsfähigkeit konnte Barbie zum weltweiten Role Model werden. Durch Kosmetik, Mode und schließlich Chirurgie versuchen reale Menschen, dem immer auch umstrittenen Idealbild so nahe wie möglich zu kommen.
Mehr mythisches Wesen als bloßes Spielzeug: Barbie, ein Kult mit vielen Facetten.
16.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Chormusik
International Sacred Music Festival. Kathedrale zu Riga
Pēteris Vasks zum 80. Geburtstag
Pēteris Vasks:
„Pater noster“
„Credo“
„Prayer for a Mother“
„Faith“ (Uraufführung)
Latvian Radio Choir; Latvian National Symphony Orchestra
Leitung: Jānis Liepiņš
Aufzeichnung vom 10.09.2026
14:05 Uhr Ö1 Radiosession
Brasilianische Klangfarben aus Bahia
Das brasilianische Saxofon-Klavier-Duo Joander Cruz/Fagner Wesley im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses
Saxofonist Joander Cruz und Pianist Fagner Wesley stammen aus Salvador da Bahia, Brasilien. Seit über zehn Jahren stehen sie immer wieder gemeinsam auf der Bühne. Mittlerweile leben beide in Wien und präsentieren in der Ö1 Radiosession ihr neues Duo-Projekt. Im Mittelpunkt stehen neben Eigenkompositionen Klassiker der brasilianischen Musik und Werke bedeutender Komponisten aus Bahia – interpretiert mit feinem Gespür für Rhythmus, Harmonie und Improvisation. Das Ergebnis ist eine lebendige Verbindung aus Jazz, Música Popular Brasileira und afrobrasilianischen Einflüssen. Im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses findet ein musikalischer Dialog zweier langjähriger Freunde statt – gefühlvoll, virtuos und voll brasilianischer Seele.
20:00 Uhr ARD Radiofestival Konzert
LIVE: ARD Musikwettbewerb 2026 – Preisträgerkonzert 1
Seit seiner Gründung 1952 gilt der alljährlich stattfindende Musikwettbewerb der ARD in München als internationales Karrieresprungbrett.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Querköpfe
„Kabarett, Comedy & schräge Lieder“ Der große Sprung mit dem Känguru – Marc-Uwe Kling
Von Elmar Krämer
Marc-Uwe Kling zuckt – zumindest in seiner Bühnenrolle – immer zusammen, wenn man ihn als „Kleinkünstler“ bezeichnet. Das ist natürlich Koketterie. Seine Karriere hat tatsächlich in diesem unscharfen Milieu zwischen Lesebühne, Kabarett und Comedy begonnen. Mit den Geschichten vom vorlauten kommunistischen Känguru gelang dem Berliner Ende der Nuller Jahre der Durchbruch. Ein richtiger Beuteltier-Kosmos ist daraus entstanden, aus Hörbüchern, Comics und Kinofilmen. Der Vielbegabte schreibt aber auch Kinderbücher und Romane. Wenn Kling heute live auftritt, füllt er mühelos Säle mit mehreren Tausend Zuschauern – was er genau macht, weiß man vorher nie, im Zweifelsfall einfach, was er will. „Querköpfe“-Autor Elmar Krämer begleitet Klings Werdegang schon seit den Anfängen vor 20 Jahren. Zeit für einen gemeinsamen Rückblick.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielweisen
Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und – Chöre „Ach, Mensch!“
Das DSO geht mit seinem neuen Chefdirigenten in die 80. Konzertsaison
Augusta Holmès (1847-1903): La nuit et l’amour
Anton Webern(1883-1945): Passacaglia
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Kazuki Yamada
Ausschnitte aus dem Konzert am 26.4.2026 in der Berliner Philharmonie
Am Mikrofon: Julia Kaiser
Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin feiert in der Saison 2026/27 seinen 80. Geburtstag. Unter dem Saison-Motto „Ach, Mensch!“ beleuchtet es musikalisch große Themen wie Nachhaltigkeit, Vertreibung, Religion, Glauben und Liebe. Die Einladung steht, zuzuhören und mitzuempfinden sowie über sich selbst und die Verantwortung von Kunst und Gesellschaft nachzudenken. Ab dieser Spielzeit lenkt der neue Chefdirigent Kazuki Yamada das DSO künstlerisch. Im Gespräch skizziert er, was ihm das Mensch-Sein bedeutet und welche Verantwortung dafür er als Künstler empfindet. Das zeigte sich bereits im Konzert am 26. April 2026, welches hier in Ausschnitten vorgestellt wird. Auf dem Programm standen u.a. das spätromantische „La nuit et l’amour“ der Franck-Schülerin Augusta Holmès und die „Passacaglia“ von Anton Webern.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
German Diaries (2/4) Von Samuel Beckett
Bearbeitung und Übersetzung: Gaby Hartel
Regie: Gaby Hartel, zeitblom
Komposition: zeitblom
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn, Susanne Beyer
Regieassistenz: Marie Permantier
Dramaturgie: Sabine Küchler Deutschlandfunk 2026
Dezember 1936. Von Hamburg reist Beckett über Hannover und Braunschweig weiter nach Berlin. Wie hat sich die einstige europäische Hauptstadt der Kunst seit 1933 verändert?
In herrlicher Abendstimmung kommt Beckett in Berlin an, sucht sich eine Pension in der Budapester Straße, pilgert tagsüber durch die Museen der Stadt und legt riesige Strecken zu Fuß zurück. Becketts Deutsch verbessert sich rasch, er zieht abends mit seinem Wirt durch die Berliner Kneipen, folgt den Gesprächen und wird Zeuge der schleichenden Entdemokratisierung: Ein „perfekter kleiner Demagoge“ überschüttet eine junge Frau mit seiner Naziideologie, als diese „völlig ruhig Positives über Juden sagt“. Angewidert verfolgt Beckett die Reden der Nazigrößen im Radio und notiert kursierende Witze über sie. Dann schreibt er: „Bald fange ich wirklich an zu kotzen. Oder ich fahre nach Hause!“
17.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Ostrava Days“ Tripple Hall Karolina
Alex Mincek: „Assemblage: Trace/Mobile“ (2023 – 2025) für zehn Instrumente
Ostravská banda
Leitung: Peter Rundel
Christian Wolff: „The Blue Stairs“ (2022)
Chris Nappi, Schlagzeug
Nikolaus Schlierf, Viola
Ostravská banda
Členové / Mitglieder von ONO (Ostrava New Orchestra)
Leitung: Petr Kotík
Aufzeichnung vom 28.08.2025
17:30 Uhr Ö1 Spielräume
Musiker und Musikunternehmer: Emmet Cohen
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. US-Pianist Emmet Cohen und sein Album „Universal Truth“
„Universal Truth“ heißt das neue Album des in New York City lebenden Pianisten Emmet Cohen – und es steht in gewisser Weise paradigmatisch für das den direkten Austausch suchende Traditionsverständnis des 36-jährigen Pianisten aus Florida: Cohen verneigt sich mit Klassikern wie „My Funny Valentine“ oder „Blue Train“ vor den Jahresregenten Miles Davis bzw. John Coltrane (beide wären 2026 100 Jahre alt geworden) – und schlägt die Brücke zur Vergangenheit auch in Gestalt von Gastauftritten zweier Jazzlegenden, des 89-jährigen Bassisten Ron Carter und des 91-jährigen Saxofonisten George Coleman.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Bremen“ Stadtpfarrkirche St. Antonius, Papenburg
Johann Sebastian Bach
Passacaglia c-Moll BWV 582
aus den Leipziger Chorälen: An Wasserflüssen Babylon BWV 653
aus der Clavier-Übung 3. Teil: Christ, unser Herr, zum Jordan kam BWV 684
Felix Mendelssohn Bartholdy: Ouvertüre zum Oratorium „Paulus“ op. 36 (bearbeitet von William T. Best)
Louis Vierne: aus den „24 Pièces de Fantaisie“ op. 53/2 – „Clair de lune“
Franz Liszt: Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“
Jan Liebermann, Orgel
Aufzeichnung vom 25.08.2026
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert – LIVE
ARD Musikwettbewerb – Preisträgerkonzert 2
Werke für Fagott, Orgel, Schlagzeug, Streichquartett mit dem Münchener Kammerorchester
(Livetübertragung aus dem Prinzregententheater, München)
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
Vater des Spiritual Jazz? John Coltrane zum 100. Geburtstag
Von Odilo Clausnitzer
Eine Sendung über Wurzeln und Wirkung der spirituellen Qualität in der Musik von John Coltrane.
Am 23. September wäre John Coltrane 100 Jahre alt geworden. Er ist der einflussreichste Tenorsaxofonist des modernen Jazz und hat eine hymnische, quasi-religiöse Intensität in den Jazz der 1960er-Jahre getragen. Woher kommt sie? Und wie hat sie die Musik nach ihm beeinflusst? Nicht nur seine musikalischen Neuerungen, auch der charismatische spirituelle Zug besonders seiner späten Musik haben enorme Wirkung entfaltet. Der sogenannte „Spiritual Jazz“ – ein erst Jahrzehnte nach Coltranes Tod geprägter Begriff – wäre ohne ihn undenkbar. Heute gilt „Spiritual Jazz“ als eigenes und vergleichsweise populäres Jazz-Genre. Im Gespräch mit dem Jazz-Historiker und Coltrane-Biografen Lewis Porter geht es in der Sendung auch um die Fragen: Wieviel Coltrane steckt im Spiritual Jazz? Und wieviel Spirit steckt in Coltrane?
22:05 Uhr Deutschlandfunk Historische Aufnahmen
„Wahrheit, gehüllt in den Schleier von Schönheit“ Über den Dirigenten Bruno Walter
Von Holger Noltze
„Er beherrschte uns durch Gewaltlosigkeit“, brachte ein Orchestermusiker die Arbeit mit dem Dirigenten Bruno Walter auf den Punkt. In den erhaltenen Probenmitschnitten ist es zu hören, sein freundlich vorgetragener Wunsch nach noch mehr Piano, nach Gesang, nach einem klanglichen „Dolce“, das nie verzuckert klang. Sein Schönheitssinn verstand sich als Wahrheitssuche. Zum 150. Geburtstag erinnern die „Historischen Aufnahmen“ an den Dirigenten, den die frühe Begegnung mit Gustav Mahler zeitlebens prägte, und der in Mozart den „Shakespeare der Oper“ erkannte.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„German Diaries (3/4)“ Von Samuel Beckett
Bearbeitung und Übersetzung: Gaby Hartel
Regie: Gaby Hartel, zeitblom
Komposition: zeitblom
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn, Susanne Beyer
Regieassistenz: Marie Permantier
Dramaturgie: Sabine Küchler Deutschlandfunk 2026
Samuel Beckett wird auf seiner Reise durchs winterliche Nazideutschland zunehmend geplagt von Geldknappheit und gesundheitlichen Beschwerden. Täglich beobachtet er Rassismus und brutale Ausgrenzung.
Hamburg, Hannover, Berlin, Dresden usw. Auf seiner Deutschlandreise lernt der dreißigjährige Beckett immer wieder auch faszinierende Künstler, Kunstsammler und Intellektuelle kennen. Wie fließend die Grenzen zwischen Anpassung an den totalitären Staat und die Auflehnung gegen ihn ist, notiert er in seinem Tagebuch. Scharf beobachtete Alltagsszenen und tiefe Kunstbetrachtungen finden sich in seinen Notaten ebenso wie Reflexionen über seine eigene ungewisse Zukunft als Schriftsteller. Denn er findet keinen Verlag für seinen Roman „Murphy“.
23:00 Uhr ARD Radiofestival Jazz
„Men in Blech“ he Story of Marching Band. Von Henry Altmann
Mit marschierendem Blech begann die Geschichte des Jazz, und die „Men in Blech“ spielen sich bis heute von Erfolg zu Erfolg, sie „mooven und grooven“ dabei nicht nur über den ganzen Globus, sondern auch durch viele Musikformen.
18.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Ektefra“ Von Alessandra Eramo
Stimme, Text, Field Recordings und Elektronik: Alessandra Eramo
Mit: Janine Eisenächer
Komposition: Alessandra Eramo
Kontrabass: Klaus Janek; Klavier: Emilio Rapanà
Künstlerische Assistenz: Wendelin Büchler Deutschlandfunk 2026
Seit 50 Jahren verschmutzt ein Stahlwerk die italienische Stadt Tarent – eine ökologische Katastrophe. Was kommt danach? Klangkünstlerin und Vokalistin Alessandra Eramo entwirft gemeinsam mit Menschen vor Ort die Soundscapes einer Zukunft ohne Industrie.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Queen 1986 live in London
Die Band Queen rockt vor 40 Jahren das Wembley-Stadion
Stadionrock: Queen, das Quartett um den charismatischen Sänger Freddie Mercury, war ein Paradebeispiel für eine Band, der es problemlos gelang, mit ihren Hymnen zigtausende Menschen zu bespaßen. Oft genannt wird der legendäre Auftritt von Queen beim Live Aid Benefiz-Musikfestival im Jahr 1985, wo der 21-minütige Auftritt der Band – ebenfalls im Londoner Wembley-Stadion – als eine der eindrücklichsten Livedarbietungen der Rockgeschichte gilt.
Am 12. Juli 1986 bespielte die Band im Rahmen ihrer „Magic Tour“ das Stadion als Hauptact mit den Vorbands INXS, The Alarm und Status Quo. Das Konzert wurde sowohl mitgeschnitten als auch gefilmt und gilt als ein eindrückliches Dokument der Live-Qualitäten von Queen.
Am 5. September hat sich der Geburtstag des 1991 verstorbenen Freddie Mercury zum 80. Mal gejährt.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Philharmonie Berlin
Benjamin Britten: „Four Sea Interludes“ aus der Oper „Peter Grimes“
Gustav Mahler: Adagio aus: Sinfonie Nr. 10
Liza Lim: „Sappho/Bioluminescence“
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73
Francesco Piemontesi, Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Simone Young
Aufzeichnung vom 16.09.2026
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert – LIVE
ARD Musikwettbewerb – Preisträgerkonzert 3
Konzert mit dem BR Symphonieorchester
Leitung: Dennis Russell Davies
(Direktübertragung aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Kleine Klötze in großen Händen“ Der wiedererwachte Kult um Lego
Von Jan Rähm Regie: Thomas Wolfertz
Deutschlandfunk 2018
Knapp einen Zentimeter breit, etwas weniger hoch und doppelt so lang, oben zwei mal vier Noppen: der klassische Lego-Stein. Generationen bauten damit, was die kindliche Fantasie sich vorstellen kann. Doch nicht nur Kinder lieben Lego.
Der dänische Schreiner Ole Kirk Christiansen eroberte mit den Lego-Steinen die Kinderzimmer dieser Welt. Doch auch Erwachsene weltweit sammeln Lego, bauen damit und begeistern sich für die bunten Steine. Manche von ihnen sind kaum dem Kinderzimmer entwachsen, andere finden erst mit ihren Enkeln zurück zum Spielzeug aus Kindertagen.
Wobei diese „Adult Fans of Lego“ ihre geliebten Steine nur selten als Spielzeug betrachten. Es geht ums Tüfteln und die Herausforderung, einen bestimmten Mechanismus hinzubekommen oder eine Form möglichst perfekt nachzubauen. Es geht darum, Neues zu kreieren, sich ganz darauf zu konzentrieren und den Alltag auszublenden.
Das Feature beleuchtet die Faszination Lego bei den erwachsenen Fans: begeisterte Hobby-Bricker, ernsthafte Sammler und professionelle Lego-Bauer.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
Dota Kehr (D)
Aufnahme vom 5.7.2026 beim Rudolstadt Festival
Am Mikrofon: Babette Michel
Berliner Liedermacherin mit vertonten Gedichten der Lyrikerin Mascha Kaléko und eigenen Songs.
Von der Straßenmusikerin zur preisgekrönten Liedermacherin: Dota Kehr begann ihre Karriere als „Kleingeldprinzessin“ mit Gitarre auf Berliner Straßen. Ihre Lieder verbinden persönliche Beobachtungen mit gesellschaftlichen Themen wie steigende Mieten, der Klimakrise und einer Gegenwart voller Umbrüche. Die 1979 geborene Künstlerin schafft Songs, in denen sich Menschen wiederfinden können. Dass ihre Stücke auf Demonstrationen gesungen oder in politischen Zusammenhängen aufgegriffen werden, versteht sie als besondere Wertschätzung. Musikalisch prägen neben ihrem klaren deutschen Songwriting auch brasilianische Einflüsse die Musik. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Band und Gastmusikerinnen und -musikern verknüpft Dota Kehr poetische Texte, feine Arrangements und engagierte Liedkunst. In Rudolstadt hat sie ein Programm aus eigenen Songs und Vertonungen der Gedichte von Mascha Kaléko aufgeführt, für die sie mit dem Deutschen Weltmusikpreis RUTH 2026 ausgezeichnet worden ist.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Milestones
„Passionen und Emotionen“ Zum 100. Geburtstag des Saxofonisten John Coltrane
Am Mikrofon: Karl Lippegaus
Nach jahrelangem Schattendasein avancierte John Coltrane zu einem der größten Tonkünstler des 20. Jahrhunderts.
Gerade mal zehn Jahre lang wirkte John Coltrane in der Jazzszene, bevor er 1967 mit nur 40 Jahren überraschend starb. Ab Mitte der 1950er-Jahre war er zum einflussreichsten Saxofonisten für seine und die nachfolgenden Generationen geworden. In der von Gewalt und Rassenhass aufgewühlten US-Gesellschaft sandte John Coltrane eine Botschaft des Friedens und der Toleranz durch seine Musik aus. Sein Vermächtnis „A Love Supreme“ wurde ein Kultalbum. Als Mensch sanftmütig, tiefgläubig und introvertiert, entlud sich Coltranes Kreativität in immer längeren ekstatischen Sololäufen, die mit allen Konventionen brachen. Sein klassisches Quartett schuf einen Kanon, der noch heute unzähligen Musikschaffenden ihren Weg zur Selbstverwirklichung aufzeigt.
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Zug um Zug“ François-André Danican Philidor, Komponist und Schachgenie
Von Eva Blaskewitz
Sein Name ist im Schach immer noch ein Begriff, Philidor war aber auch als Komponist erfolgreich. Ein Porträt zum 300. Geburtstag.
Per Zeitungsannonce wehrte sich François-André Danican Philidor im Dezember 1753 gegen die kursierende Behauptung, eine kürzlich in London aufgeführte lateinische Motette stamme gar nicht von ihm. Die Zweifel erscheinen allerdings nur zu verständlich: In England kannte man den Spross einer Musikerfamilie bis dahin nur als einen der besten Schachspieler der Zeit, der mit verbundenen Augen gegen drei Gegner gleichzeitig spielen konnte und mit Ende 20 ein Lehrbuch verfasst hatte, das binnen Kurzem zum Standardwerk avanciert war. Seine Doppelbegabung führte Philidor quer durch Europa und brachte ihn in Kontakt mit bedeutenden Persönlichkeiten von Jean-Jacques Rousseau bis zu Friedrich II. Und während seine Musik heute nur noch selten aufgeführt wird, ist sein Name jedem Schachprofi geläufig.
23:00 Uhr ARD Radiofestival Jazz
Bright Light – Dark Shadows. Das amerikanische Bass-Wunder Jaco Pastorius (1951 – 1987)
Henning Sieverts erinnert an das vielschichtige, viel zu früh verstorbene amerikanische E-Bass-Genie Jaco Pastorius, unter anderem mit der Fusion-Pionierband „Weather Report“.
23:03 Uhr Ö1 Zeit-Ton extended
„Herzschlag im Dom“ beim Carinthischer Sommer 2026
Die Orgel zwischen „Tulpa“, Doppelgänger und einem Zwiegespräch mit Schlagwerk
Die Orgel als zentrales Element des Carinthischen Sommers wurde auch heuer von ebendiesem Festival mit einem Auftragswerk bedacht: Johannes Maria Staud schrieb „Tulpa/Doppelgänger“ in engem Austausch mit dem Wiener Organisten Wolfgang Kogert, der es im Dom zu Klagenfurt zur Uraufführung brachte. In seinem rund 15-minütigen Werk erkundet Staud die Orgel „als Instrument zwischen Körper und Raum, zwischen innerer Vision und äußerer Resonanz“.
„Tulpa“ bezeichnet im paranormalen Diskurs ein Wesen, das durch intensive Imagination in der reinen Vorstellung beginnt, um dann greifbare Realität und Empfindung zu werden. Staud knüpft hier an David Lynchs Mystery-Serie „Twin Peaks“ an, greift zusätzlich das Motiv des Doppelgängers auf und lässt damit ein Spannungsfeld zwischen Projektion und Spiegelbild entstehen.
In memoriam für seinen 2026 verstorbenen Freund Uwe Dierksen geschrieben gewinnt das Stück eine zusätzliche Bedeutungsebene: Erinnerung wird zum imaginativen Akt, das Gedachte erhält Form, Vergangenes wird zur Gegenwart. Musikalisch bewegt sich Johannes Maria Staud in „Tulpa/Doppelgänger“ zwischen experimentellen und erzählerischen Momenten – und so könnte man auch das Programm des Konzertabends insgesamt, das Wolfgang Kogert in seiner Rolle als Orgelkurator des Carinthischen Sommers um dieses Werk gesponnen hat, einordnen.