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„Im Irrgarten der Psyche“ Die Musik in den Filmen von David Lynch. Von Harry Lachner

Die Filme von David Lynch – wie „Eraserhead“ oder „Blue Velvet“ – spiegeln in ihrer Musik, ihrem Klang-Design diesen Zwiespalt aus falscher Heimeligkeit und verstörenden, zuweilen surrealen Gewaltausbrüchen.

Von Harry Lachner

Eine verlassene Industriegegend; Räume, in denen es nie hell wird; etwas schreit, liegt bandagiert, windet sich. Ein Baby, aber „ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich ein Baby ist“, stammelt die Mutter des kleinen Monsters. Dann wieder: Ein junger Mann findet im Gras ein abgeschnittenes, von Insekten umwuseltes Ohr. Die Kamera zoomt näher, führt den Betrachter ins Innere einer dunklen Röhre. Am Ende erwartet uns der Albtraum einer gewalttätigen US-amerikanischen Kleinbürgerlichkeit. Die Filme von David Lynch – wie „Eraserhead“ oder „Blue Velvet“ – spiegeln in ihrer Musik, ihrem Klang-Design diesen Zwiespalt aus falscher Heimeligkeit und verstörenden, zuweilen surrealen Gewaltausbrüchen. Sie lenken den Blick auf eine Welt hinter der Fassade der Bürgerlichkeit, spielen mit Ängsten und unkontrollierbaren Fantasien, die oft genug in ein Gefühl völliger Klaustrophobie münden. Und von fern erklingt das sardonische Lachen eines Regisseurs, der seine Figuren immer wieder auf den Weg durch die psychische Hölle schickt.


(http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/ImIrrgartenderPsyche.mp3)

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Manuskript

© SWR 2, Musikpassagen, 5.2.2017

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