SZ: Jazz-Kollektiv „Kokoroko“ : Musik ohne die Regeln der Genre-Polizei Von Jonathan Fischer
Das Londoner Afrobeat-Kollektiv „Kokoroko“ will den Jazz raus aus den elitären Liebhaberzirkeln und zurück in die Clubs holen. Denn Qualität, Originalität und Pop-Appeal schließen sich nicht aus.
Die Jazz-Welt hat ein Problem. So viel Freiheit diese Musik auch ausstrahlen mag, so elitär und geschlossen wirkt oft der Club ihrer Liebhaber. „Lange Zeit“, sagt Sheila Maurice-Grey, eine Londoner Jazz-Trompeterin mit westafrikanischen Wurzeln, „war unser Publikum vorwiegend älter, weiß und kam aus der Mittel- und Oberschicht. Nichts gegen Senioren, aber wir haben ein anderes Ziel: junge Menschen zu erreichen, die so aussehen wie wir.“ Maurice-Grey ist Teil einer Szene, die inzwischen genau das erreicht hat: Jazz wieder hip zu machen. Die Avantgarde zurück auf die Straße und in die Clubs zu bringen….
© Süddeutsche Zeitung, Kultur, Feuilleton, 17.10.2019
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