„Jeder Error ist wichtig“ Interview Dimitri Hegemann hat mit dem Club Tresor Berlins Ruf als Partyhauptstadt begründet. Doch sein Vermächtnis soll größer sein.
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„Kommen Sie doch in mein Kraftwerk“, schlägt Dimitri Hegemann vor. Es gibt wohl nicht viele Menschen, die eine solch glamouröse Einladung aussprechen können. Über die Musik, das Tanzen, die Clubkultur wollen wir reden. Über das Unterwegssein nach Anbruch der Dunkelheit, die Nighttime Economy, wie Hegemann es gern nennt. Und über die Spuren, die die Ökonomie der Nacht hinterlassen hat – nicht nur in seinem eigenen, bald 62-jährigen Leben, auch im Leben der Jüngeren, die heute in Scharen in die Partyhauptstadt Berlin kommen und den Namen Dimitri Hegemann vielleicht aus einer der vielen Legenden aufgeschnappt haben, die sich um sein Werk ranken.
der Freitag: Herr Hegemann, wir sind hier ja unter uns, unter Erwachsenen. Lassen Sie uns über das Wort Erbe sprechen.
Dimitri Hegemann: Erbe im Sinne von Vermächtnis? Ja, gern.
Sie gelten als ein Urvater der heutigen Clubkultur. Zur Wendezeit haben Sie Partys in einem muffigen Keller veranstaltet, ohne richtige Toiletten, aber mit viel Kunstnebel, Stroboskoplicht und Ekstase bis zwölf Uhr mittags. Leute, die davon erzählen, haben einen verklärten Blick. Wer zu jung ist, um dabei gewesen zu sein, wird leicht neidisch.
Dafür gibt es keinen Grund. Berlin ist heute voll mit Clubs, in denen Sie vier Tage am Stück durchtanzen können, Clubs, in denen auch die sanitären Anlagen funktionieren, wo die Getränke gekühlt sind und Ihnen später nicht der Baustellenstaub an der Kleidung klebt….
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© der Freitag, 21.7.2016 / Katja Kullmann