NZZ: Zakir Hussain: „George Harrison war die Freundlichkeit in Person“
Zakir Hussain, der am 9. März 70 Jahre alt wird, zählt im Westen zu den bekanntesten indischen Musikern. Er hat sich in der klassischen indischen Musik ebenso profiliert wie im Zusammenspiel mit internationalen Pop-Stars. Von Christoph Wagner.
Zakir Hussain, Sie wuchsen in einer äusserst musikalischen Familie auf. Wurde Ihnen das Gefühl für Rhythmus quasi in die Wiege gelegt?
So kann man das sehen. Ich konnte bestimmte Rhythmen bereits singen, bevor ich richtig sprechen konnte. Wenn man in einem Haushalt voller Musik aufwächst, gibt es nicht einen bestimmten Tag, an dem man mit dem Musikmachen beginnt. Vielmehr ist man als Kind Teil dieses umfassenden Klangs im Haus.
Wie bedeutend war das Vorbild Ihres Vaters, des grossen Tabla-Virtuosen Alla Rakha?
Wenn ich meinem Vater zusah, wie er seine Studenten unterrichtete und sie auf seine Trommelfiguren antworteten, nahm ich das sofort auf. Bald machte ich die Dinge, die auch die Studenten taten: Ich sang die Rhythmen, und ehe ich mich’s versah, spielte ich schon ein bisschen Tabla. Obwohl ich noch nicht vom Meister unterrichtet wurde, lernte ich bereits. Als ich sieben war, spielte ich schon Tabla bei kleinen Schulkonzerten.
© NZZ, Feuilleton, 9.3.2021