Charles Bukowski „Ich schreibe, geh zu Pferderennen, und ich trinke“ Eine Lange Nacht + Kalenderblatt … wieder Online
Schriftsteller und Trinker Charles Bukowski war schon zu Lebzeiten eine Legende. Er schockierte und rechnete in Hunderten von Gedichten und Kurzgeschichten unversöhnlich ab mit dem verlogenen „American Dream“. Geboren wurde Karl Heinrich Bukowski am 16. August 1920 in Deutschland.
Das Manuskript ist schludrig getippt, kein Begleitschreiben, kein Rückumschlag. Aus irgendeinem Grund wirft Caresse Crosby, Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Portfolio“, die Seiten trotzdem nicht weg. Sie gibt sie ihrem Lektor, das ist damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, Henry Miller. Der findet die Story zweier GIs, die bei der Befreiung einer französischen Kleinstadt ein Mädchen in ihren Sherman Panzer zerren und vergewaltigen, außergewöhnlich und eindrucksvoll.
© Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 16.8.2020
Charles Bukowski gilt als ein ungehemmter Schriftsteller: schlampig, unsozial und frei. Mehr als 40 Bücher hat der Außenseiter geschrieben, er wurde verachtet, aber auch verehrt – vor allem in Deutschland. Von Knut Benzner.
Heinrich Karl Bukowski, später genannt Charles, wird am 16. August 1920 als einziges Kind der Eheleute Katharina Fett aus Andernach und Henry Heinrich Bukowski geboren. Der Vater ist ein deutschstämmiger Amerikaner aus Pasadena, Kalifornien und ist Sergeant. Nach seinem Dienst als Besatzungssoldat der Armee wird Henry Bauunternehmer. Er gerät in finanzielle Schwierigkeiten und kann seinen Lebensunterhalt nicht mehr verdienen.
Kindheit und Wanderjahre
Die Mutter arbeitet als Näherin. Laut Charles ist sie still, mit einem blassen, runden Gesicht und großen Augen. Der Vater hat derbes, lockiges Haar, eine große Nase, einen großen Mund und buschige Augenbrauen. Er ist oft wütend und schreit viel herum. Charles hasst seinen Vater, der ihn aufs Übelste verprügelt und misshandelt. Im Frühjahr 1923 beschließt Henry, mit seiner Familie in die USA zu fahren, von Bremerhaven nach Baltimore in Maryland.
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 15.8.2020