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„Der Mann im Fahrstuhl“ Heiner Goebbels und Heiner Müller mit Don Cherry und Fred Frith 1987

Einer radikaler deutscher Dramatiker trifft 1987 auf einen provokanten Komponisten: „Der Mann im Fahrstuhl“, ein Musiktheater von Heiner Goebbels nach einem Text von Heiner Müller, den der auch selbst vorträgt, wird zur Sensation auf dem „1. Internationalen Art-Rock Festival Frankfurt 1987“.

Mit Daniella Baumeister

Müllers surrealer Horrortrip eines kleinen Angestellten, der mit dem Fahrstuhl nur in den vierten Stock eines New Yorker Büroturms will, aber auf einem Dorfplatz in Peru landet, bietet Goebbels Möglichkeiten, den Monolog zu einem emotionalen Klangexperiment zu verfremden. Der Alptraum des verstörten Mitarbeiters wird hörbar in kreischenden Gitarren und eigenwilligen Geräuschcollagen: ein aufwändiges, sperriges und radikales Hörstück, intoniert von führenden Avantgarde-Musikern wie Fred Frith, Arto Lindsay, George Lewis, Don Cherry und anderen. Der eitle Anspruch, wieder Bewegung in eine stagnierende Musikszene zu bringen, war mit dieser, eigens für dieses Festival entstandenen Produktion gelungen – darüber war man sich damals einig.

© ARD Radiofestival, 4.9.2017

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