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53. Deutsches Jazzfestival in Frankfurt: Blick zurück nach vorne

Parallelwelten und radikale Schnitte bei der 53. Ausgabe des Deutschen Jazzfestivals in Frankfurt. Von Stefan Michalzik.

Es ist die „gute alte Zeit“ der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, als Frankfurt sich „Jazzhauptstadt der Republik“ nennen konnte, an die in der Romanfabrik erinnert wird. Der gemeinsam mit der Jazzinitiative organisierte Abend ist Teil der neu eingerichteten „Clubnacht“ des 53. Deutschen Jazzfestivals an fünf Orten der Stadt. Mit dem „Frankfurt Sound“ beschäftigt sich das Quartett Chords on End um den Bassisten Manfred Bründl, der in den 80er und 90er Jahren unter anderem zum Quartett von Heinz Sauer gehörte, ein Zeitzeuge, ebenso wie der Pianist Bob Degen. Hinzu kommen Tony Lakatos am Tenorsaxofon und der Schlagzeuger Heinrich Köbberling als Einspringer für den erkrankten Thomas Cremer. Was von diesen Hochkarätern zu hören ist, in Kompositionen von Sauer, Günter Lenz und Peter Trunk, wirkt in seiner zeitlosen Strahlkraft wie ein Inbegriff des modernen Jazz europäischer Prägung. Und unterstreicht, welch immenser Einfluss seinerzeit von der Stadt ausging, die – bei aller Vitalität der hiesigen Szene heute – als Zentrum des Jazz in Deutschland längst von Berlin abgelöst worden ist.



© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 30.10.2022

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