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Round Midnight: „Sketches Of Spain“ Der Flamenco-Jazzpionier Jorge Pardo

Zwei Seelen wohnen in Jorge Pardos Brust. Die eine gehört dem Jazz, die andere dem Flamenco. Und da diese Seelen sehr viel gemeinsam haben, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann beide in Dialog miteinander treten würden. Mit Thomas Haak.

Als Gründungsmitglied des berühmten Paco de Lucía-Sextetts wie auch als Solo-Künstler trug der 1956 geborene Madrilene bereits seit Anfang der 1980er Jahre dazu bei, die Genregrenzen zwischen Flamenco und Jazz zu überschreiten. Wobei der Saxofonist und Flötist erst 1991 mit seinem vierten Album „Las Cigarras Son Quiza Sordas“ seine eigene musikalische Sprache gefunden sah.

Mittlerweile ist die Pionierarbeit Jorge Pardos zu einem weit strahlenden Leuchtturm europäischer Eigenständigkeit im Jazz geworden, die viele Anhänger und Nachfolger gefunden hat. Im Unterschied zu vielen zweifelhaften Versuchen den Jazz zu fusionieren, ist im Flamenco Nuevo eines Jorge Pardo tatsächlich etwas zusammengewachsen, was zusammen gehört. Was nicht zuletzt mit den kollektiven Psychen beider Kulturen zu tun haben dürfte, die von ganz ähnlichen Erfahrungen geprägt sind. Eine Seelenverwandschaft, die Jorge Pardo zusammen mit zahlreichen Musikkoryphäen ausgelotet hat – beispielsweise mit Chick Corea oder auch den Co-Flamenco-Jazz-Pionieren Chano Domínguez, Gerardo Núñez und Carles Benavent.

© NDR Kultur, Jazz – Round Midnight, 11.1.2021

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