Maria Sybilla Merian „Larven, Maden, Motten – gestochen scharf“
Künstlerin, Lehrerin, Geschäftsfrau – Maria Sibylla Merian war eine ungemein vielseitige Frau. Ihre Kupferstiche von Insekten und Pflanzen machten sie schon zu ihrer Zeit berühmt. Auch als Insektenforscherin tat sie sich hervor. So richtig stellte sich der Ruhm erst nach ihrem Tod ein.
Von Ulrike Rückert
„Es wurden mir einmal drey junge Lerchen lebendig gebracht den Eilfften Augusti, welche ich getödt, drey stunden darnach, alß ich sie wolte rupfen lassen, da waren siebzehn dicke Maden an ihnen. Diese Maden hatten keine Füß, und kundten sich doch fest an den federn halten. Den andern Tags veränderten sie sich in dergleichen gantz braune Eyer. Den 26. Augusti kamen so viel schöne grüne und blawe Fliegen herauß, welche ich grosse Mühe hatte zu fangen, dieweil sie so hurtig waren, ich bekame nur 5 darvon, die andern entflohen mir alle“,
… beschreibt Maria Sibylla Merian ihre Beobachtungen, die sie an Insekten durchführte.
Ihr Forscherdrang machte vor nichts halt, wenn es um kriechende, krabbelnde und flatternde Geschöpfe ging. Ihre Beobachtungen hielt sie in präzise gezeichneten, delikat kolorierten Bildern fest – Künstlerin und Pionierin der modernen Naturwissenschaft zugleich.
Sie wurde am 2. April 1647 in Frankfurt am Main als Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian geboren. Zwar verlor sie den Vater früh, doch ihr Stiefvater, ein Stilllebenmaler, bildete sie gründlich aus. Auch für Mädchen war das in Künstlerfamilien nicht unüblich.
Pionierin auf der Höhe ihrer Zeit
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© Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt, 13.1.2017