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„Die Seelen eines Migranten“ Eine Lange Nacht mit dem Erzähler Michael Ondaatje

In den Werken Michael Ondaatjes, des kanadischen Schriftstellers holländisch-tamilisch-singhalesischer Abstammung, gibt es weder zusammenhängende Abläufe noch klare Perspektiven. Erinnerungen sind lückenhaft. Bruchstücke von Schicksalen werden zu Collagen montiert.

Von Dietrich Leube

Das Fragment, das Undefinierbare und das Mehrdeutige sind wesentliche Merkmale moderner Kunst. In der Literatur hat kaum jemand diese Zeichen der Zeit so klar gesehen wie Michael Ondaatje. In seinen Prosawerken gibt es weder zusammenhängende Abläufe noch klare Perspektiven. Erinnerungen sind lückenhaft. Bruchstücke von Schicksalen werden zu Collagen montiert, Exkurse über absonderliche Themen, Gedichte, Briefe, Aphorismen, Reportagen, dramatische filmartige Szenen eingeschoben. Manchmal verknüpfen sich diese Elemente zu einer Handlung, dann wieder bleiben sie der Spekulation des Lesers überlassen.



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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 15.9.2018

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