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Hörspiel: „This is Ben Hecht…reporting live from the Revolution“ Von Andreas Ammer/Markus Acher/Micha Acher

Vor hundert Jahren galt noch das pophistorische Statement „The Revolution Will Not Be Televised“. Deshalb tritt – wenn es um die Räterepublik geht – hier das Hörspiel in sein Recht.

„Pleased to meet you …“ – Einer der ersten, der sich aufmachte, die Revolution medienkompatibel zu verarbeiten, war der später als „Shakespeare von Hollywood“ bekannt gewordene Reporter Ben Hecht. 1918 brach er – 24-jährig und ohne nennenswerte Deutschkenntnisse – erst nach Berlin und dann nach München auf, um für Amerika von der deutschen Revolution zu berichten. Seine erste Kontaktperson: ein Kellner im Hotel Adlon, der ihn mit Gerüchten vom deutschen Aufstand versorgte. Später sein bester Freund: George Grosz, der den Reporter offiziell zum „Ehrendada“ ernennt.

Ben Hecht – eher Klatschreporter als Korrespondent – war zur Stelle als Karl Liebknecht das Berliner Schloß erstürmte und die Republik ausrief: Er berichtet, wie sich der Revolutionär „in langer Winterunterwäsche“ in das freie Bett des Kaisers legt: „Ich hörte die kaiserlichen Sprungfedern quietschen, als Liebknecht seine Beine ausstreckte.“ Um über die bayerische Räterepublik zu berichten, ergaunert sich Ben Hecht einen „Bomber“. An Bord des Fliegers als seine Gäste: konterrevolutionäre Militärs und ein bolschewikischer Agent mit einem Koffer voller Goldmark, zur Unterstützung des Umsturzes in Bayern.

Ben Hecht ist an der Seite von Ernst Toller als dieser im April 1919 das Wittelsbacher Palais stürmt, die Bayerische Räterepublik ausruft und dort im Badezimmer der Königin seine einwöchigen Amtsgeschäfte übernimmt. Toller zwinkert Ben Hecht zu: „Das ist eine sehr gute Story, nicht wahr?“ Hecht, um weitere gute Storys nicht verlegen, diskutiert mit dem Anarchisten Gustav Landauer über Walt Whitman, berichtet über nervtötende Gedichtrezitationen des Dichters Erich Mühsam und ist zur Stelle als schon eine gute Woche später die Kommunisten die Macht in München übernehmen und Max Levien entnervt die Worte ausspricht: „Es wird keine Dichtung mehr geben“. Als auch die zweite, kommunistische Räterepublik von Truppen, die teilweise bereits das Hakenkreuz am Helm tragen, niedergeschlagen wird, ist der rasende Reporter Ben Hecht schon wieder auf dem Rückflug nach Berlin. Für das Hörspiel werden die nicht immer glaubwürdigen aber stets sensationellen Berichte Ben Hechts ergänzt durch Akten von Ernst Toller, Gedichte von Erich Mühsam und andere revolutionäre Devotionalien.

This is Ben Hecht…reporting live from the Revolution
Von Andreas Ammer/Markus Acher/Micha Acher
Komposition: Markus Acher/Micha Acher/Hochzeitskapelle
Realisation: Andreas Ammer/Markus Acher/Micha Acher
BR 2019 Ursendung

© Bayern 2, hör!spiel!art.mix, 5.4.2019

 

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