27. Rudolstadt-Festival: Carlos Medeiros & Pedro Lucas
Sie haben sich gesucht und gefunden: Carlos Medeiros und Pedro Lucas. Die beiden portugiesischen Musiker leben auf den Azoren und haben sich der Volksmusik ihres Heimatarchipels verschrieben. Und das im weitesten Sinne.
Der Eine, Pedro Lucas, ein junger, klassisch ausgebildeter Gitarrist und Produzent, beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der traditionellen Musik seiner Heimat und hat 2010 mit Folktronica-Aufnahmen von azorischen Volksliedern auf der CD „O Experimentar Na M‘ Incomodar“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Als Gast war damals bereits dabei der Andere, Carlos Medeiros. Auch er ein gebürtiger Azorer und als Volksänger auf den Inseln des Archipels sehr populär. Ein Musiklehrer und Flötist, der auch Theatermusiken geschrieben hat, und – so die Programmmacher des Rudolstadt-Festivals – auf dessen „raspelnden Stimmbändern das Salz des Meeres und des Windes“ liegt. 1998 war Carlos Medeiros bereits als Mitglied des Ensembles Balada do Atlântico mit azorischen Volksliedern zu Gast in Rudolstadt. Die neun Musiker überzeugten mit ihrem Weg, verschiedene Einflüsse aus Rock, Jazz und elektronischer Musik in ihre Volksliedinterpretationen einfließen zu lassen. Einen ähnlichen Weg bestreiten nun Carlos Medeiros und Pedro Lucas. 2015 erschien ihr erstes gemeinsames Album „Mar Aberto“, auf dem sie sich in modernen, stilistisch offenen Bearbeitungen noch ganz der azorischen Volksmusik verschrieben haben. Auf ihrem aktuellen, 2016 erschienenen Album „Terra do Corpo“ finden sich nunmehr eigene Vertonungen von Gedichten des 1984 auf den Azoren geborenen Dichters João Pedro Porto. Das Konzert im Rudolstadt bot einen gelungenen Querschnitt durch das Repertoire der beiden Musiker.
© Deutschlandfunk Kultur. In Concert, 6.11.2017