Das Filter: Wochenend Walkman vom 10.9.2016 mit Drugdealer, Young Thug und Masayoshi Fujita & Jan Jelinek
Drugdealer – The End of Comedy
Ein Sunshine-Optimismus, der nicht ohne charmant-zynische Note auskommt, dennoch nie abgehoben-arrogant ist oder gar komplett verstrahlt. Ein paar Pappen dürften hier dennoch eingeklinkt worden sein und den Humor von Songtiteln wie „It’s Only Raining Right Where You’re Standing“ teile ich ganz unvoreingenommen. Ein adäquater Soundtrack für den dankbaren und gnädigen Spätsommer 2016. Zeit für Darkness bleibt mit Sicherheit noch genug. Brrr. Hat hier jemand Berliner Winter gesagt?
Young Thug – No, My Name Is JEFFERY
Young Thug hält die lyrische Balance zwischen feminin und maskulin, verwandelt Verspieltheit innerhalb von Sekunden in totalen Ernst, erlebt Liebe als Wärme und Kälte gleichermaßen. Sein Flow bleibt einzigartig, Hooks werden zu Versen, Verse werden zu Hooks, das eigene Echo wird zur Hook in der Hook. An nichts lässt sich festhalten. Die Konturen des Künstlers Young Thug sind undefinierbar wie die einer Wolke aus der es mal blitzt und donnert, mal regnet und die dann wieder den Blick auf die Sonne freigibt.
Masayoshi Fujita & Jan Jelinek – Schaum
Doch hat man sich einmal darauf eingelassen, kann man dieser künstlichen Welt ziemlich formidable versinken oder zumindest in sie eintauchen. Die sich aufbauenden Strukturen sind so blass, das sie zunächst gar nicht ersichtlich in Erscheinung treten. Doch ganz tief unten, am Boden dieses bizarren Etwas, ist es wunderschön.
© Das Filter, 10.9.2016 • SOUNDS – Text: Redaktion